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Arbeitsmarkt im Juni: Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt und positiver Trend bei sozialversicherungspflichtiger Arbeit

Im Juni zeigt sich der Dortmunder Arbeitsmarkt im ruhigen Fahrwasser: Mit 31.842 Personen waren 22 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 10,1 Prozent unverändert. Grafik: Arge

Im Juni zeigt sich der Dortmunder Arbeitsmarkt im ruhigen Fahrwasser: Mit 31.842 Personen waren 22 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 10,1 Prozent unverändert. Weiterhin stabil zeigt sich der Aufwärtstrend der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist die Zahl der Beschäftigten um 2,4 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei 245.723 Personen.

Es gibt noch viele freie Lehrstellen: Heiße Phase auf dem Ausbildungsmarkt

Ausbildung und Qualifizierung sind immens wichtig.

In einem Monat, zum 1. August 2019, startet die erste große Welle in Ausbildung. Jugendliche, die noch in diesem Sommer eine Ausbildung beginnen möchten, und ArbeitgeberInnen, die noch keine Nachwuchskraft gefunden haben, befinden sich in der heißen Phase. Im Juni wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund noch einmal 92 neue Ausbildungsstellen gemeldet. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen liegt damit aktuell bei 3.652. Dies sind im Vorjahresvergleich 50 Stellen mehr. 

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Seit Oktober 2018 meldeten sich 3.824 Jugendliche bei der Berufsberatung als BewerberInnen. Das sind 239 Jugendliche oder 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum jetzigen Zeitpunkt sind davon noch 1.408 ohne Zusage. Weitere 563 haben sich schon eine Alternative gesucht, sind aber nach wie vor an Ausbildung interessiert. 

Angebot und Nachfrage gleichen sich auf dem Ausbildungsmarkt immer mehr an.

Angebote gibt es unter anderem in folgenden Berufen:
Altenpfleger/in (34), Elektroniker/in Energie- und Gebäudetechnik (29), Fachkraft Lagerlogistik (64), Fachkraft Schutz und Sicherheit (47), Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk (62), Friseur/in (50), Handelsfachwirt/in (68), Kaufmann/frau Einzelhandel (125), Kaufmann/frau für Büromanagement (103), Kaufmann/frau für Versicherungen und Finanzen (50), medizinische Fachangestellte (28), Verkäufer/in (87), Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (39).

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gesunken. Im Juni waren 2.662 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 44 Personen oder 1,6 Prozent weniger als im Vormonat und 2,0 Prozent oder 52 Personen mehr als im Vorjahr.

Ebenfalls positive Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit

Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Verkehr und Lagerei (+2.106 oder +12,7%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Handel sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (–617 oder –1,8%).

Das Jobcenter Dortmund, das für die Betreuung der Arbeitslosen im Rechtskreis des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zuständig ist, verzeichnet einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen hat sich im vergangenen Monat um 200 erhöht. In der Zuständigkeit des Jobcenters ist zeitgleich der Bestand an Arbeitslosen um 38 Personen zurückgegangen. Erkennbar ist eine weiterhin robuste Arbeitsmarktlage mit guten Beschäftigungsmöglichkeiten“, kommentiert der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters Dortmund, Jörg Dannenberg.

Unterstrichen würde dies durch die rückläufige Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vormonat seien im Juni 74 Menschen weniger langzeitarbeitslos gewesen. Die positive Entwicklung im SGB II-Bereich sei somit moderat, aber stabil.

Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquoten 

Im Juni wurden 31.842 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 7.133 Personen bei der Arbeitsagentur und 24.709 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 22 Personen oder 0,1 Prozent gesunken. Im Vorjahresvergleich liegt die Arbeitslosigkeit um 160 Personen oder 0,5 Prozent höher. 

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen bleibt unverändert auf 10,1 Prozent. Im Vorjahr betrug die Quote ebenfalls 10,1 Prozent. Die spezifische Arbeitslosenquote für die Agentur liegt bei 2,3 Prozent und für das Jobcenter bei 7,8 Prozent. 

Förderung und Qualifizierung von Arbeitskräften auch ohne anerkannten Schulabschluss

An der Steinstraße in der Nordstadt in ist die Zentrale von Agentur für Arbeit und Jobcenter in Dortmund.

„Aktuell verspüren wir leichte Auswirkungen der sich abschwächenden Konjunktur auf den lokalen Arbeitsmarkt“, kommentiert Annabelle Brandes, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Dortmund die aktuelle Entwicklung. Zwar sei die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Vergleich zum Vormonat gesunken, „dennoch beobachten wir im Vergleich zu den starken vergangenen zwei Jahren derzeit eine Zurückhaltung am Arbeitsmarkt“ so Brandes. 

Die aktuelle Entwicklung verdeutliche, wie wichtig es sei, Menschen zu qualifizieren. Besonders die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im laufenden Betrieb gewinne dabei immer mehr an Bedeutung. „Das neue Qualifizierungschancengesetz eröffnet viele neue Chancen und breite Fördermöglichkeiten für Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße“, so Brandes weiter. 

So fördert die Agentur zum Beispiel das Absolvieren eines Berufsabschlusses für Beschäftige ohne anerkannten Abschluss. Die Förderangebote der Agentur unterstützen aber auch die Qualifizierung Beschäftigter mit Berufsabschluss in kleinen und mittleren Unternehmen. Interessierte Unternehmen können sich vom Arbeitgeber-Service beraten lassen. Kontakt: Dortmund.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder Tel. 0800 4 5555 20 (kostenlos).

Arbeitslosigkeit im Kontext von Fluchtmigration und Unterbeschäftigung

Arbeitsagentur, Jobcenter und Sozialamt haben den Integration Point für Flüchtlinge gestartet, der beim Start in Ausbildung und Beruf helfen soll. Foto: Alex Völkel

Im Juni waren 2.972 Personen im Kontext von Fluchtmigration arbeitslos gemeldet (Vormonat: 2.962), davon 2.069 Männer und 903 Frauen. Personen aus Syrien bilden hier mit 1.881 Meldungen die größte Gruppe. Es folgen 321 Personen aus dem Irak, 142 Personen aus Afghanistan und 91 Personen aus der Islamischen Republik Iran. 

Geflüchtete Menschen stehen dem Arbeitsmarkt häufig aufgrund von notwendiger Förderung nicht unmittelbar zur Verfügung. Zur Einschätzung der statistischen Gesamtsituation ist es daher sinnvoll, die Unterbeschäftigung hinzuzuziehen. In der Unterbeschäftigung ist neben der Zahl der Arbeitslosen die Zahl der Personen enthalten, die zum Beispiel an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen. Die Unterbeschäftigung von Personen im Kontext von Fluchtmigration belief sich im März auf 4.871. Das sind 110 Personen weniger als im Vormonat und 376 Personen oder 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Unterbeschäftigung insgesamt fiel im aktuellen Berichtsmonat mit 44.690 Personen um 13 Personen niedriger aus als im Mai. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unter- beschäftigung bleibt im Juni mit 71,3 Prozent unverändert (Vorjahr: 71,1 Prozent). Auch die Unterbeschäftigungsquote bleibt im Juni mit 13,7 Prozent unverändert gegenüber dem Vormonat (Vorjahr: 13,7 Prozent). Weitere Informationen zum Thema Ausbildung befinden sich im Anhang des Artikels.

Zu- und Abgänge und Arbeitskräftenachfrage auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt

Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.358 neue Stellen.

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Juni 6.335 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. Das sind 556 Personen oder 8,1 Prozent weniger als im Vormonat. 

1.582 Personen kamen davon aus einer Beschäftigung am Ersten Arbeitsmarkt. Das sind 68 Personen weniger als im Vormonat und 207 Personen mehr als im Vorjahr. 6.371 Personen meldeten sich im Juni bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab (Vormonat: 6.096). 1.336 Menschen beendeten wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am Ersten Arbeitsmarkt ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 69 Personen weniger als im Vormonat und 47 Personen mehr als im Vorjahr. 

Im Juni ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zurückgegangen. Die Dortmunder Unternehmen und Verwaltungen meldeten im aktuellen Berichtsmonat 1.358 neue Stellen. Das sind 200 Stellen mehr als im Mai, allerdings 481 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Stellenbestand ist mit 6.356 offenen Stellen um 4,5 Prozent niedriger als im Vormonat. Neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden im Juni insbesondere im Bereich des Handels, im Bereich „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, im Gesundheits- und Sozialwesen, sowie in der Rohstoffgewinnung/ Produktion und Fertigung gesucht. 

Weitere Informationen:

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