
Der Dortmunder Kunstmäzen Horst Zölffel ist im Alter von 96 Jahren in Wetzlar gestorben. Mit ihm verliert Dortmund einen Mann, der der Stadt über Jahrzehnte hinweg mit großer Verbundenheit verbunden blieb – als Kunstliebhaber, als Förderer und als eine der prägenden Figuren rund um das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund.
Ein Vermächtnis für die verstorbene Ehefrau
1998 gehörte Zölffel zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung für das MKK, die auf Initiative der Dortmunder Museumsgesellschaft e.V., der Dortmunder Stadtwerke und der damaligen Stadtsparkasse Dortmund entstand. Als gemeinnützige, selbstständige Stiftung unterstützt sie bis heute die Forschung am Museum, fördert wissenschaftliche Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit und ermöglicht die Zuwendung von Kunst- und Kulturgegenständen. Ihr Kapital beträgt mittlerweile knapp zwei Millionen Euro.
Besonders am Herzen lag Zölffel die Erfüllung eines letzten Wunsches: Seine 1997 verstorbene Frau Ilse Winternheimer-Zölffel, langjährige Dortmunder Rechtsanwältin und Notarin, hatte der bildenden Kunst zeitlebens einen hohen Stellenwert eingeräumt. In ihrem Namen richtete er eine Zustiftung unter dem Dach der Stiftung für das MKK ein – mehr als 20 Kunstobjekte, darunter Gemälde und Skulpturen namhafter Künstler*innen, gelangten auf diesem Weg in den Besitz des Museums. Weitere Ankäufe aus ihrem Vermögen erreichten einen mittleren sechsstelligen Wert.
Mit Gespür für Gemälde mit historischem Gewicht

Auch aus seinem eigenen Vermögen gab Zölffel immer wieder an das MKK weiter. 2008 stiftete er ein Aktienpaket im Wert von 212.000 Euro – passend zu einem doppelten Jubiläumsjahr, in dem die Stadt das 125-jährige Bestehen des Museums, das 100-jährige Bestehen der Museumsgesellschaft und das zehnjährige Bestehen der Stiftung feierte. Schon zuvor hatte er angekündigt, Wertpapiere und Kunstgegenstände aus seinem Besitz für das Museum bereitzustellen.
Bei der Auswahl neuer Werke verließ er sich auf die Expertise der Museumsmitarbeitenden, mischte sich aber mit sichtlicher Freude selbst in die Entscheidungen ein. Mehrfach begleitete er das Museumsteam zur international renommierten Kunstmesse TEFAF nach Maastricht, wo alljährlich Werke von höchster Qualität gehandelt werden.
Sein Interesse galt dabei vor allem Gemälden, die neben ihrer ästhetischen Qualität auch historische und politische Bezüge tragen – Werken also, die etwas erzählen. Ein Beispiel ist das Gemälde „Die Familie des königlich preußischen Geheimrates Felix Du Bois-Reymond“ von Louise Henry (1798–1839). Aus seinen eigenen Mitteln und aus der Stiftung im Namen seiner Frau finanzierte er zudem den Erwerb eines Frauenporträts von Anselm Feuerbach sowie eines Gemäldes von Max Slevogt bei der Versteigerung der Sammlung Schäfer in Schweinfurt.
Auch die eigene Sammlung fand ihren Weg ins Museum
Die Liebe zur bildenden Kunst war für Zölffel untrennbar mit der persönlichen Freude am Museumsbesuch verbunden. Im MKK fand der gelernte Techniker einen Ort geistiger und sinnlicher Anregung – so sehr, dass er am Ende auch seine eigene, kleine Sammlung hochwertiger Tierbronzen dem Haus überließ: ein Fohlen und ein junger Elefant von Renée Sintenis, dazu ein Milan und ein Pelikan von Gerhard Marcks.
Besonders eng verbunden blieb er dem kleinen Elefanten von Renée Sintenis. Noch Jahre nach dessen Übergabe ans Museum brachte er die Steinplatte nach, auf der die Figur zuvor bei ihm zu Hause gestanden hatte – sie sei diese Platte schließlich „gewohnt“, bemerkte er dazu augenzwinkernd.
Bis zuletzt war er an der Zukunft des MKK interessiert

Neben Geld und Kunstwerken brachte Zölffel sich auch persönlich in die Stiftungsarbeit ein: Von der Gründung 1998 bis 2014 gehörte er dem Vorstand an, ehe er sich altersbedingt zurückzog. Die Entwicklung des MKK und „seiner“ Stiftung verfolgte er von da an dennoch weiter, so gut es ihm möglich war.
Museen und Ausstellungen zu besuchen, blieb ihm bis ins hohe Alter wichtig. Erst in seinen letzten Lebensjahren verließ er Dortmund und zog in die Nähe seiner Tochter und deren Familie nach Wetzlar. Dort ist er nun, am 25. Juli 2026, gestorben.
Mit Horst Zölffel verliert Dortmund einen großzügigen Förderer, einen engagierten Stifter – und einen Menschen, dessen Verbundenheit mit dem MKK über Jahrzehnte hinweg deutliche Spuren in der Dortmunder Museumslandschaft hinterlassen hat.

