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Kurze Wege statt lange Anfahrt: Genossenschaft setzt sich für mehr regional produzierte Nahrungsmittel in Dortmund ein

Die 16 Gründungsmitglieder von „Lokalgenuss eG“ freuen sich auf die kommenden Aufgaben. Foto: Lokalgenuss eG

Blaubeeren aus Spanien, Äpfel aus Österreich, Kirschen aus der Türkei – viele unserer Lebensmittel haben eine lange Anreise zum Supermarkt. Das müsste nicht sein. Das gilt besonders für Nahrungsmittel, die in der Region angebaut werden könnten. Solche Nahrungsmittel findet man auf den Feldern von lokalen Landwirten. Die neugegründete Genossenschaft „Lokalgenuss eG“ setzt sich in Dortmund dafür ein, diese Produkte regional zu vermarkten.

Genossenschaft bietet Erzeuger*innen und Verbraucher*innen eine Schnittstelle

„Die lokale Vermarktung ist für viele Landwirte und Landwirtinnen zu aufwändig und der klassische Lebensmittelhandel ist mittlerweile zu groß für regionalen Handel“, erklärt Vorstandsmitglied Stefan Schlepütz. Solche Produkte lägen aber genau im Zeitgeist. Jeder zweite bevorzuge zudem regionale Erzeugnisse. Die Frage sei nun, wie man die Erzeuger*innen von Lebensmittel und Verbraucher*innen zusammenführen könne, ohne sich an irgendwelche Supermärkte wenden zu müssen.

Diese Aufgabe will „Lokalgenuss eG“ übernehmen. Sie sammeln und lagern die Produkte an einem zentralen Ort. Zusätzlich aufbereiten sie die Lebensmittel und kümmern sich um den Verkauf dieser. Dabei wird streng darauf geachtet, dass ausschließlich Erzeugnisse von Landwirt*innen aus der Region verkauft werden. Bei der angepeilten Region handelt es sich um Dortmund und Städte der unmittelbaren Umgebung.

Für das Projekt sollen bis 2023 mindestens zehn Verkaufsstellen eingerichtet werden. Dazu bilden bereits bestehende Hofläden in Dortmund die Grundlage. Verkauft werden sollen dann über 300 regional und nachhaltig produzierte Lebensmittel.

Wichtiger Beitrag der Dortmunder Landwirte zum Umwelt- und Klimaschutz

In Grevel werden alte Tomatensorten angebaut und verkauft.

Bio-Produkte liegen voll im Trend.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ spielt eine große Rolle bei diesem Projekt. Die Gemeinschaft will einen Beitrag zur Biodiversität und dem Klimaschutz tun. Die Dortmunder Landwirtschaft soll dadurch nachhaltiger gestaltet werden.

Bio-Erzeugnisse werden für den Verkauf  klar gekennzeichnet. Man muss aber nicht Bio-Landwirt*in sein um mitmachen zu können: „Auch konventionell wirtschaftende Landwirte sind eingeladen, in der Genossenschaft mitzuwirken“, versichert Thomas Quittek vom BUND.

Wichtig sei nur, dass auf den Gebrauch des Pestizids Glyphosat verzichtet wird – und auch Gentechnik ist nicht erlaubt.

Die Mitglieder haben über den Klimaschutz hinaus große, gemeinnützige Ziele

Die Idee zu Gründung der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft  entstand im Klimabündnis Dortmund und der Vorbereitungsgruppe für den Dortmunder Ernährungsrat. Dort setzen Landwirten und Landwirtinnen, Einzelhändler*innen und Vertreter*innen von Umweltverbänden zusammen.

Die 16 Gründungsmitglieder hoffen nicht nur etwas für die Umweltbilanz Dortmunds zu tun. Sie wollen kleinen und mittleren Erzeugerbetriebe helfen ihre Existenz zu sichern. Auch Arbeitsplätze sollen durch den Vertrieb geschaffen werden. Auch für die Verbraucher ist die Genossenschaft gut. Sie erhalten mehr Selbstbestimmung was ihre Ernährung betrifft.

Einkaufen kann in den Läden der „Lokalgenuss eG“ prinzipiell jeder. Trotzdem kann jede*r Landwirt*in und Verbraucher*in aus Dortmund Mitglied in der Genossenschaft werden. Die regionalen Lebensmittel werden. Mitglieder beeinflussen die Entwicklung von „Lokalgenuss“ und werden an ihrem Erfolg beteiligt.

Mehr Informationen unter: kornhaus-naturkost.de/lokalgenuss/

 

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2 Gedanken über “Kurze Wege statt lange Anfahrt: Genossenschaft setzt sich für mehr regional produzierte Nahrungsmittel in Dortmund ein

  1. Carmen

    Guten Tag,
    Diese Überschrift ist für mich ausländerxeindlich da ich aus Südspanien komme und unsere Produkte sehr gut sind, ich bitte Sie diese zu ändern.
    Ich weiß es ist nicht Ihre Absicht, aber ich aber mich persönlich hat es gestört.
    Bitte nehmen Sie es raus und denken Sie an alle Einwohner in Dortmund.

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