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Verwaltungsvorstand bringt Städtebauförderprogramm für 2021 mit Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro auf den Weg

Dortmund Bauen, Luftbild von Hörde mit intergrierter Lageplanzeichnung

„Dortmund Bauen“: der 2018 erschienene Band dokumentiert Strategien der Stadtentwicklungspolitik in den letzten 20 Jahren. Für 2021 ist die erwartete Förderhöhe besonders hoch. Foto: Gerd Wüsthoff

Die Entscheidung des Verwaltungsvorstands ist der erste Schritt, um die Stadterneuerungsprojekte in das Städtebauförderprogramm 2021 aufzunehmen und die entsprechenden Förderungsmittel bei der Bezirksregierung beantragen zu können. Planungsdezernent Ludger Wilde erklärt: „Die Städtebaufördergelder sind eine wichtige Grundlage, um weiterhin zielgerichtet Dortmunder Stadtteile zu stärken und damit zukunftsfähig aufzustellen.“ Das beschlossene Programm 2021 setzt sich aus fünf Projekten in Dortmund zusammen.

Höhe des beantragten Fördervolumens analog zum Umfang geplanter Baumaßnahmen zur Stadterneuerung

Susanne Linnebach, Amtsleiterin Stadtentwicklung

Susanne Linnebach, Amtsleiterin Stadterneuerung. Archivfoto: Thomas Engel

Für diese Maßnahmen hat das Land Nordrhein-Westfalen Fördermittel in Höhe von insgesamt 21 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

„In diesem Jahr ist das beantragte Fördervolumen außergewöhnlich hoch. Dies liegt unter anderem daran, dass mehrere große Baumaßnahmen wie die Umgestaltung der Kampstraße in der Innenstadt und das neue Stadtteil- und Bildungszentrum in Wichlinghofen vorgesehen sind“, erklärt Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung, das für die Antragstellung zuständig ist.

Und hofft: „Solche städtebaulichen Aufwertungen und der Ausbau sozialer und kultureller Infrastruktur setzen positive Impulse und können die Lebensqualität in den Quartieren erhöhen.“

Die folgenden Stadterneuerungsprojekte sind im Städtebauförderprogramm 2021 für Dortmund konkret vorgesehen:

 

Stadtumbau Huckarde-Nord

Neugestaltung von Spielplätzen auf einer Achse – voraussichtliche Kosten 1,3 Millionen Euro

Mit der Neugestaltung der Spielplätze „Mailoh“, „Varziner Straße“ und „In der Mulde“ sollen attraktive Spiel- und Aufenthaltsorte für Kinder und Jugendliche im Wohnquartier Huckarde-Nord geschaffen werden. Alle Spielplätze liegen auf einer sogenannten „Achse“, die eine Wegeverbindung durch das Quartier bis zur Kokerei Hansa ermöglicht.

In diesem Kontext wird nicht nur das soziale Miteinander, sondern auch das übergeordnete Ziel verfolgt, das Wohnquartier mit den angrenzenden Freiräumen und industriekulturellen Arealen stärker zu verknüpfen. ___STEADY_PAYWALL___

Um für diese Maßnahme die beste Lösung zu finden, wurde Anfang 2020 ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Ergebnisse des Wettbewerbes werden bis zum Sommer 2020 vorliegen und dienen als Grundlage für die weitere fachliche und kostentechnische Qualifizierung der Maßnahme. Die Bau- und Realisierungskosten belaufen sich derzeit auf ca. 1,3 Millionen Euro.

Huckarder Deusenberg soll nachhaltig als Ort für Freizeit, Erholung und Natur gestärkt werden

Quelle (3): Stadt Dortmund

Mit dem Hof- und Fassadenprogramm als Instrument zur Aufwertung des Siedlungsbildes soll mit den jeweiligen Wohnungseigentümer*innen ein Dialog zustande kommen.

Durch die Instandsetzung der Gebäude sollen die Attraktivität als Wohnstandort und das Image des Stadtteils nachhaltig gesteigert werden. Die dafür eingeplanten Kosten belaufen sich auf 180.000 Euro.

Der Deusenberg in Dortmund-Huckarde ist ein zentraler Baustein des Integrierten Handlungskonzeptes Huckarde-Nord. Zur weiteren Qualifizierung des Deusenbergs, der in Teilen in den eintrittspflichtigen Ausstellungsbereich der Internationalen Gartenausstellung 2027 einbezogen wird, findet ein Werkstattverfahren mit Akteur*innen und Bürger*innen statt.

Dessen Kosten belaufen sich auf rund 20.000 Euro. Damit soll ein Konzept geschaffen werden, das den Deusenberg nachhaltig als Ort für Freizeit, Erholung und Natur stärkt.

Die Antragsstellung für die drei Maßnahmen erfolgt auf Grundlage des im Jahr 2017 beschlossenen Integrierten Handlungskonzeptes Huckarde-Nord.

 

Soziale Stadt Hörde

Stadtteil soll mit Phoenix-Flächen zusammenwachsen:  gemeinsam Entwicklung anvisiert

Phoenix West Quelle Stadt Dortmund

In Hörde geht der Stadtumbau in die letzte Runde: Für die abschließenden Projekte soll jetzt der Förderantrag gestellt werden. Mit der Finanzierung und Umsetzung dieser Projekte wird das Stadterneuerungsprogramm Soziale Stadt – Stadtumbau Hörde abgeschlossen.

Ziel des Programms ist es, neben den großen Entwicklungsprojekten Phoenix-See und Phoenix-West, auch das Zentrum von Hörde zu stärken und aufzuwerten. Hörde und die Phoenix-Flächen sollen zusammenwachsen und sich gemeinsam entwickeln.

Umgestaltung von Faßstraße, Teilstück der Hermannstraße mit der kleinen Wenzelstraße und Keltenstraße 

Zu den Förderanträgen gehört z. B. die Umgestaltung des Stadteingangs an der Faßstraße, für die das Grundkonzept mit dem Wettbewerbsentwurf für den Schulhof Phoenix-Gymnasium schon vorliegt. Der Schulhof wurde 2014 umgestaltet und hat im letzten Jahr einen Preis erhalten.

Das beauftragte Planungsbüro wird den Entwurf gemeinsam mit den späteren Nutzergruppen weiterentwickeln. Der neue Stadteingang soll nicht nur repräsentativ und grün werden, sondern auch eine hohe Aufenthaltsqualität für Jugendliche bekommen.

Am Südende der Faßstraße wird das Teilstück der Hermannstraße bis zur Fußgängerzone zusammen mit der kleinen Wenzelstraße umgestaltet, sobald der Umbau der Faßstraße erfolgt ist. Auch wenn dieses Teilstück der Hermannstraße nicht zur Fußgängerzone gehört, wird es nur noch geringe Verkehrsfunktion haben und kann sehr fußgängerfreundlich umgestaltet werden. Damit wird die Verbindung zwischen der Fußgängerzone im Hörder Zentrum und dem Phoenix-See verbessert.

Im Bereich der östlichen Hermannstraße sind die Bauarbeiten an der Fahrbahn und der Beleuchtung abgeschlossen. Zur Verbesserung der Fußwegeverbindung des Quartiers Bickefeld mit dem Seegebiet soll die winzige Keltenstraße umgestaltet werden. Dabei wird auch der anliegende Spielplatz punktuell ergänzt.

Maßnahmen im Bereich Piepenstockplatz mit benachbarter Bahnfläche, Hörder Neumarkt und Schildplatz

Hochbeete des "Querbeet Hörde" Projektes am Hörder Neumarkt. Fotos: Gerd Wüsthoff

Urban Gardening am Hörder Neumarkt gibt es bereits. Foto: Gerd Wüsthoff

Im Quartier um den Hörder Neumarkt sollen drei Bereiche umgestaltet werden: Der Piepenstockplatz wird zusammen mit einer benachbarten Bahnfläche zu einem grünen Aufenthaltsbereich umgebaut. Zur konkreten Gestaltung wird ein Planungsauftrag vergeben, der eine intensive Bürgerbeteiligung einschließt. Die steile Treppe zum Tunnel soll besser einsehbar und der Zugang benutzerfreundlicher werden.

Der Hörder Neumarkt soll mit dem Ziel der Klimaanpassung umgestaltet werden. Auch hier erfolgt die Planung mit einer intensiven Bürgerbeteiligung. Der dritte Bereich ist der Schildplatz im Übergang zur Hörder Brücke. Hier soll eine gut erkennbare und sichere Fußgängerführung über die Schildstraße entstehen.

Mit den beantragten Fördermitteln sollen darüber hinaus die laufenden Förderprogramme im Gebiet, wie der Hörder Stadtteilfonds zur Unterstützung privaten Engagements für den Stadtteil und das Programm zur Gestaltung privater Gebäude, weitergeführt werden.

 

Stadtteil- und Bildungszentrum Wichlinghofen

Auf dem Grundstück der Wichlinghofer Grundschule soll im Rahmen der Stadterneuerung ein modernes, generationenübergreifendes Stadtteil- und Bildungszentrum entstehen. Der Verwaltungsvorstand schlägt dem Rat der Stadt Dortmund vor, den Grundsatz- und Planungsbeschluss für das Projekt zu fassen. Zur Sicherstellung des Schulbetriebs während der Bauphase soll die Grundschule Loh als Übergangsquartier hergerichtet werden.

Altes Schulgebäude soll abgerissen werden – Neubau mit Turn- und Gymnastikhalle geplant

Planungsdezernent Ludger Wilde. Foto: Leopold Achilles

Viele Jahre haben Engagierte in Wichlinghofen für dieses Projekt geworben, ihren Sachverstand in das Konzept eingebracht und 2018 eigens den Verein „projekt Wichlinghofen – der Bürgerverein e.V.“ gegründet, der das Stadtteilzentrum betreiben soll. Gemeinsam mit dem Amt für Stadterneuerung wurden Ideen für eine lebendige Mitte in Wichlinghofen entwickelt. 

„Das bürgerschaftliche Engagement in Wichlinghofen ist enorm. Ich bin froh, dass wir nun einen wichtigen Meilenstein zur Realisierung des Stadtteil- und Bildungszentrums setzen können und das Projekt immer konkretere Formen annimmt“, so der Dortmunder Planungsdezernent Ludger Wilde.

So soll das vorhandene, sanierungsbedürftige Schulgebäude mit Turnhalle an der Vinklöther Mark abgebrochen und durch einen 1,5-zügigen Neubau mit Turn- und Gymnastikhalle ersetzt werden. In diesem Zusammenhang ergibt sich die Chance, auf dem Grundstück ein modernes Stadtteil- und Bildungszentrum zu errichten, das die verschiedenen Funktionen (Schule mit OGS-Betreuung, Sport und generationenübergreifender Treffpunkt) an einem Standort bündelt, den Bedarf an Stadtteilinfrastruktur deckt und den Ansprüchen ihrer vielfältigen Nutzer*innen gerecht wird.

Einzug in das neue Stadtteil- und Bildungszentrum voraussichtlich frühestens im Sommer 2024 möglich

Quelle: Bürgerverein

Die Außenanlagen mit dem Schulhof und der Stadtteilterrasse sollen zum Verweilen einladen und als Treffpunkte im Freien dienen. Während der Bauphase soll der Schulbetrieb vorübergehend in der Grundschule Loh stattfinden, die zu diesem Zweck hergerichtet werden muss. 

Für die OGS-Betreuung werden zusätzlich Container aufgestellt. Der Umzug in die Grundschule Loh ist für Ende 2021 vorgesehen, so dass Anfang 2022 die Abbrucharbeiten beginnen können. Der Einzug in das neue Stadtteil- und Bildungszentrum wäre dann im Sommer 2024 machbar.

Wichlinghofen ist ein ungewöhnliches Stadterneuerungsgebiet. Vor allem die unzureichende Versorgung des Stadtteils hat dazu geführt, das Stadtteil- und Bildungszentrum zu entwickeln, in dem viele Nutzungen gebündelt werden können. Weitere Informationen zum Bürgerverein Wichlinghofen gibt’s hier.

Gesamtkosten in Höhe von rund 18 Mio. Euro – rund 7 Mio. an Förderung von Bund und Land erwartet

Die Grundschule mit ihrer angrenzenden Turnhalle und die gegenüberliegende Kindertagesstätte „Am Heisterbach“ sind bisher die einzigen öffentlichen Einrichtungen im Ort, wobei die Grundschule aus den 1970er Jahren baulich-technisch sanierungsbedürftig ist und auch räumlich-funktional den Ansprüchen an einen zeitgemäßen Schulunterricht nicht genügt. Nun gibt es die Chance, die Gebäude an heutige Ansprüche anzupassen.

Nach Abschluss des architektonischen Realisierungswettbewerbs in 2018 wurde der 1. Preisträger, HWR Generalplaner GmbH aus Dortmund, mit der Gebäudeplanung beauftragt. Die Projektkosten für das Stadtteil- und Bildungszentrum belaufen sich (ohne Wettbewerb und vorlaufende Studien) auf insgesamt rund 17.663.000 Euro. Zusätzliche Aufwendungen entstehen für die Herrichtung des Ausweichquartiers in der Grundschule Loh in Höhe von rund 658.000 Euro.

Zur Kofinanzierung der Maßnahme soll zum Stadterneuerungsprogramm 2021 ein Förderantrag eingereicht werden. Dies betrifft die förderfähigen Maßnahmenbausteine Abbruch, Freianlagen, Bürgerhaus sowie die Turn- und Gymnastikhalle. Der Neubau der Schule und das Ausweichquartier sind nicht förderfähig. Die erwartete Fördersumme von Land und Bund beträgt insgesamt rund 6.685.000 Euro.

 

Aktives Stadt- und Ortsteilzentrum City: Umbau Kampstraße

Blick auf die Kampstr. Foto: Karsten Wickern

Umbau Kampstraße Die Neugestaltung des Bereichs zwischen den Kirchen St. Petri (Katharinenstraße) und St. Reinoldi (Willy-Brandt-Platz) – Lichtpromenade – wird voraussichtlich von Mitte 2020 bis Ende 2024 durchgeführt.

Dieser Straßenabschnitt bildet mit seinen angrenzenden Plätzen und Übergängen ein Verbindungselement zwischen der nördlichen und der südlichen City und wird als zentraler Aufenthalts- und Erlebnisraum gestaltet.

Die angrenzenden Plätze werden in den gestalterischen Kontext mit einbezogen.

 

Stadtumbau Kielstraße: das „Horrorhaus“ wird abgerissen
Das 18-stöckige „Horrorhaus“ in der Kielstraße soll auf jeden Fall abgerissen werden. Fotos: Alex Völkel

Das 18-stöckige „Horrorhaus“ in der Kielstraße soll voraussichtlich ab Januar 2021 abgerissen werden. Foto: Alex Völkel

Seit dem spätem Frühjahr 2019 sind sämtliche der 102 Eigentumswohnungen des Gebäudes Kielstraße 26 im Eigentum der Stadt Dortmund.

Direkt im Anschluss erfolgte die Entmüllung und Gebäudesicherung.

Die Abbruchplanung läuft seit Dezember 2019 auf Hochtouren. Vorbehaltlich der Förderzusage beginnt der Abriss im Januar 2021.

 

 

 

 

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