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„Konstellationen“: Premiere im Theater Dortmund und spannende Blackbox-Veranstaltung zu Frauenhass im Netz 

Mit der Premiere von „Konstellationen“ liefert Péter Sanyó sein Regiedebüt am Schauspiel Dortmund ab. Das Stück beschäftigt sich mit alternativen Realitäten in einem möglichen Multiversum. Foto: Birgit Hupfeld

Was wäre, wenn wir nach entscheidenden Weggabelungen unseres Lebens die Zeit zurückdrehen könnten? Welche Alternativen hätten wir gehabt? Gibt es mehr als ein Schicksal? Mit Leichtigkeit, Humor und Raffinesse deutet der britische Dramatiker Nick Payne in seinem Stück „Konstellationen“, das Freitag, 31. Januar, im Studio Premiere feiert, das menschliche Drama um Leben, Liebe und Schicksal neu. Anfang Februar wird außerdem die Blackbox-Reihe, die sich ebenfalls im Studio des Schauspiels regelmäßig mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen wie Menschenrechte, Rechtspopulismus, Migration und vielem mehr beschäftigt, fortgesetzt. Zu Gast ist die Journalistin und Autorin Veronika Kracher, die über ihre Recherchen und Erkenntnisse zum spannenden Thema „Incels“ berichten wird – eine extremistisch-frauenfeindliche Online-Subkultur. Der Eintritt zur Blackbox-Veranstaltung ist frei.

Unendlich viele Möglichkeiten: Entscheidungen und alternative Schicksale 

„Konstellationen“ erzählt die Geschichte – oder besser: die Geschichten – von Marianne und Roland in unzähligen Varianten. Sie ist Quantenphysikerin und forscht nach der Existenz paralleler Universen, Roland ist Imker und sieht die Welt mit dem rational-kausalen Blick eines Biologen. 

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Auf einer Grillparty treffen und verlieben sie sich. Schnitt. Nochmal von vorn: Marianne ist Quantenphysikerin, Roland ist Imker. Auch eine Grillparty gibt es – doch diesmal funkt es nicht. Mal wird aus der Beziehung von Marianne und Roland nur ein One-Night-Stand, mal ziehen sie zusammen. Mal geht er fremd, mal sie. Mal trennen sie sich, mal bleiben sie sich treu. 

„Konstellationen“ ist ein Stück für zwei Figuren und Dutzende alternative Schicksale. Und wenn Mariannes quantenphysikalische Forschungen stimmen und wir wirklich in einem Multiversum leben, dann existiert jede Möglichkeit, jede Entscheidung, jeder auch nur irgendwie denkbare Verlauf eines Lebens gleichzeitig. Doch gibt es so etwas wie die ideale Konstellation? 

Gibt es in einem Multiversum die ideale Konstellation?

Péter Sanyó, der zuletzt am Schauspiel Stuttgart die deutschsprachige Erstaufführung von Tanja Šljivars Stück „Vor solchen wie uns haben uns unsere Eltern immer gewarnt“ inszeniert hat, führt erstmals Regie am Schauspiel Dortmund. Frank Genser und als Gast Louisa Stroux spielen Roland und Marianne, für die Musik ist Patrick Christensen alias PC Nackt verantwortlich, der bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten hat und sowohl für internationale Kinofilme wie Theaterproduktionen komponiert hat. 

Für die Premiere am Freitag, 31. Januar, um 20 Uhr gibt es nur noch wenige Restkarten. Die nächsten Termine sind am 9. und 21. Februar. Karten gibt es an der Vorverkaufskasse im Kundencenter auf dem Platz der Alten Synagoge, unter www.theaterdo.de und 0231/50-27222. 

Das Internet als Ventil für den Hass auf sich selbst und andere

Die Journalistin Veronika Kracher beleuchtet Strukturen und Akteure der frauenfeindlichen Online-Gruppierung der sogenannten „Incels“. Foto: Theater Dortmund

Außerdem geht die Die Blackbox-Reihe am Schauspiel Dortmund in die nächste Runde: Die Journalistin und Autorin Veronika Kracher (Jungle World, Konkret) beschäftigt sich seit einem Jahr intensiv mit Incels, einer extremistisch-frauenfeindlichen Online-Subkultur, über die nach den Terroranschlägen von Christchurch oder Halle an der Saale viel zu lesen war. 

In der nächsten Blackbox am kommenden Sonntag, 2. Februar, berichtet Veronika Kracher über ihre Recherchen in der Szene und analysiert die Sprache, Ideologie und Memes der wohl gefährlichsten aller männerbündischen Gruppen. Selbst- als auch Frauenhass bestimmen das komplette Dasein der Incels. Und das Ventil für den Frust bietet das Internet. Die Veranstaltung am Sonntag, 2. Februar, beginnt um 18 Uhr im Studio des Schauspiel Dortmund. Der Eintritt ist frei. 

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Weitere Informationen:

Weitere „Konstellationen“-Vorstellungstermine

FR, 31. JANUAR 2020
SO, 09. FEBRUAR 2020
FR, 21. FEBRUAR 2020
SA, 29. FEBRUAR 2020
MI, 04. MÄRZ 2020
DO, 19. MÄRZ 2020

Einführung jeweils 19.30 Uhr / Beginn jeweils 20 Uhr

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