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Wechsel beim Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen: DEW21 verliert Auftrag an privaten Anbieter aus Dortmund

Mehr als 20 Jahre wurde der Fahrtdienst für Menschen mit Behinderungen von der DEW21 angeboten. Foto: Mark Ansorg

Seit 1995 wurde der Fahrtdienst für Menschen mit Behinderungen von der DEW21 angeboten. Foto: Mark Ansorg

Veränderungen gibt es beim Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. Zum 1. Januar 2020 übernimmt diese Aufgabe die in einem europaweiten Vergabeverfahren ermittelte Fahrdienst Georg GmbH. Sie übernimmt diese Aufgabe von DEW21, die seit über 20 Jahren  im Auftrag der Stadt Dortmund den Fahrdienst durchführt. Er soll dazu beitragen, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu erleichtern.

Neuer und alter Betreiber werden in der Weihnachtszeit gemeinsam fahren

Das Sozialamt arbeitet in Kooperation mit DEW21 und dem neuen Dienstleister an dem Wechsel der Fahrdienste zum Jahreswechsel. Um den Nutzenden ausreichend Fahrten für die Weihnachtszeit anbieten zu können, führen DEW21 und die Fahrdienst Georg GmbH im Dezember Fahrten zusammen aus.

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Der Fahrdienst soll Menschen mit Behinderung die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern helfen.

„Über dieses Engagement der beiden Unternehmen freuen wir uns im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer sehr“, sagt Sozialdezernentin Brigit Zoerner. Denn gerade im Dezember ist die Zeit mit der höchsten Nachfrage seitens der Fahrgäste. Rund 24.000 Fahrten gibt es pro Jahr.

Das Sozialamt und das Behindertenpolitische Netzwerk haben bereits die Betroffenen in einer großen Veranstaltung gemeinsam mit der Fahrdienst Georg GmbH über alle wichtigen Neuerungen informiert. Zusätzlich schreibt das Sozialamt alle aktiven Fahrdienstnutzenden an.

Die Nutzenden können die Fahrten für die Weihnachtszeit wie gewohnt bei DEW21 bestellen. Ab dem 15. Dezember nimmt der Fahrdienst Georg dann Fahrtenwünsche für die Zeit ab Januar 2020 entgegen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bei der DEW21

Der Rat der Stadt Dortmund nahm die steigenden Kosten des Fahrdienstes zum Anlass, die Verwaltung mit einer Reform für dieses Mobilitätsangebot zu beauftragen und beschloss nach langen und kontroversen Diskussionen im Dezember 2018 das neue Konzept für den zukünftigen Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen.

„Mit diesem Konzept kann der Fahrdienst mit qualitativen Verbesserungen kostengünstiger betrieben werden“, versichert die Stadt in einer Pressemitteilung. 1977 wurde der Fahrdienst von den Dortmunder Stadtwerken ins Leben gerufen, 1995 ging der Auftrag an die Stadtwerke-Tochter DEW21 über.

Auch wenn die Stadt den Auftrag nun neu vergeben hat, gibt es keine betriebsbedingten Kündigungen für die 30 FahrerInnen bei DEW21. Befristete Verträge laufen aus, ältere Beschäftigte gehen in den Ruhestand und der verbliebene Teil der unbefristet Beschäftigten wechselt in andere Unternehmensteile, teilte DEW21-Sprecher Ole Lünnemann auf Nachfrage mit.

Neuer Anbieter ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Dortmund

Der neue Anbieter - der Fahrdienst Georg - plant mit dem Einsatz von 28 Fahrzeugen und mindestens 35 FahrerInnen.

Der neue Anbieter – der Fahrdienst Georg – plant mit dem Einsatz von 28 Fahrzeugen und mindestens 35 FahrerInnen.

Die 15 Fahrzeuge gehören ohnehin nicht DEW21. Sie wurden von der Sparkasse finanziert und an die Stadt Dortmund gespendet.

Allerdings werden diese nicht vom neuen Anbieter übernommen, weil die Fahrzeuge ein teils hohes Alter bzw. eine hohe Kilometerstände aufweisen, sagte Ioannis Tsepetonidis, einer der Geschäftsführer des Fahrdienst Georg GmbH, auf Nachfrage von Nordstadtblogger.

Der neue Betreiber ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Dortmund. Der Geschäftsführer Georgios Tsepetonidis und dessen Söhne Ioannis und Petros Tsepetonidis führen das Unternehmen, das in seiner Ursprungsform bereits seit 1974 in Dortmund ansässig ist. Es ist auf Krankenfahrten (Sitzend- und Liegendtransporte) spezialisiert.

Dort plant man ab Dezember mit dem Einsatz von 28 Fahrzeugen und mindestens 35 FahrerInnen. Das Unternehmen stockt dafür um zehn Stellen auf – teils kommen hier frühere DEW21-Beschäftigte zum Einsatz. Außerdem werden ehemals Langzeitarbeitslose beschäftigt.

 

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