Nordstadtblogger

Während der Inclusia-Party in der Do-Bo-Villa in der Nordstadt räumt Marcus Schmälter freiwillig sein DJ-Pult

Die erste Inclusia-Party erfreute sich so großer Beliebtheit, dass die VeranstalterInnen sich entschieden haben, das Angebot weiter zu führen. In Zukunft soll die Party dann wahrscheinlich freitags stattfinden. Foto: Do-Bo-Villa

Von Susanne Schulte

Wenn Marcus Schmälter am Montag in der AWO-Werkstatt erzählt, was er am Wochenende gemacht hat, bekommen die dort arbeitenden Frauen und Männer glänzende Augen. Schmälter ist in seiner Freizeit DJ und Betreiber der Do-Bo-Villa im Hoeschpark. Seine Lieblingsbeschäftigung ist es, schon seit er Teenager war, Platten aufzulegen. Und Platten meint Platten – die runden, großen, schwarzen Scheiben. „Kannst du für uns nicht auch mal eine Party machen?“, fragten sie ihn schon seit geraumer Zeit. Schmälter versprach ihnen das und hat sein Versprechen gehalten. Und weil die erste Veranstaltung, die er Inclusia – die Teilhabe-Party nennt, so gut ankam, steht die nächste kurz bevor.

Aus einem einmaligen Angebot soll eine regelmäßig stattfindende Party werden

Bei Marcus Schmälter dürfen die Gäste selber den DJ spielen.

Am Mittwoch, 21. November, geht es um 18 Uhr wieder rund in der Do-Bo Villa. Schmälter hat am Pult dann kaum etwas zu suchen. „Die Gäste legen selber auf“, erzählt er.

30 musik- und tanzbegeisterte Menschen, die mit einer Behinderung leben, füllten bei der Premiere den ebenerdigen Saal der Villa. „Die waren so begeistert und zogen uns immer mit auf die Tanzfläche“, sagt Klaudia Schmälter.

Eigentlich sei es als einmalige Sache geplant gewesen, ergänzt ihr Mann, aber weil die Gäste so begeistert waren, geht es weiter. Der Eintritt zum Disco-Besuch ist kostenlos, Getränke – nichts hochprozentiges – werden zum Selbstkostenpreis verkauft. Toiletten für RollstuhlfahrerInnen sind gleich neben dem Haus zu finden.

Einen Hol-Service für Rolli-FahrerInnen bietet das Do-Bo Villa-Team ebenfalls an

Klaudia Schmälter. Fotos (2): Susanne Schulte

Einen kurzen Weg in den Hoeschpark hatten und haben die BewohnerInnen des Awo-Hauses an der Hirtenstraße. Frauen und Männer aus anderen Häusern, die sich entschließen zu kommen, können Schmälters anrufen, wenn es Probleme beim Transfer geben sollte.

„Bei Bedarf steht ein Rolli-Bus zur Verfügung“, bietet Schmälter an. Den kann man per E-Mail anfordern: info@dobovilla.de. Das Café öffnet an diesem Tag bereits um 17 Uhr. Die Wartezeit kann man sich an den Tischen mit Spielen verkürzen. 

Wird sonst im Keller abgehottet, ist jetzt der Saal mit seinem barrierefreien Zugang die Disco. Schmälter holt dann die Technik und die Platten aus dem Untergeschoss. Dazu muss er häufig die Treppen rauf und runter, denn seine Sammlung ist beachtlich.

Der nächste Termin ist wieder an einem Mittwoch – aber es soll ein Freitag werden

So begeistert seine Gäste vom ersten Inclusia-Tanzabend waren, musste Marcus Schmälter sich gleich am nächsten Tag in der Awo-Werkstatt, in der er als Arbeitsanleiter arbeitet, auch Verbesserungsvorschläge anhören: „So wollen die Gäste gerne auch den Tresen bedienen und nicht mitten in der Woche zum Tanzen gehen. Denn dann ist um 21 Uhr Schluss, weil sie ja am nächsten Morgen auch zur Arbeit müssen.“ So ist geplant, vielleicht schon für den Dezember, die Inclusia-Party auf einen Freitag zu verlegen.

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