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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Sommerpause – Ausbildungsmarkt bietet in Dortmund noch Stellen

Saisonbedingt ist die Arbeitslosigkeit angestiegen, aber geringer als im Vorjahr.

Saisonbedingt ist die Arbeitslosigkeit angestiegen, aber geringer als im Vorjahr. Grafik: Agentur für Arbeit

Das Sommerloch am Dortmunder Arbeitsmarkt zeigt sich in diesem Jahr eher gering. Mit 32.039 Personen waren 197 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt damit unverändert bei 10,1 Prozent. „Diese Entwicklung des Arbeitsmarkts in den heißen Monaten ist saisontypisch,“ so Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. 

Ausbildungs- und Schulende: Saisonbedingter Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund. Foto: AfA

Der Grund: „Viele junge Menschen haben die Schule beendet oder ihre Berufsausbildung abgeschlossen. Nicht immer geht es nahtlos weiter. Entsprechend ist insbesondere bei Jugendarbeitslosigkeit ein Anstieg zu verzeichnen“, so Brandes. 

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In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen waren im Juli 2.881 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 219 mehr Personen als im Vormonat, aber 26 Personen weniger als im Vorjahreszeitraum.

„Jetzt geht es darum, dass viele der jungen Berufsanfänger zeitnah eine neue Stelle finden. Ich bin aber zuversichtlich, die Voraussetzungen für junge Fachkräfte und für die, die es werden wollen, stehen gut.“

Die 32.039 in der Arbeitslosenstatistik erfassten Menschen zeigen aber nicht das ganze Bild. Denn Menschen, die beispielsweise an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen, werden nicht erfasst. Die Unterbeschäftigung weist auch diese Personen aus. 

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist im Juli um 0,4 Prozentpunkte auf 71,8 Prozent gestiegen (Vorjahr: 71,9 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Juli mit 13,7 Prozent unverändert gegenüber dem Vormonat (Vorjahr: 13,8 Prozent).

Erfolge des zu Jahresbeginn geschaffenen Teilhabechancengesetzes werden sichtbar

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen minimalen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wächst weiterhin. 

Frank Neukirchen-Füsers ist seit 15 Jahren Geschäftsführer des JobCenters in Dortmund. Foto: Joe Kramer

Frank Neukirchen-Füsers ist seit 15 Jahren Geschäftsführer des JobCenters in Dortmund. Foto: Joe Kramer

Die Nachfrage am Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, wenngleich die Entwicklung der Arbeitslosenzahl im Juli 2019 zu stagnieren scheint.

„Erfreulich und deutlich ist jedoch zugleich, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen um weitere 55 Personen auf 11.272 gesunken ist. Dies ist der niedrigste Wert seit Bestehen des Jobcenters“, kommentiert der scheidende Geschäftsführer, Frank Neukirchen-Füsers.

„Die Erfolge des zu Jahresbeginn geschaffenen Teilhabechancengesetzes, über attraktive Förderungen und begleitende Coachings langzeitarbeitslose Menschen wieder in Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, werden hier sichtbar. Bisher konnten bereits 510 Förderfälle realisiert werden. Bis zum Jahresende wollen wir weitere 240 Förderungen auf den Weg bringen“, hofft Neukirchen-Füsers.

Arbeitskräftenachfrage von Dortmunder Unternehmen ist weiter gestiegen

Im Juli ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften gestiegen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.434 neue Stellen. Das sind 76 Stellen mehr als im Juni, allerdings 477 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.407 offenen Stellen um 0,8 Prozent höher als im Vormonat. 

Neue MitarbeiterInnen wurden im Juni insbesondere im Bereich des Handels, im Bereich „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Rohstoffgewinnung/Produktion und Fertigung gesucht.

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration in Dortmund

An der Steinstraße in der Nordstadt ist der gemeinsame „Integration Point“ von Jobcenter und Arbeitsagentur.

An der Steinstraße in der Nordstadt ist der gemeinsame „Integration Point“ von Jobcenter und Arbeitsagentur.

Im Juli waren 2.997 Personen im Kontext von Fluchtmigration (*1) arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.972), davon 2.067 Männer und 930 Frauen. Menschen aus Syrien bilden hier mit 1.886 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 314 Personen aus dem Irak, 149 Personen aus Afghanistan und 97 Personen aus der Islamischen Republik Iran.

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen.

Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im April (*2) auf 4.807. Das sind 64 Personen weniger als im Vormonat und 258 Personen oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.


(*1) „Personen im Kontext von Fluchtmigration“ umfassen Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht und einer Duldung.

(*2) Die Daten werden mit einer dreimonatigen Wartezeit ermittelt.

Alle Informationen als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport_Juli 2019

 

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