Der Neuwagen-Grenzwert liegt bei 95g CO2 - dieser braucht aber nur 35

Premiere des „Nuevo35“: Die Fachhochschule Dortmund präsentiert innovatives Auto-Projekt

Bis zu 60 km/h ermöglicht der Elektroantrieb. Geplant ist er als Hybridfahrzeug, der Verbrennungsmotor wird in Kürze eingebaut.
Bis zu 60 km/h ermöglicht der Elektroantrieb. Geplant ist er als Hybridfahrzeug – der Verbrenner wird in Kürze eingebaut. Foto: FH Dortmund

„Hochmodernes Superauto“, „rekordverdächtig“, „Wunderfahrzeug“: So lauten einige der Reaktionen auf den ersten öffentlichen Rollout des Nuevo35. Das Event auf der Teststrecke „LaSiSe“ in Selm hatten die Studierenden des Projekts am Fachbereich Maschinenbau und des Fachbereichs Design akribisch und mit großem Aufwand vorbereitet. Präzise Präsentationen zu den vielen Teilbereichen des Projekts gebaut. Firmen eingeladen. Ein umfangreiches Programm organisiert: Mitfahrgelegenheiten mit dem Nuevo35, Kartfahren, Aquaplaning-Ausweichübungen, dazu Verpflegung und gekühlte Getränke gegen die Hitze.

„Faszinierende 35“ und „spektakulär niedriger CO2-Ausstoss“

Das Ziel war die mit Spannung erwartete Antwort auf die Frage: Wie kommt das Projekt „GREEN-Gen“, aus dem der Nuevo35 hervorgegangen ist, in der Wirtschaft und der Öffentlichkeit an? „Sehr, sehr gut“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Yves Rosefort. „Von der Industrie kamen ganz klar positive Rückmeldungen. Nicht nur für die technischen Aspekte des Projekts, sondern auch dafür, dass die Studierenden extrem engagiert arbeiten. Dass die Studierenden hier die ganze Theorie, Mechanik und Mathematik praktisch umsetzen können, ist eine Riesenmotivation.“

Kurz und präzise erläuterten die Projektteams ihre Entwicklungsbereiche.
Ddie Projektteams erläuterten ihre Entwicklungsbereiche. Foto: FH Dortmund

Kamerateams von TV-Sendern waren vor Ort und stellten „sehr viele tiefgehende Fragen“, sagte Prof. Rosefort nach dem Event. Hauptgrund dafür dürfte die Bedeutung der Zahl „35“ im Projektnamen sein: Der CO2-Ausstoß des Nuevo35 während seines gesamten Lebenszyklus – Herstellung, geschätzte 400.000 Kilometer Fahrbetrieb und Recycling –, umgerechnet auf jeden gefahrenen Kilometer, erreicht den spektakulär niedrigen Wert von 35 Gramm CO2.

Zum Vergleich: Der Grenzwert für Neuwagen in Deutschland liegt bei 95 Gramm pro Kilometer – und zwar ohne Produktion und Entsorgung.

Ebenso fasziniert zeigten sich die Vertreter:innen der Industrie von der interdisziplinären Entstehungsweise des Prototyps. In zwölf Teams bearbeiteten die Maschinenbau-Studierenden die einzelnen Aspekte des Fahrzeugs wie etwa Fahrwerk und Lenkung, Gasmotorumrüstung, Kühlung, Längsdynamik und mehr. Das Team Projektleitung war fürs Controlling und die Koordination aller Teams zuständig.

Dr. Björn Peters, stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Arbeitgeberverbands, nannte „die „Kreativität der Studierenden und Lehrenden sehr beeindruckend. Jeder, der schon mal in einem großen Projekt mit mehreren Teilteams mitgearbeitet hat, weiß, wie schwierig es ist die Teams zu kombinieren. Das scheint hier wirklich gelungen zu sein. Großes Lob an alle Beteiligten!“

Für das Projekt gibt es Kooperationen auf vielen Ebenen

Prof. Dr. Thomas Straßmann, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau, zählte in seiner Begrüßung die Ebenen der Zusammenarbeit auf: Das Projekt hat nicht nur innerhalb des Fachbereichs die Menschen aus den Studiengängen Maschinenbau und Fahrzeugentwicklung zusammengebracht, sondern auch Erst- und Zweitsemester und ihre unterschiedlichen Kenntnisstände.

Beim Rollout konnten die Anwesenden auch selbst mit dem Nuevo35 eine Runde über die Rennstrecke drehen. Hier nimmt Projektleiter Prof. Dr. Yves Rosefort (r.) seinen Kollegen Prof. Dr. Thomas Straßmann, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau, mit.
Testfahrt:  Projektleiter Prof. Dr. Yves Rosefort (r.) nimmt seinen Kollegen Prof. Dr. Thomas Straßmann mit. Foto: FH Dortmund

„Außerdem haben wir die Bachelorstudierenden mit Teilaufgaben in die Masterausbildung integriert und in Kooperation mit den anderen Ingenieurstudiengängen wie der Elektrotechnik Themen wie zum Beispiel nachhaltige Energiespeicher bearbeitet. Seit Oktober 2019 schließlich führen wir die Welten von Maschinenbau und dem Fachbereich Design zusammen, wo Prof. Martin Middelhauve mit einigen Studierenden die Karosserie für den Nuevo35 entwickelt“, so Straßmann.

Der Nuevo35 ist kein Prototyp eines künftigen Serienfahrzeugs, das den großen Marken der Autobranche Konkurrenz machen könnte. In den Worten des Dekans Prof. Straßmann ist es „eine Plattform, auf der man forschen, entwickeln und Ideen aufbauen kann“.

Ideen, die der gesamten Branche zugutekommen und die Werte voranbringen können, an denen sich der Fachbereich und die gesamte FH Dortmund orientieren: Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Verantwortung und schonendem Umgang mit Ressourcen.

An dem Projekt GREEN-Gen/Nuevo35 sind aktuell rund 80 Studierende des Fachbereichs Maschinenbau und 12 Studierende des Fachbereichs Design beteiligt, außerdem mehrere Lehrende beider Fachbereiche.

 

Print Friendly, PDF & Email

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Google Analytics - Nein Danke! Wir verwenden keine „Datenkraken“! Weitere Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen