Nordstadtblogger

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Auszeichnung und Aufforderung für Reinoldus- und Schiller-Gymnasium

Reinoldus- und Schiller-Gymnasium (vorne v.l.: Nils Oskamp, Karola Hügging; o.li. Ralf Stoltze). Fotos: Gerd Wüsthoff

Von Gerd Wüsthoff

„Etwa einen Kilometer von dem Gymnasium (dem Reinoldus- und Schiller-Gymnasium) entfernt befindet sich der sogenannte Nazi-Kiez von Dorstfeld, eine ‚Rudelbehausung bildungsferner Rechtsradikaler‘, aus deren Umfeld viele Nazi-Umtriebe organisiert werden“, beschreibt Nils Oskamp die Nachbarschaft des Gymnasiums. Im Schulzentrum an der Hallerey ist man sich dessen nur zu bewusst und tritt den Nazi-Umtrieben aktiv entgegen.

Die Auszeichnung ist kein Selbstzweck, sondern eine Aufforderung zur tatkräftigen Umsetzung

Schulleiterin des Reinoldus- und Schiller-Gymnasium, Hügging und Oskamp

„Dorstfeld ist unser Stadtteil, hier ist unsere Schule, und wir lassen uns nicht durch die Nazis unser Leben hier verderben oder den Stadtteil entreißen“, sagt Karola Hügging mit Nachdruck bei ihrer Begrüßungsansprache zur Verleihung der Urkunde „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Ralph Stolze, Bezirksbürgermeister Innenstadt-West (SPD), richtete sich mit einem Grußwort an die anwesenden SchülerInnen und Gäste und erinnerte wie Hügging daran, dass die Auszeichnung „kein Selbstzweck, sondern eine Aufforderung zur tatkräftigen Umsetzung ist.“

Stoltze ist zugleich auch Initiator des Bürgerforums „Runder Tisch für Toleranz und Verständigung in Dorstfeld“. Dieser Runde Tisch arbeitet vor allem gegen Rechts und setzt dabei auf positive Aktionen – wie das Demokratiefest im April auf dem Wilhelmsplatz in Dortmund-Dorstfeld.

Schulleiterin: „Mit dieser Auszeichnung beginnt erst die eigentliche Arbeit“

Oskamp mit seiner Graphic-Novel „Drei Steine“.

Die Urkunde und Plakette wurden nach einer Lesung durch den Gast Nils Oskamp aus seiner Graphic-Novel (Comic Buch) – „Drei Steine“ durch Helena Breidt, MIA-DO-KI, an die Schulleitung, Schulleiterin Hügging und ihre Stellvertreterin Miriam Rychter übergeben.

„Mit dieser Auszeichnung beginnt erst die eigentliche Arbeit“, erklärte Hügging im Anschluss und adressierte dies an die anwesenden SchülerInnen, zumeist aus den Oberstufen-Klassen.

Die Graphic-Novel „Drei Steine“ von Nils Oskamp wurde von ihm persönlich durch eine multimediale Lesung präsentiert. Der Comic beschreibt eindrücklich, fast beklemmend, die persönlichen Erfahrungen von Oskamp aus seiner Jugend in den 1980er Jahren an der Wilhelm Busch-Realschule, unweit des RSG in Dortfeld.

Flagge zeigen gegenüber den Nazis in der weltoffenen Hansestadt Dortmund

Applaus gab aus dem Auditorium.

Oskamp, jetzt auch Schulpate des RSG, betonte in seiner Laudatio: „Dorstfeld ist nicht deren (Nazi) Kiez, sondern es ist der Kiez der Bürger und der Jugend von Dorstfeld.“

Helena Breidt (MIA-DO-KI) rief die SchülerInnen in ihrer Laudatio vor Übergabe der Ernennungsurkunde „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf, sich aktiv für die Erhaltung der Vielfalt, „für die Dortmund, als demokratische und weltoffene Hansestadt, seit Jahrhunderten steht“, einzusetzen.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den SchülerInnen des RSG. Hügging erklärte dazu in ihrem Grußwort, dass es wichtig sei „Flagge zu zeigen, und zahlreich an Demokratiefesten, wie im April, zu erscheinen, um den Nazis zu zeigen, dass sie in der Minderheit hier sind.“
Mehr zum Thema auf nordstadtblogger.de:

„Drei Steine“: Illustrierter Roman über die Dortmunder Neonazi-Szene wird in der Steinwache vorgestellt

Die Zeiten, in denen die „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund noch bundesweit Trends setzten, scheinen vorbei

Dortmunder Lektionen: Nils Oskamps illustrierter Roman „Drei Steine“ kommt bundesweit gegen Rechts zum Einsatz

HINTERGRUND: Die Neonazi-Partei „Die Rechte“, der Hass gegen Flüchtlinge und die Sorge vor Rechtsterrorismus

Ausstellung „Drei Steine“ in der Steinwache – Lesungen zum Comic-Roman über rechte Gewalt in Dortmund

HINTERGRUND: Druck auf Aussteiger in Dortmund, Nazis am Ballermann und verurteilte Straftäter im Offenen Vollzug

Dortmunder Zeichner Nils Oskamp auf der German Comic Convention für „Drei Steine“ ausgezeichnet worden

Opferberatungsstellen warnen: Rassistische und rechtsextreme Gewalt erreichen neuen Höchststand

„Melde rechte Gewalt“ in Dortmund: Opferberatung „Back-Up“ präsentiert neue Kampagne und will sensibilisieren

Print Friendly, PDF & Email

Ein Gedanke zu “„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“: Auszeichnung und Aufforderung für Reinoldus- und Schiller-Gymnasium

  1. RSG

    Feel the Rainbow – Schulfest am RSG

    Das Reinoldus- und Schiller-Gymnasium feiert am Freitag, dem 22. Juni ab 14:30 Uhr, seine Vielfalt im Rahmen eines Sommerfestes. Ganz im Sinne des Mottos können Besucher hier Allerlei aus verschiedenen Kulturen mit allen Sinnen aufnehmen. Stände mit internationalen Leckereien und Spiele, kleine Sprachkurse und Vorträge, ein buntes Musikprogramm, ein Spendenlauf und eine eigene Schul-WM lassen Vielfalt mit allen Sinnen „fühlen“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen