
Im Oktober 2024 ist FABIDO mit den Beschäftigungsprogrammen „Startklar“ und „Kita-Einstieg“ gestartet und hat damit gezielt Lösungen gegen den Fachkräftemangel geschaffen. Nun hat Dortmunds größter Anbieter frühkindlicher Bildung Bilanz gezogen: Schon fast 50 Menschen konnten bereits in Ausbildung oder feste Anstellungen übernommen werden.
Programme gegen Fachkräftemangel zeigen Wirkung
Die beiden Programme „Startklar“ und „Kita-Einstieg“ richten sich an Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben. Der größte Teil von ihnen ist vor Krieg oder lebensbedrohenden Krisen geflohen. In Dortmund bauen sie sich eine neue Zukunft auf. Ziel beider Programme ist es, die neuen Dortmunder:innen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Im Fokus stehen Menschen, die in ihrer Heimat einen Abschluss im Bereich der frühkindlichen Bildung gemacht haben oder die eine Ausbildung in frühkindlicher Bildung machen wollen.

„Beide Programme haben unsere Erwartungen voll erfüllt. Sie zeigen, dass Integration funktioniert, wenn man die Wege dafür ebnet. Sie sind eine Chance für die Menschen, die zu uns kommen. Sie sind aber auch eine Chance für Dortmund“, sagte Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie.
„Die Menschen mit ihren unterschiedlichen Herkünften und Werdegängen passen wunderbar zu FABIDO und Dortmund – sie sind eine Bereicherung und helfen uns deutlich gegen den Fachkräftemangel in der Branche“, so Nienaber-Willaredt weiter. Die Teilnehmenden und Absolvent:innen kommen unter anderem aus der Ukraine, aus Syrien, Ägypten, Pakistan, Albanien, aus dem Libanon, dem Irak, dem Iran, von der Elfenbeinküste, aber auch aus Griechenland, Spanien oder der Türkei.
40 neue Auszubildende durch „Kita-Einstieg“
Das Programm „Kita-Einstieg“ bereitet Menschen auf eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieher:in vor. Voraussetzung ist unter anderem ein Fachhochschulabschluss oder ein vergleichbarer Abschluss. Im Vorbereitungsjahr arbeiten die Teilnehmenden an drei Tagen pro Woche in einer FABIDO-Einrichtung und besuchen an zwei Tagen einen B2-Deutsch-Kurs mit berufssprachlicher Ausrichtung.

Das Interesse an den 36 Plätzen pro Jahr ist groß. „Schon das erste Jahr war für uns ein voller Erfolg. Im Sommer 2025 haben wir aus dem ersten Jahrgang von Kita-Einstieg 15 Menschen in die Ausbildung übernommen“, sagt Daniel Kunstleben, Geschäftsführer von FABIDO. „In diesem Sommer werden es sogar 25 Menschen sein, die bei FABIDO die staatlich anerkannte Erzieher:innen-Ausbildung beginnen werden.“
Insgesamt hat FABIDO bereits acht Menschen aus dem Programm „Startklar“ in feste Anstellungen übernommen, darunter drei Erzieherinnen, vier Beschäftigte in vergleichbarer Einstufung sowie eine Kinderpflegerin. Bei weiteren zehn Personen läuft derzeit noch das Anerkennungsverfahren „18 neue Fachkräfte für FABIDO – das ist schon wirklich toll. Allerdings hätten das aus unserer Sicht auch mehr sein können. Wir hatten viele gut qualifizierte Teilnehmer:innen dabei. Eine große Hürde, das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gemerkt, sind die Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse in Deutschland“, so Kunstleben.
„Startklar“: Chancen auf Übernahme sind gut
Im Vergleich zu „Kita-Einstieg“ ist „Startklar“ ein dynamisches Programm: Die Absolvent:innen haben 18 Monate Zeit für die Anerkennung und den Nachweis der B2-Qualifikation. Während dieser Zeit arbeiten sie ebenfalls an drei Tagen pro Woche in einer Kita von FABIDO. Wer schneller fertig wird, dem winkt auch früher eine Festanstellung.
„Bei FABIDO erleben wir gerade den größten Ausbau in unserer Geschichte, um uns auf den wachsenden Bedarf in der frühkindlichen Bildung in Dortmund vorzubereiten. Die Chancen auf eine Übernahme sind also gut“, sagt Daniel Kunstleben.
Die Chancen auf einen Platz bei „Startklar“ oder „Kita-Einstieg“ sind ebenfalls gut. Beide Programme, die FABIDO gemeinsam mit VHS und Jobcenter auf die Beine gestellt hat, sollen weiterlaufen.
Beispiel aus der Praxis: Neuer Start für Iryna Smychkova
Die 56-Jährige Iryna Smychkova hat das Qualifizierungsprogramm „Startklar“ bei FABIDO erfolgreich absolviert. Sie ist eine von bislang acht Absolvent:innen, die aus dem Programm direkt in eine Festanstellung übernommen wurde. Seit dem 1. Januar ist Iryna im FABIDO-Familienzentrum Steinstraße als Kinderpflegerin angestellt.

„Meinen Traum, mit Kindern zu arbeiten, lebe ich hier weiter“, sagt die 56-Jährige. Für sie bedeutet die Arbeit in Dortmund einen kompletten Neuanfang nach ihrer Flucht aus der Ukraine infolge des Krieges. „Erst hatten wir Corona, dann kam der Krieg. Es gab keine Arbeit mehr. Wie sollen wir da überleben?“, sagt Iryna Smychkova.
In der Ukraine war sie bereits Erzieherin und hat 13 Jahre in der frühkindlichen Bildung gearbeitet. In Dortmund absolvierte sie einen Sprachkurs und wurde im Programm „Startklar“ auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Ihre Ausbildung wird in Deutschland als Qualifikation für die Arbeit als Kinderpflegerin anerkannt.
Neue Kolleg:innen bereichern den Kita-Alltag
Iryna ist glücklich in Dortmund wieder mit Kindern zu arbeiten: Das Familienzentrum Steinstraße bezeichnet sie mit einem leichten Schmunzeln als ihre neue Heimat: „Ich fühle mich bei FABIDO gut unterstützt und wertgeschätzt. Es ist wirklich schön, dass ich hier sein kann.“

Auch in den Einrichtungen selbst wird die Integration positiv bewertet. Ulrike Theißen, Leiterin des FABIDO-Familienzentrums Steinstraße, betont die Bedeutung der neuen Kollegin: „Dass wir von Iryna profitieren können, haben wir vom ersten Tag an gemerkt“, sagt sie.
„Sie bereichert das ganze Team mit ihrer Art und dadurch, wie sie sich jeden Tag einbringt.“

