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Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Frauenverbände: Einiges ist geschafft, vieles ist noch zu tun

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Frauenverbände mit (v.l.) Ursula Winterberg, Justine Grollmann, Gerlinde Mowwe und Antje Griesbach. Fotos: Susanne Schulte

Von Susanne Schulte

Bevor der Neujahrsempfang offiziell begann, war schon das erreicht, was Sinn und Zweck der Veranstaltung war: Alle Gäste unterhielten sich angeregt, an keinem der vielen Tische gab’s Gesprächspausen. Bei Sekt und Selters redeten die Frauen, darunter Bürgermeisterin Birgit Jörder,  die Dezernentinnen Zörner und Schneckenburger sowie die Landtagsabgeordnete Anja Butschkau – mit ihren Sitznachbarinnen, ob sie sich vorher kannten oder nicht. 

35 Verbände, ein Ziel: die Gleichberechtigung der Frauen zu erreichen

Auch die Frauenverbände in Dortmund gedachten der verstorbenen AWO-Vorsitzenden Gerda Kieninger. Foto:

Das war ganz im Sinne von Justine Grollmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Frauenverbände. Sie hatte mit ihren Vorstandskolleginnen kein Programm organisiert. „Heute wollen wir uns selber feiern“, sagte sie in ihrer kurzen Begrüßungsrede im Westfälischen Industrieklub am Sonntagmorgen. 

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Zuerst jedoch gedachte die Festgesellschaft Gerda Kieninger, der langjährigen Vorsitzenden der AWO, die unerwartet vor nicht ganz zwei Wochen gestorben war. „Sie war eine von uns und immer da, wenn Frauen etwas gemeinsam machten“, sagte Grollmann.

35 Verbände sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft, die schon seit 1905 in Dortmund existiert, weitere drei haben die Mitgliedschaft beantragt. Es sind Verbände unterschiedlicher Ausrichtung, die sich zusammengefunden haben, wie Africa positive und der Zonta Club, der Sozialdienst katholischer Frauen und der Juristinnenbund, das Unternehmerinnennetzwerk Donna und das Netzwerk Haushalt, Parteien und Sozialverbände. 

Am 26. März geht’s nach Düsseldorf, wenn das Paritätsgesetzt beraten wird

Landtagssitzung in Düsseldorf

Am 26. März, wenn über das Paritätsgesetz debattiert wird, geht es in den Landtag nach Düsseldorf.  Foto: Alex Völkel

Sie alle wollen mitreden und mitgestalten. In der Europäischen Union, so Grollmann, seien von neun Millionen Führungspositionen mittlerweile drei Millionen von Frauen besetzt. Das sei ein Grund zum Feiern, aber kein Grund zum Ausruhen.

Und ausruhen wollen die Frauen sich auch nicht. Die nächsten großen Veranstaltungen sind zu planen: der Internationale Frauentag am 8. März, der Equal Pay Day am 17. März und die Fahrt zum Landtag am 26. März, wenn dort das Paritätsgesetz beraten wird, ein Entwurf von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. 

Das Paritätsgesetz, so es verabschiedet wird, schreibt den Parteien dann vor, für alle Listen zur Landtagswahl die Frauen gleichberechtigt zu berücksichtigen. Anders scheint das nichts zu werden.

Viel Anerkennung für Dortmunds Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann

Maresa Feldmann (l.) hat in ihrer Position als Gleichstellungsbeauftragte schon viel erreicht.

Dass in Dortmund in den vergangenen Jahren die Gleichberechtigung nicht nur Diskussionsthema war, sei vor allem Maresa Feldmanns Verdienst, sagte Gabi Kolle in ihrer Laudatio für die Dortmunder Gleichstellungsbeauftragte.

Sie habe die geschlechtergerechte Sprache in der Stadtverwaltung zum Alltag gemacht, habe viele Veranstaltungen angeregt, auf denen Frauen sich kennenlernen konnten und können. 

Die Lunchbox, ein Mittagessen mit Impulsreferat, gehöre genauso dazu wie der Debattierclub und der Ladies Talk. Eine Herzenangelegenheit sei Feldmann die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. „Sie hat die Sache der Frau weit vorangetrieben.“ Sie sei ein Organisationstalent und eine „Ideenschleuder“, wie ihr Team von ihr sage. Seit zwei, drei Jahren wehe der Fachfrau ein schärferer Wind entgegen. „Feminismus wird wieder ein Schimpfwort.“ Doch sie lasse in ihrer Leidenschaft nicht nach. „Marisa Feldmann brennt für die Gleichstellung.“

Viel Arbeit, viel Ehre: Frauen wissen zu schätzen, was andere für sie tun

Jane Franklin und Freunde sorgten für die musikalische Untermalung des Empfangs.

Nach dieser für Gäste wie der so Gelobten überraschenden Rede ging es weiter mit Auszeichnungen. Getreu den Eingangsworten von Grollmann, man wolle sich selbst feiern, erhielt Antje Griesbach einen Blumenstrauß.

„Sie tut mehr als anderen im Vorstand für die Arbeitsgemeinschaft“, so die Vorsitzende. Diese bekam dann gleich den vierten und letzten Blumenstrauß überreicht mit den Worten, sie sei „ungewöhnlich und außergewöhnlich“ in ihrem Amt. Dass mit dieser Wertung die Note „gut“ verbunden war, versteht sich von selbst.

Gut war auch der Auftritt von Jane Franklin und ihren musikalischen Begleitern Buck Wolters und Rico Camarillo. Die bekannte Jazzsängerin unterhielt ihr Publikum mit Liedern wie „How deep is your love“ und „You’ve got a friend“. Das Trio, so kündigte die Künstlerin selbst an, nennt sich die Fränklins. Schöne Töne zu einem gelungenen Jahresauftakt.

 

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