Landschaftsverband veröffentlicht umfassenden Band zur Entwicklung moderner Kirchen

Neue LWL-Publikation beleuchtet Kirchenbau in Westfalen-Lippe nach 1945

Blick in die Kirche
Eine neue Publikation des LWL widmet sich dem Kirchenbau in Westfalen-Lippe nach 1945: Wie der evangelische Erlöserkirche in Münster, 1949/50. Foto: LWL/Hartwig Dülberg

Ein neues Buch des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nimmt Kirchenbauten in den Blick, die zwischen 1945 und der Jahrtausendwende entstanden sind. Auf Grundlage eines langjährigen Forschungsprojekts gibt die Publikation einen Überblick über die Entwicklung des Kirchenbaus in Westfalen-Lippe und stellt zahlreiche Beispiele vor.

Forschungsprojekt liefert neue Erkenntnisse zur Kirchenlandschaft

Nach 1945 entstanden in Westfalen-Lippe zahlreiche neue Kirchenbauten. LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens ordnet die Entwicklung ein und erklärt: „Über 1.300 Kirchen entstanden nach 1945 allein in Westfalen-Lippe. Bis heute sind diese Bauten Mittelpunkte des religiösen, sozialen und kulturellen Lebens. Gleichzeitig geraten sie immer stärker unter Druck.“

Freuen sich über das Erscheinen des Buches: Die Autoren Dr. Knut Stegmann (v.l.) und Dr. Michael Huyer mit LWL-Chefdenkmalpfleger Dr. Holger Mertens. Foto: LWL

Grundlage der Publikation ist ein umfassendes Projekt, in dessen Rahmen LWL-Denkmalpfleger:innen alle nach 1945 gebauten evangelischen und katholischen Pfarr- und Filialkirchen in Westfalen-Lippe gesichtet und bewertet haben. Initiiert wurde das Projekt 2009 vom NRW-Bauministerium. Die Durchführung übernahmen die Denkmalfachämter der beiden Landschaftsverbände in Westfalen-Lippe und im Rheinland.

Auch die wissenschaftliche Bedeutung der Untersuchung wird hervorgehoben. Dr. Michael Huyer, Leiter der Inventarisation beim LWL-Denkmalfachamt, erklärt: „Die systematische Erfassung hat neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entwicklung des Kirchenbaus geliefert. Zugleich hilft sie uns, bedeutende Bauten dieser Zeit zu erkennen und langfristig zu bewahren“.

Umfangreiche Darstellung der Kirchenbaugeschichte

Auf 433 Seiten bietet die Publikation einen breiten Überblick über die jüngere Kirchenbaugeschichte in Westfalen-Lippe. Die Autoren Dr. Heinrich Otten, Dr. Knut Stegmann und Dr. Michael Huyer zeigen dabei zentrale Entwicklungen und Zusammenhänge auf.

Blick ins Buch „Kirchenbau nach 1945“. Foto: LWL

Im Fokus stehen unter anderem Einflüsse wie Wirtschaftslage, Rohstoffverfügbarkeit, demografische Entwicklungen und ein verändertes Verständnis von Kirche. Diese Faktoren prägten das Bauen nach 1945 maßgeblich und spiegeln sich in unterschiedlichen Bauformen wider.

Zentrale Themen – von neuen Bautypen über Gemeindezentren bis hin zu Fragen von Licht und Ausstattung – werden anhand ausgewählter Beispiele anschaulich dargestellt, ergänzt durch 606 großformatige Abbildungen und neu gezeichnete Grundrisse.

Die Publikation ist in der Reihe „Arbeitshefte“ des LWL-Denkmalfachamts erschienen und richtet sich sowohl an Fachleute aus Architektur, Planung und Denkmalpflege als auch an eine interessierte Öffentlichkeit und Engagierte in den Kirchengemeinden.

Mehr Informationen:

  • In gedruckter Form ist „Kirchenbau nach 1945“ im Tecklenborg-Verlag erschienen (ISBN 978-3-949076-38-1). Außerdem steht der Band kostenfrei als PDF zum Download zur Verfügung unter: uni-muenster.de.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert