
Seit 20 Jahren unterstützt die Stadt Dortmund Menschen, die lange ohne Arbeit waren, auf ihrem Weg zurück in Beschäftigung. Das Sozialamt richtete dafür am 1. Januar 2006 die Fachstelle für Beschäftigungsförderung ein.
Einsatzorte von der Kita-Küche bis zur Grünflächenpflege
Die Fachstelle bietet Menschen nach eigener Darstellung neue Chancen und hilft ihnen dabei, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Dabei gehe es nicht nur um den nächsten Schritt in Richtung Arbeit, auch soziale Teilhabe und persönliche Stabilisierung spielten eine wichtige Rolle. Die 54 Mitarbeitenden der Fachstelle nutzen verschiedene Förderangebote des Bundes, wodurch Menschen zeitlich befristet im Stadtkonzern mitarbeiten und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Sie reichen von Tätigkeiten in Büros über Wirtschaftsküchen in Kindertageseinrichtungen und Service an Schulen bis zur Pflege städtischer Grünflächen. Diese Bandbreite soll es ermöglichen, individuelle Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmenden zu berücksichtigen. Gleichzeitig können die Menschen einen geregelten Arbeitsalltag erleben, neue Erfahrungen sammeln und ihre Beschäftigungsfähigkeit stärken.
„Es ist in der kommunalen Landschaft nicht selbstverständlich, dass eine Stadt schon seit so vielen Jahren zur Stabilisierung von langzeitarbeitslosen Menschen eigene Ressourcen bereitstellt“, sagt Sozialdezernentin Frauke Füsers.
Der Leiter des Sozialamtes, Michael Gonas, ergänzt: „Umso mehr freue ich mich, dass dieser wichtige Bereich ein Teil des Sozialamtes ist. Er wird auch zukünftig dazu beitragen, Dortmunderinnen und Dortmundern echte Teilhabemöglichkeiten zu bieten.“
750 Plätze im Stadtkonzern, rund 850 Besuche pro Jahr
Aktuell stehen im Stadtkonzern rund 750 Plätze für geförderte Beschäftigung zur Verfügung. Rund 340 Mitarbeitende begleiten die Teilnehmenden an ihren Einsatzorten, unterstützen bei der täglichen Arbeit und stehen auch bei persönlichen oder beruflichen Fragen zur Seite.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Begleitung vor Ort: Sozialpädagog*innen besuchen die Einsatzstellen regelmäßig und sprechen mit Teilnehmenden sowie Verantwortlichen. Im Durchschnitt kommen dabei rund 850 Besuche pro Jahr zusammen. So soll die Fachstelle früh erkennen können, wenn Unterstützung nötig ist, um gemeinsam mit den Beteiligten nach Lösungen zu suchen.
Individuelle Wege: Stabilisierung, Arbeit oder Ausbildung
Bereichsleiterin Regina Mack hebt vor allem die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten hervor: „Dadurch kann die Fachstelle stärker auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Menschen eingehen. Für manche steht zunächst die Stabilisierung im Mittelpunkt. Andere können den nächsten Schritt direkt in Richtung Arbeit oder Ausbildung gehen. Auch geförderte Beschäftigung kann dabei ein wichtiger Zwischenschritt sein.“

Auch die Stadt Dortmund selbst profitiert von dem Angebot: Seit 2024 hat sie nach eigenen Angaben 53 Menschen, die zuvor an einer geförderten Beschäftigung teilgenommen hatten, dauerhaft eingestellt. Sie arbeiten unter anderem an Schulen sowie beim Grünflächenamt und beim Sozialamt.
„Solche Übergänge zeigen, wie sinnvoll die Förderung wirkt. Die neuen Kolleginnen und Kollegen bringen ihre Fähigkeiten im Arbeitsalltag ein und erschließen sich neue berufliche Perspektiven. Gleichzeitig gewinnt die Stadt engagierte Mitarbeitende“, so Füsers.
Rund 2.400 Menschen seit 2022 erreicht – mehr als 1.000 Einstellungsgespräche pro Jahr
Für die Zeit seit der Gründung der Fachstelle 2006 liegen die vollständigen Daten nach Angaben der Stadt wegen einer Umstellung auf ein anderes Fachverfahren vor vier Jahren nicht mehr durchgehend in auswertbarer Form vor. Zuverlässig auswertbare Zahlen gibt es deshalb erst ab Juli 2022. Seitdem haben rund 2.400 Menschen an 28 verschiedenen Arbeitsgelegenheiten teilgenommen, weitere 709 Menschen erhielten einen befristeten Arbeitsvertrag nach § 16i SGB II. Rund 280 Menschen schafften anschließend den nächsten Schritt in Ausbildung oder Arbeit, darunter auch geförderte Stellen.
Auch die Zahlen der vergangenen Jahre verdeutlichten den Bedarf an den Angeboten der Fachstelle, so die Stadt: Für die 750 Plätze führe die Verwaltung im Durchschnitt mehr als 1.080 Einstellungsgespräche pro Jahr, rund 680 Menschen begännen jedes Jahr eine geförderte Beschäftigung.
Die konkreten Zahlen hingen unter anderem von den unterschiedlichen Laufzeiten der Maßnahmen und den verfügbaren Fördermitteln des Bundes ab. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen. Die Fachstelle wolle deshalb für jede Person einen passenden Einsatz finden.
Beschäftigung als Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe
Seit 20 Jahren verbindet die Fachstelle Beschäftigung mit persönlicher Unterstützung. Sie soll Menschen die Möglichkeit geben, wieder aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen, Erfahrungen zu sammeln und neue Kontakte zu knüpfen – ein zentrales Ziel von Sozialamt und Sozialdezernat, wonach alle Menschen in Dortmund selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können sollen. Viele Einsatzstellen im Stadtkonzern bieten dafür laut Stadt gute Bedingungen; durch die enge Begleitung sollen zugleich Chancen auf weitere Schritte in Ausbildung oder Arbeit entstehen.

