SÖZ: 500 Menschen demonstrieren

Tanzdemo für sozial-ökologische Themen

Die Demonstration für das Sozial-Ökologische Zentrum startete im Westpark, dann ging’s auf den Wall. Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Dicke Bässe und Partynebel von vier Lautsprecherwagen Freitagabend auf dem Wall. Was auf den ersten Blick wie ein mobiler Rave wirkte, war eine Demonstration des Sozial-Ökologischen Zentrums (SÖZ). Zwei Wochen vor der Bundestagswahl wollte die Initiative die Forderungen nach einer solidarischen Gesellschaft der Vielen in den Mittelpunkt stellen. Zeitweise nahmen etwa 500 Menschen an der Demonstration teil.

Soziale Missstände wurden durch Corona mehr denn je offengelegt

Zwischenkundgebung am Borsigplatz Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Seit einigen Monaten befindet sich die SÖZ-Initiative in Verhandlungen mit der Stadtverwaltung. Geschaffen werden soll ein Raum des Austauschs mit möglichst flachen Hierarchien.

Inzwischen wurde eine ehemalige Schule in Dortmund-Derne als wahrscheinlicher Standort ausgemacht. Das muss allerdings noch durch die Politischen Gremien bestätigt werden. Grüne und CDU haben sich bereits in ihrer Vereinbarung zur Kommunalwahl für die Unterstützung eines SÖZ ausgesprochen.

Um dem Planungsprozess und sozial-ökologischen Themen vor der Bundestagswahl Nachdruck zu verleihen, hatte die Initiative zur „Tanzparade“ aufgerufen. Die Corona-Pandemie habe die sozialen Missstände mehr denn je offengelegt. „Während in den Fleischfabriken und auf den Spargelfeldern Migrant*innen unter den schlimmsten Bedingungen schuften mussten, wurden die Folgen des Kaputtsparens des Gesundheitssektors offensichtlich“, hieß es von den Sprecher*innen auf dem Lautsprecherwagen bei einer Zwischenkundgebung auf dem Borsigplatz. 

Sozial-Ökologisches Zentrum wird vielleicht noch dieses Jahr eröffnet

Karsten Wickern | Nordstadtblogger

Auch der Umgang mit Geflüchteten, Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Feminismus, Queerfeindlichkeit und die Klimakrise wurden thematisiert. Alles Themen zu denen das SÖZ ein Ort zum Austausch und Organisieren werden soll.

„Wir wollen Räume für soziale Bewegungen schaffen, in denen an Utopien und Träumen gewerkelt werden kann“, erklärten die Redner*innen. Sie zeigten sich dabei zuversichtlich, das ein SÖZ noch dieses Jahr seine Türen öffnen könnte.

Auf der Demonstration musste die Versammlungsleitung mehrmals auf das geltende Alkoholverbot hinweisen, die meisten Teilnehmer*innen hielten sich aber daran. Zahlreiche Anwohner*innen zog es während der Demonstration an die Fenster und Türen. Durch das Blaulicht und die bis in die Häuser drückenden Bässe, war sie nicht zu übersehen beziehungsweise zu hören. Die „Tanzparade“ endete nach über vier Stunden auf einem Parkplatz am Dortmunder Hafen.

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