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Ordnungsamt verstärkt Präsenz auf dem Nordmarkt: „Wir wollen hier keine No-Go-Area entstehen lassen“

Auf dem Nordmarkt verstärkt das Ordnungsamt  seine Präsenz.

Auf dem Nordmarkt  und im Umfeld verstärkt das Ordnungsamt seine Präsenz.

Jetzt ist Schluss mit lustig! So jedenfalls mutet die neue Präsenz des Ordnungsamtes auf dem Nordmarkt an. In insgesamt zwei Schichten sind seit einer Woche insgesamt 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes verstärkt in der nördlichen Innenstadt Dortmunds sowie rund um den Nordmarkt unterwegs.

Fast alle Ordnungspartner aus den anderen Stadtbezirken abgezogen

Auf dem Nordmarkt verstärkt das Ordnungsamt  seine Präsenz.

Der Bauwagen dient den Ordnungskräften als Anlaufpunkt. Fotos: Alex Völkel

Das Ordnungsamt bündelt (mal wieder) die Kräfte in der Nordstadt, weil die Probleme überhand genommen haben – und von der Stadtspitze wahrgenommen. Denn der warme Juli habe die Probleme potenziert: Mehr Menschen, mehr Müll, mehr Alkoholkonsum, mehr Drogenfunde. „Wir wollen nicht warten, bis es richtig knallt, sondern das wieder in Bahnen lenken“, verdeutlicht Rechtsdezernentin Diane Jägers.

Daher sind nicht die „Rotkäppchen“, die Service- und Präsenzkräfte mit „Jedermann-Rechten“, sondern Ordnungskräfte mit Sanktionsmöglichkeiten hier zusammengezogen worden. Damit sind der größte Teil der Ordnungspartner mit der Polizei in der nördlichen Innenstadt im Einsatz. Davon konnte sich auch Jägers überzeugen, die eine Spätschicht lang ihre Mitarbeiter begleitete. Für sie wurde jetzt auf dem Nordmarkt einen Bauwagen aufgestellt, damit die Einsatzkräfte eine Rückzugsmöglichkeit haben.

Jägers: „Wir geben die Nordstadt nicht preis“

Auf dem Nordmarkt verstärkt das Ordnungsamt seine Präsenz.

Auch in den Abendstunden sind die Ordnungskräfte präsent und ahnden Verstöße direkt.

Sie zeigen deutlich sichtbar Präsenz: Zwischen 10 und 23 Uhr sind sie hier vor Ort, betonte Tobias Marx, Leiter des Nordstadtbüro des Ordnungsamtes. „Natürlich wird es Verdrängungseffekte geben. Aber das haben wir im Blick.“ Doch diese Verdrängung ist gewollt: „Wir geben die Nordstadt nicht preis“, betont Jägers. „Wir wollen hier keine No-Go-Area entstehen lassen.“

Daher gibt es auch keine mündlichen  Verwarnungen mehr: Es werden direkt „Knöllchen“ ausgestellt: Das Rauchen und das Trinken von Alkohol auf dem Spielplatz des Nordmarktes wird mit 35 Euro geahndet. Das Urinieren mit 25 Euro, das Hinwerfen von Kippen und Kronenkorken mit 15 Euro, verdeutlicht Ordnungsamtsmitarbeiter Christian Hosang. Allerdings nur beim ersten Verstoß – danach werde es teurer, ergänzt Sandra Lange.

Befristete Aktion in der Nordstadt – Erfolg bleibt abzuwarten

Auf 2,5 Monate ist die Aktion angelegt. Die Reaktionen darauf sind geteilt: Während die Delinquenten die Ordnungskräfte teils heftig beschimpften, gab es von Anwohnern und Passanten Lob. Wie es weiter geht und wie nachhaltig die Aktion ist, wird sich zeigen.

