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Stadtrat verabschiedet Resolution zur Karstadt-Kaufhof-Fusion: Für die Beschäftigten und den Erhalt beider Standorte

Der Rat der Stadt Dortmund möchte beide Standorte erhalten und die Arbeitsplätze sichern. Foto: Alex Völkel

Die Fusion der Warenhäuser Kaufhof und Karstadt ist beschlossen. Sie sollen unter dem Dach der „Deutsche Warenhaus Holding“ geführt werden. Die Zukunft der Kaufhäuser ist ungewiss, derzeit besteht bei den Beschäftigten beider Unternehmen große Unsicherheit. Beide Häuser sind wichtiger Bestandteil der attraktiven Einkaufsstadt Dortmund. Zudem schaffen sie Arbeitsplätze, die die Stadt dringend benötigt. Die Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen und Linke/Piraten haben in der letzten Ratssitzung eine Resolution verabschiedet, in der sie ihre Forderungen und Vorstellungen zum Schutz und Erhalt der beiden Wirtschaftsstandorte als auch der damit verbundenen Arbeitsplätze formulieren.

Keine Chance für Spekulanten – Beide Standorte bereichern den Einzelhandel in Dortmund

Die Galeria Kaufhof auf dem Westenhellweg.

In ihrer gemeinsamen Erklärung heißt es, dass die Stadt Dortmund in der Vergangenheit bereits große Schritte auf Karstadt zugegangen sei, um den Standort und die Arbeitsplätze zu sichern. Das damalige Entgegenkommen durch den Verzicht auf Gewerbesteuerzahlungen dürfe nun nicht darin münden, dass Jahre später Arbeitsplätze entfielen, Einkaufsmöglichkeiten verschwänden, Immobilien leer stünden und im Zweifelsfall von Investor zu Investor weiter gereicht würden.

„Dortmund kann zwei Warenhäuser vertragen. Wir wollen mit der Resolution verhindern, dass die Gebäude zu Spekulationsobjekten werden“, so Martina Stackelbeck von den Grünen. Karl Heinz Dingerdissen von der FDP sieht in der Fusion eine „Chance für die Stadt Dortmund“, ihre Attraktivität für den Handel zu steigern.

Der Rat macht klar, dass er an der Seite der Beschäftigten steht. Die Ankündigung der Unternehmen bundesweit 5000 Stellen zu streichen, habe man mit Sorge zur Kenntnis genommen. Man erwarte im weiteren Verlauf der Fusion ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne der ArbeitnehmerInnen von den Führungsspitzen beider Konzerne.

Unternehmen sollen städtebauliche und soziale Verantwortung übernehmen

„Wir unterstützen das Anliegen der Standort- und Beschäftigungssicherung. Betriebsräte müssen in ein zukunftsträchtiges Konzept mit einbezogen werden. Außerdem brauchen wir wieder Tarifverträge“, appelliert Dr. Bernd Tenbesel von den Linken.

Hierfür seien die vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten und eine tarifliche Absicherung zu garantieren. Der Rat der Stadt setzt sich für den Erhalt beider Warenhäuser in Dortmund ein und fordert von den Verantwortlichen ein tragbares Zukunftskonzept. In der Resolution heißt es hierzu: „Beide Häuser bereichern die Dortmunder City und sind wichtiger Bestandteil des Wirtschaftsstandortes Dortmund. Sie sind nicht nur Versorgungszentren vor Ort, sie unterstützen durch ihre Anziehungskraft auch den Einzelhandel in ihrem Umfeld.“

Es dürfe auf keinen Fall auf Kosten der Beschäftigten und des Standortes Dortmund mit Innenstadt-Immobilien in bester Lage spekuliert werden. Aus diesem Grund fordert der Rat, das neue Betriebskonzept der Warenhäuser im engen Schulterschluss mit den Betriebsräten, den Gewerkschaften und der Stadt Dortmund zu erarbeiten.

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Ein Gedanke zu “Stadtrat verabschiedet Resolution zur Karstadt-Kaufhof-Fusion: Für die Beschäftigten und den Erhalt beider Standorte

  1. Grünen-Fraktion (Pressemitteilung) Beitrags Autor

    Unsicherheit nach Fusion von Karstadt und Kaufhof bleibt – GRÜNE erinnern an Ratsbeschluss

    Im September letzten Jahres hatte die geplante Fusion der Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof auch in Dortmund für Verunsicherung gesorgt. Mitarbeiter*innen beider Kaufhäuser bangten um ihre Arbeitsplätze und ihren Tarifvertrag. Mit einer gemeinsamen Resolution hatte sich der Rat der Stadt für die Beschäftigten stark gemacht und ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Mitarbeiter*innen und beide Warenhäuser gefordert.
    Jetzt hat der Kaufhof-Karstadt-Konzern angekündigt, im Zuge der Fusion den Tarifvertrag der Kaufhof-Mitarbeiter*innen aufkündigen zu wollen. Die GRÜNEN wollen deshalb in der nächsten Ratssitzung nachhaken, was aus dem Ratsbeschluss geworden ist.

    Ulrich Langhorst, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Rat:
    „Die Mitarbeiter*innen beider Dortmunder Kaufhäuser warten seit Monaten auf eine Aussage, wie es mit ihrer Beschäftigung weitergeht. Sie brauchen die Zusage, dass ihre Arbeitsplätze und auch eine Tarifbindung erhalten bleiben. Die nötigen Sanierungsmaßnahmen im Karstadt-Kaufhof-Konzern dürfen nicht allein zu Lasten der Beschäftigten gehen. Die Konzernleitung muss jetzt gemeinsam mit den Vertretungen der Beschäftigten, aber auch mit der Stadt Dortmund, an tragfähigen Lösungen für beide Häuser am Westenhellweg arbeiten. Genau das wurde im vergangenen Jahr vom Rat beschlossen.“

    Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt. Der Kaufhof-Karstadt-Konzern hat angekündigt, 70 Millionen Euro bei den Kaufhof-Mitarbeitern einsparen zu wollen. Zudem sollen im Rahmen der Kaufhof-Sanierung bundesweit 2.600 Stellen wegfallen. Was das für die über 100 Beschäftigten von Kaufhof in Dortmund bedeutet, ist bisher nicht absehbar.

    Ulrich Langhorst: „Die Mitarbeiter*innen bei Karstadt haben schon vor Jahren gravierende Einschnitte bei den eigenen Gehältern hingenommen. Auch die Stadt hat mit einem Verzicht auf Gewerbesteuerzahlungen ihr Engagement für den Erhalt von Arbeitsplätzen unter Beweis gestellt. Wir erwarten, dass das fusionierte Unternehmen mit der Stadt jetzt ins Gespräch kommt und darlegt, wie der Plan für den Erhalt der Dortmunder Standorte und die Sicherung der Arbeitsplätze der Karstadt- und Kaufhofmitarbeiter*innen aussieht. Wir werden im Rat nachhaken, was sich seit dem Ratsbeschluss aus September 2018 getan hat, ob die Wirtschaftsförderung mit dem Konzern in Kontakt steht und welche Möglichkeiten die Stadt nutzen kann, um den Beschäftigten eine Perspektive in Dortmund zu erhalten. Auch im Sinne der Stadt.“

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