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Wohnhaus für Behinderte steht unter Quarantäne – 16 Bewohner*innen und drei Beschäftigte mit Corona infiziert

Das Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen der AWo in Derne steht unter Quarantäne. Foto: AWO

Das Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen der AWO in Derne steht unter Quarantäne. Foto: AWO

In einem Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen der AWO in Derne ist es zu einer Häufung von positiven Testergebnissen auf den Sars-Cov-2-Virus gekommen. Am Wochenende wurden alle 90 Bewohner*innen und Beschäftigten getestet – bei 16 Bewohner*innen und drei Mitarbeitenden liegen seit Samstagabend die positiven Testergebnisse vor.

Für alle Bewohner*innen wurde eine vorsorgliche Quarantäne angeordnet

Die Einrichtung steht damit vor schwierigen Herausforderungen: Für alle Bewohner*innen wurde gleichzeitig eine vorsorgliche Quarantäne vom Gesundheitsamt angeordnet – sie dürfen das Wohnhaus als ihr häusliches Umfeld derzeit nicht verlassen.  ___STEADY_PAYWALL___

Häusliche Quarantäne ist auch für die drei Mitarbeitenden angeordnet worden. Krankheitssymptome sind bisher in diesem Kreis nicht aufgetreten, allerdings klagt der Partner einer Mitarbeitenden über mittelschwere Symptome. 

Aufgrund der hohen Zahl an positiven Befunden reicht die geplante Isoliergruppe im Wohnhaus alleine nicht aus, sodass eine Trennung der Bewohnergruppen mit und ohne Infektion organisiert wird unter Nutzung der vorhandenen Zimmer und Gruppenteilungen. Dies ist für das Personal eine zusätzliche Herausforderung. Die notwendigen Materialien für die Schutzausrüstungen und Desinfektionen sind vorhanden.

Zeitaufwändige Fallaufklärung durch den Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung 

Dr. Frank Renken ist Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes.

Dr. Frank Renken ist Leiter des Gesundheitsamtes.

Mit Sorge blickt Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken auf den Fall – damit ist etwas eingetreten, was man immer zu vermeiden hoffte. Denn ein Problem, wofür es noch immer keine Lösung gibt, sind die Spezialverkehre, mit denen die Bewohner*innen in die Schule bzw. die Werkstätten gefahren werden. 

Insbesondere bei Menschen mit geistigen Behinderungen sei es nicht zu gewährleisten, dass sie sich im Transporter immer auf den gleichen Platz setzen oder die anderen Hygieneregeln einhalten, so Renken. Wegen dieser Konstellation werde auch die Fallaufklärung länger dauern. 

„Die Fallaufklärung wird extrem umfangreich“, befürchtet Renken. Zu weitergehenden Maßnahmen will der Chef des Gesundheitsamtes derzeit (Stand: 2. November/ 13.30 Uhr) noch nichts sagen und verweist auf die täglichen Corona-Updates, die die Stadt veröffentlicht.

AWO dankt allen Beteiligten  – insbesondere dem Personal, was nun noch mehr Arbeit hat

AWO-Geschäftsführerin Mirja Düwel

AWO-Geschäftsführerin Mirja Düwel

Wohnhausleitung und Geschäftsführung der Arbeiterwohlfahrt danken dem städtischen Gesundheitsamt für die gute Zusammenarbeit. „Die Befunde kamen relativ zügig, insbesondere wenn man die derzeit hohen Infektionszahlen landesweit bedenkt“, so die Geschäftsführerin Mirja Düwel. 

„Der besondere Dank gilt aber vor allem den Mitarbeitenden, die mit großem Einsatz dafür sorgen, dass der Betrieb im Wohnhaus aufrechterhalten werden kann: Sie nehmen erhebliche Belastungen und persönliche Einschnitte in Kauf, um die Versorgung der Bewohner*innen zu gewährleisten“, so Düwel weiter.

Das Positive: Die bereits im Frühjahr getroffenen Vorsorgemaßnahmen konnten umgesetzt werden. Zudem werden nun weitere regelmäßige Testungen in der Kooperation mit dem Gesundheitsamt durchgeführt. Die AWO hofft, dass weitere Personalengpässe in Derne vermieden werden können und wünscht allen Betroffenen möglichst milde Krankheitsverläufe.

 

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