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6 Gedanken über “Ordnungsamt verstärkt Präsenz auf dem Nordmarkt: „Wir wollen hier keine No-Go-Area entstehen lassen“

  1. Emil

    “Doch diese Verdrängung ist gewollt: „Wir geben die Nordstadt nicht preis“ dümmer geht es doch wohl kaum oder? Da will man leuten die eh nix haben mir geldstrafen beikommen? Und dann auch noch selbst eingestehen das die dadurch entstehende verdrängung gewollt ist, klingt für mich mehr als peinlich und unüberlegt. Wo geht es denn dann als nächstes für die menschen hin? Richtung Borsigplatz? Richtung Eving? Sicher nicht Richtung Innenstadt…

    Momentan macht Dortmund den anschein das es wieder zurück geht hin zu vor 7 Jahren. Das einzig Sinnvolle dabei wäre dann die wieder Eröffnung des Strassenstrichs damit die Damen und Herren nicht mehr um den Nordmarkt herum stehen müßen und ihre geschäfte in den umliegenden Wohnungen oder Autos verrichten sondern wieder in dafür vorgesehenen Boxen.

  2. Pressestelle Stadt Dortmund

    132 Kontrollen führten zu 52 Ordnungswiedrigkeiten- und sieben Strafverfahren

    Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund hat erneut einen Schwerpunkteinsatz im Bereich der Dortmunder Nordstadt durchgeführt. Hierzu wurden die Dienstzeiten auch auf die späten Abend- und Nachtstunden ausgeweitet.

    Das Hauptaugenmerk galt diesmal störenden Personengruppen, insbesondere im näheren Umfeld des Nordmarktes. Darüber hinaus wurde aber erneut auch gegen die Ausübung der Straßenprostitution und den damit verbundenen Freiersuchverkehr konsequent eingeschritten.

    Im Verlauf des Einsatzes wurden an einem Tag bzw. einem Abend insgesamt 132 Personen kontrolliert und gegen 79 Personen ein Platzverweis zur Verhinderung weiterer Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen. Im Nachgang werden nun 52 Ordnungswidrigkeitenverfahren (OWi) aufgrund verschiedenster Verstöße (insbesondere Alkohol- oder Nikotinverzehr auf Kinderspielplätzen, Wegwerfen von Abfall in der Öffentlichkeit, Ausübung der Prostitution, Kontaktaufnahme zu Prostituierten) eingeleitet.

    Aufgrund des beharrlichen Ausübens der Prostitution wird darüber hinaus gegen sieben Prostituierte ein Strafverfahren eingeleitet.

    Das Ordnungsamt wird auch in den nächsten Wochen gleichgelagerte Einsätze, auch mit zivil gekleideten Mitarbeitern, durchführen.

  3. Friedrich-Wilhelm Weber für die CDU-Fraktion

    „Dezernentin Jägers ist durchsetzungsstark und erfinderisch“

    Erneut hat das Ordnungsamt am Wochenende in der Dortmunder Nordstadt umfangreiche Kontrollen durchgeführt, 79 Platzverweise wurden ausgesprochen. Dabei konnten die Ordnungsamtsmitarbeiter u. a. gegen Prostitution und Alkoholkonsum auf Kinderspielplätzen vorgehen. Die CDU-Fraktion ist überaus zufrieden mit der bisherigen Arbeit der Ordnungsdezernentin Diane Jägers und den von ihr angewendeten Methoden zur Verbesserung der Situation des Dortmunder Nordens.

    Der ordnungspolitische Sprecher der CDU, Friedrich-Wilhelm Weber, lobt ausdrücklich, dass die Dezernentin keine Überlegungen und Maßnahmen scheut, der Kriminalität im Norden keinen Raum zu geben.

    „Der Dortmunder Norden ist nach wie vor Anziehungspunkt für Prostitution und Drogenhandel. Darüber hinaus muss sich der Stadtteil durch den enormen Zuzug von Bulgaren und Rumänen auch mit großen kulturellen Problemen auseinander setzen. Viele Bürger, die dort seit ihrer Kindheit leben, fühlen sich oft von der Verwaltung im Stich gelassen. Das strikte und durchgreifungsstarke Vorgehen von Ordnungsdezernentin Jägers ist sehr beachtlich. Denn Jägers zeigt nicht nur mit Ihrem Vorgehen, dass sie dem kriminellen Treiben dort keinen Raum lassen will und die Verantwortung für diesen Stadtbezirk nicht aufgegeben hat. Sie zeigt darüber hinaus auch, dass sie mutig genug ist, die Kontrollen, die am späten Freitagabend stattgefunden haben, persönlich zu begleiten. Denn so konnte sie sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen.“

    Besonders ideenreich und erfolgversprechend findet Weber die Maßnahme, dass auf dem Nordmarkt ein Baucontainer installiert wurde, als Stützpunkt für die Ordnungsdienste.

    „Der Nordmarkt ist nach wie vor Treffpunkt von Alkohol konsumierenden Menschen und Menschen aus Südosteuropa. In der Vergangenheit stellte sich die Situation oft so dar, dass Bürger den Platz großräumig mieden und dadurch der eigentliche Sinn eines Platzes in einem Stadtteil verloren ging. Eine permanente Präsenz von Ordnungspersonal auf dem Platz ist ein guter und richtiger Schritt, um permanent zu signalisieren „Man ist vor Ort und man schaut hin“. Nicht nur, dass sich jedwede Szenebildung dadurch abgeschreckt fühlt, auch die Kontaktaufnahme zu Prostituierten rund um den Nordmarkt wird so enorm erschwert. Das ist ein guter und richtiger Schritt und zeigt, dass die Verwaltung alles daran setzt, den Norden lebenswert zu erhalten “, so Weber abschließend.

  4. Asienfreak

    Ich stimme voll und ganz dem Schreiber “ Emil “ vom 07.09.2014 zu. In verschiedenen Foren wird umfassend über die Situation in Dortmund diskutiert. Alle sind sich einig, dass zur Entschärfung der jetzigen Situation, ein Platz geschaffen werden muss, um den Sexarbeiterinnen und deren Umfeld ein besseres Arbeiten zu ermöglichen. Übrigens: die Stadt Dortmund wurde vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (http://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-gelsenkirchen-urteil-16-k-2082-11-prostituierte-dortmund-strassenstrich/ Urteil vom 21.03.2013 – AZ: 16 K 2082/11 , wo eine Sexarbeiterin gegen die Stadt geklagt hatte, aufgefordert eine derartige Arbeitsstätte zu schaffen. Dies ist jetzt ca. 1,5 Jahre her und nichts rührt sich. Es ist uns allen bewusst (aus verschiedenen Foren mit ca. 100.000 Mitgliedern), dass dies nur ein Schritt ist, aber es ist ein sinnvoller Anfang. Wir denken, dass sich damit vieles für die Anwohner verbessern könnte. Dazu zählt an oberster Stelle der Lärm – durch die Autos, der Müll – verursucht durch Frauen und Freier, einige dunkle Gestalten ziehen sich aus der Nordstadt zurück – da die Einnahmequellen ja auf einem geschützten Platz tätig sind. Weitere Vorteile wären, dass die Ordnungskräfte, einen zentralen Punkt haben und für Recht, Sicherheit (für die Frauen) und Ordnung sorgen können. Am wichtigsten erscheint uns aber, der gezielte Einsatz von Hilfsorganisationen auf diesem Platz. Was auch wieder viele nicht wissen und die Politiker der Stadt Dortmund verschweigen ist, dass z.B. Organisationen wie “ Kober “ , die sich in der Vergangenheit um die Prostituierten und ihre Probleme gekümmert haben, keine finanziellen Mittel mehr erhalten. Sonst hatte diese Beispielorganisation, auf dem früheren Verrichtungsgelände (Hinter Hornbach) eine Anlaufstelle und auch in der Nordstadt direkt. Diese kann nun nicht mehr oder nur teilweise finanziert werden(http://www.radio912.de/infos/dortmund/nachrichten/art749,740378 oder besser hier http://www.derwesten.de/politik/dortmund-streicht-hilfe-fuer-strassen-prostituierte-id8812506.html).
    Das Problem was doch existiert, ist von der Stadt hervor gerufen worden. Jetzt haben die Politiker aber nicht den Anstand, einen grossen Fehler zuzugeben. Im Gegenteil, es wird versucht mit Repressalien auf sich aufmerksam zu machen. Dadurch wird überhaupt nichts erreicht. Im Gegenteil, die Situation wird sich wie der Schreiber “ Emil “ richtig schrieb, auf andere Stadtgebiete ausweiten. Wo sollen die Leute auch hin, wenn ihnen die Ausübung einiger Tätigkeiten verboten wird. Die Politiker sollten sich an ihre Kindheit erinnern, wenn die Eltern gesagt haben „…das darfst Du nicht…“, was haben sie getan? Es trotzdem versucht bzw. getätigt. Wir stellen uns immer wieder die Frage, warum die Stadt so engstirnig und eigentlich orientierungslos etwas versucht, was nie funktionieren kann ?!?! Warum nicht über den Tellerrand schauen, z.B. nach Essen zum Kirmesplatz (Verrichtungsplatz an der 224) oder dem Schweizer Modell folgen. Nein , dann müssten die Damen und Herren ja Fehler eingestehen. Klar ist uns aber allen auch, dass dies wie o.g. nur ein Schritt ist, der aber sehr wichtig und richtig ist. Alles andere geht in die Hose. Übrigens: verehrte Stadtväter, ihre getarnten Aktionen, wo sie Lockvögel einsetzen: erstens wird darüber richtig gelacht und zweitens, wird auf sie eine Klagewelle auf sie zurollen, da sie ja direkt die Freier zu einer Straftat anregen und drittens sie indirekt als Zuhälter auftreten. Also ich hätte mich am Freitag, über so etwas gefreut und mein Anwalt auch. Wir wissen, sie denken wir haben nicht die finanziellen Mittel und es verläuft sich dann im Sand. Das ist ein Fehlglaube, da die Bereitschaft der User der Foren durchaus bereit den Kläger gegen sie zu unterstützen und das mit nicht unerheblichen Mitteln.
    Das letzte: wir haben vollstes Verständnis für die Situation der Anwohner. Bitte fragen sie aber einmal ihre Stadtväter, warum sie ihre Hausaufgaben, die z.B. durch das Verwaltungsgericht aufgegeben wurden, nicht tätigt. Fragen sie dieses einmal…

  5. Rasputin

    Wir hatten einen legalen Platz mit Verrichtungsboxen und Betreuung von der Beratungsstelle Kober.
    Das „Dortmunder Modell“ galt als vorbildlich.Delegationen aus dem Ausland sind gekommen um sich diesen Platz anzusehen.
    Die HBS wurde doch nur verboten um die Menschen,die aus Osteuropa in die Nordstadt kamen und immer noch kommen zu vertreiben.Doch dieser Plan ging nicht auf.
    Es kam,wie wir vorrausgesagt haben.Das Gewerbe wurde in die Illegalität verdrängt.Probleme in der Nordstadt wie Freiersuchverkehr,Prostitution im Wohngebiet,Belästigung unbeteidigter Frauen durch kontaktsuchende Freier,Verrichtung im Auto oder Wohnungen sind hausgemacht.Die jetzt stark eingeschränkte Sicherheitslage der Damen wurde billigend in Kauf genommen.
    Inzwischen haben wir längst ein von einen früher auf der HBS arbeitenden Damen erkämpftes Gerichtsurteil vom Gelsenkirchener Verwaltungsgericht,das besagt,daß es unzulässig ist ein gesamtes Stadtgebiet komplett zum Sperrbezirk zu erklären.Prostitution ist ein legales Dienstleistungsgewerbe und braucht auch einen Ort,an dem es legal stattfinden kann.
    Die Stadt Dortmund hat Berufung gegen dieses Gerichtsurteil eingelegt und wir warten bereits ca. 1,5 Jahre darauf,daß endlich entschieden wir,ob eine solche Berufung überhaupt zulässig ist.
    Anstatt nach einem neuen geeigneten Platz zu suchen,andem das Gewerbe wieder legal und kontrollierbar (mit Verrichtungsboxen) existieren kann,werden lieber Steuergelder verschwendet für ein Katz- und Mausspiel in der Nordstadt.Der Beratungsstelle Kober,die sich noch um die Frauen gekümmert hatte,wurde die finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Dortmund gestrichen.
    Die ersatzlose Schließung der HBS war ein großer Fehler,den einige Lokalpolitiker nicht eingestehen wollen.Sie setzen lieber weiterhin auf ihre Verzögerungstaktik und versuchen die Lage in der Nordstadt schönzureden.
    Durch die massiven Kontrollen am Nordmarkt wird sich die Lage nicht nachhaltig ändern.Höchstens erreicht man damit eine Verdrängung nach anderen Straßen.

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