Gregor Lange wird Kölner Regierungspräsident – bisher ist seine Nachfolge noch ungeklärt

Dortmunder Polizeipräsident wechselt nach zwölf Jahren nach Köln

Polizeipräsident Gregor Lange Foto: Lina Khyat

Überraschende Nachricht: Der bisherige Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange wird Regierungspräsident in Köln. Das hat das NRW-Landeskabinett bei seiner Sitzung entschieden. Lange tritt sein neue Stelle bereits am 1. März 2026 an. Ab da braucht die Dortmunder Polizei eine neue Person an der Spitze.

Arbeit als Polizeipräsident war eine „Herzensangelegenheit“

„Ich blicke mit großer Dankbarkeit und auch ein wenig Stolz auf meine zwölfjährige Zeit als Polizeipräsident in meiner Heimatstadt Dortmund zurück“, erklärte Lange in einer Pressemitteilung. Lange war seit 2014 Dortmunder Polizeipräsident. ___STEADY_PAYWALL___

Polizeiptäsident Gregor Lange war das Gespräch mit der Zivilgesellschaft wichtig. Klaus Hartmann für nordstadtblogger.de

Er spricht von einer „Herzensangelegenheit“, die nun zu Ende geht. Die Entscheidung der Landesregierung kam „überraschend“, er freue sich aber die neue Aufgabe.

Gregor Lange folgt auf den bisherigen Kölner Regierungspräsidenten Thomas Wilk. Der Kölner Regierungspräsident ist beispielsweise zuständig für die Umsetzung von Landesgesetzen, die Aufsicht der Kommunen, für Polizei und Katastrophenschutz. Zum Kölner Regierungsbezirk zählen unter anderem Städte wie Köln, Aachen, Bonn und Düren.

Im „Systemfehler“-Podcast hat Lange auf seine Zeit zurückgeblickt

Im vor Kurzem veröffentlichten Nordstadtblogger „Systemfehler“-Podcast blickte Lange auf seine Arbeit als Polizeipräsident zurück. Dabei war es ihm wichtig zu betonen, dass Dortmund immer ein „Ort des Miteinanders“ war.

Polizeipräsident Gregor Lange über die Sicherheit Dortmunds im „Systemfehler“ Podcast
Der Polizeipräsident Gregor Lange im Nordstadtblogger-Podcast. Foto: NSB-Redaktion

Er warnte gleichzeitig vor einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung, von der auch Dortmund betroffen sei. Die Stadt tue gut daran, alles dafür zu tun, dass „nicht in irgendeiner Form die stärkere Polarisierung auch hier stärker wird“.

In Hinblick auf die bis heute akute Debatte um den Drogenkonsumraum, warnte der bisherige Pollizeipräsident vor einer „Verpolizeilichung der Problemlösungen“. Die Stadt brauche „Drogenkonsumräume und Hilfestellungen, sonst schieben wir Probleme nur“. Erst wenn soziale und gesundheitliche Angebote griffen, könnten polizeiliche Maßnahmen sinnvoll wirken.

Wer auf Gregor Lange als Polizeipräsident folgt, ist bisher noch nicht bekannt. Über die Nachfolge entscheidet das NRW-Innenministerium.


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Reaktionen

  1. Weggang des Polizeipräsidenten – Gregor Lange hinterlässt Spuren Nachfolge muss verantwortungsvollen und dialogorientierten Kurs fortsetzen (PM)

    Die Fraktion Grüne & Volt bedauert den Weggang von Polizeipräsident Gregor Lange nach Köln. Dort wird er neuer Regierungspräsident.

    „Wir gratulieren Gregor Lange herzlich zu seiner neuen Aufgabe und freuen uns sehr für ihn persönlich. Auch wenn wir nicht immer mit ihm einer Meinung waren: Mit Gregor Lange verliert Dortmund einen engagierten Polizeipräsidenten, der immer Wert auf eine gute Kommunikation gelegt hat. Gregor Lange hat die Zusammenarbeit mit Politik und Zivilgesellschaft stets konstruktiv, offen, innovativ, ernst in der Sache, aber fair im Umgang und lösungsorientiert gestaltet. Sein großer Verdienst ist die konsequente Bekämpfung des Rechtsextremismus in unserer Stadt.

    Insbesondere die Einrichtung der Sonderkommission Rechts hat dazu geführt, dass die rechtsextreme Szene in Dorstfeld in ihren Handlungsmöglichkeiten stark beschränkt worden ist und rechtsextreme Aktionen und Übergriffe zurückgegangen sind. Auch deshalb haben sich ehemalige führende Köpfe der Dorstfelder Faschisten schon vor einigen Jahren aus Dortmund verabschiedet. Das ist insbesondere dem jahrelangen Einsatz vieler Menschen der Zivilgesellschaft zu verdanken, zu einem großen Teil aber auch den unterstützenden Aktivitäten des Polizeipräsidenten. Er hinterlässt hier deutliche Spuren“, äußert sich die Sprecherin der Fraktion GRÜNE & Volt, Katrin Lögering, zum Weggang von Gregor Lange.

    Besonders erwähnenswert ist aus Sicht von GRÜNEN & Volt auch die gesellschaftspolitische Verantwortung, der sich der Polizeipräsident gestellt hat. Er hat öffentlich öfter angemahnt, dass gegen bestimmte Entwicklungen gerade bei jungen Menschen die ganze Gesellschaft entschieden gegensteuern und Verantwortung übernehmen muss. Sicherheit war für ihn eine gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe, die nicht ordnungspolitisch lösbar ist.
    Benjamin Beckmann, Ratsmitglied für GRÜNE & Volt:

    „Diese Haltung ist ebenso wenig selbstverständlich wie die Tatsache, dass er Stellen für Antisemitismusbeauftragte in seinem Stab geschaffen hat. Dazu kommt die von ihm eingerichtete AG Dialog für das neue Kompetenzzentrum „Dialog und Vertrauensförderung mit einer diversen Gesellschaft“. Deutlich wurde auch immer wieder, dass Gregor Lange das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen ernst genommen hat. Gleichzeitig hat er auf die objektiv in vielen Teilen gute und über die Jahre verbesserte Sicherheitslage in der Stadt und eine im Vergleich sehr hohe Aufklärungsquote hingewiesen. Und auch die wirksame Maßnahme „Messertrageverbote“ sowie das Festhalten an den Jugendkontaktbeamt*innen zählen zu seinen Erfolgen.”

    Wo viel Licht ist, ist allerdings auch Schatten. Festzuhalten bleibt deshalb auch, dass in seine Amtszeit die Fehler von Staatsschutz und Polizei beim Sturm der Dortmunder Nazis auf das Rathaus während der Wahlparty 2014 sowie der katastrophale Polizeieinsatz beim Tod von Mouhamed Dramé fallen. Auch hier ist Gregor Lange aber anschließend seiner Verantwortung als Polizeipräsident gerecht geworden, indem er unverzüglich Dialogverfahren mit vielen zurecht erschütterten und aufgebrachten Bewohner*innen der Nordstadt eingeleitet hat. Das hat inzwischen zu einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung mit vielen migrantischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen geführt, um diese Verfahren fortzuschreiben.

    „Grüne Grundsätze und Polizeiarbeit werden oft als Gegensätze wahrgenommen – insbesondere zum Beispiel bei der Bewertung von Videobeobachtung sowie des Einsatzes von Tasern gibt es die auch. Mit Gregor Lange haben wir jedoch erlebt, dass Deeskalation, Prävention, ein behutsames Vorgehen und der Mensch im Mittelpunkt keine Schlagworte bleiben müssen, sondern gelebte Praxis sein können. Viele unserer Ansichten konnten wir mit ihm fair und auf Augenhöhe diskutieren. Für Dortmund ist sein Weggang ein Verlust. Wir hoffen sehr, dass seine Nachfolge diesen verantwortungsvollen, konstruktiven und dialogorientierten Kurs fortsetzt.

    Hier kommt es maßgeblich darauf an, wen der CDU-Innenminister dem CDU-Oberbürgermeister als Polizeipräsident an die Seite stellt. Insbesondere vor dem Hintergrund einiger Äußerungen des Oberbürgermeisters in den letzten Wochen zur Sicherheits- und Ordnungspolitik ist zu wünschen, dass es jemand vom Format von Gregor Lange ist“, so Katrin Lögering abschließend.

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