
Kinder aus zwei Einrichtungen des städtischen Trägers FABIDO haben auf dem Acker der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Kümper Heide in Dortmund-Derne Rote Bete geerntet. Das Gemüse kann in den Kitas verarbeitet werden. Mit dem Pilotprojekt verbinden die Beteiligten erstmals Solidarische Landwirtschaft mit der Gemeinschaftsverpflegung in Kindertageseinrichtungen. Die beiden FABIDO-Einrichtungen Familienzentrum Siegfried-Drupp-Straße und Kita Buschei 34 in Dortmund-Scharnhorst beziehen dafür frisches, saisonales Gemüse direkt vom Acker der Solawi Kümper Heide. Erzieherinnen und acht Kinder sammelten die Ernte gemeinsam ein.
Kinder erleben, wie Lebensmittel wachsen und was sie mit eigener Arbeit schaffen können
Das Projekt verknüpft Ernährung und Bildung. Die Kinder besuchen den Gemüseacker wöchentlich und werden dabei durch ein Programm des Lernbauernhofs Schulte-Tigges begleitet. Sie pflanzen, pflegen und ernten „ihr“ Gemüse selbst und erfahren altersgerecht, wie Lebensmittel entstehen. Die praktische Arbeit stärkt ihr Selbstbewusstsein, fördert das Umweltbewusstsein und vermittelt Wertschätzung für regionale Lebensmittel.

Grundlage der pädagogischen Begleitung ist das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Es vermittelt Wissen, stärkt die Handlungskompetenz und fördert verantwortungsbewusstes Handeln.
Gleichzeitig erprobt das Projekt neue Wege für eine nachhaltige und regionale Lebensmittelversorgung in Gemeinschaftseinrichtungen. Die Küchenkräfte richten ihre Speisepläne nach der saisonalen Ernte aus und passen die Gerichte flexibel an. So erleben die Kinder Landwirtschaft, Naturschutz und gesunde Ernährung unmittelbar.
„Hier wird den Kindern im Bildungsbereich Ernährung vermittelt, wie ihr tägliches Essen die eigene Gesundheit, das Klima und die Umwelt beeinflusst. Durch ihre praktischen Erfahrungen beim Gärtnern fördern wir gleichzeitig ihr Bewusstsein für regionale, saisonale und faire Lebensmittel“, sagt Daniel Kunstleben, Geschäftsführer von FABIDO.
Stadt sieht in dem Projekt einen Gewinn für Gesundheit und Nachhaltigkeit
„Dass wir unseren Kindern eine gesunde Ernährung anbieten können, ist für uns besonders wichtig. Darum gefällt mir dieser innovative Ansatz sehr. Durch den ganzheitlichen Aspekt lernen die Kinder viel über gesunde und nachhaltige Ernährung. Dass sie selbst mit anpacken, stärkt ihr Selbstbewusstsein und die soziale Teilhabe. Sie können stolz auf sich sein, wenn das leckere Essen auf den Tisch kommt“, sagt Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie.

Das Pilotprojekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Projekts „Turn the Tables“ kofinanziert. Es entsteht in Kooperation mit dem Lernbauernhof Schulte-Tigges, FABIDO, dem Umweltamt sowie dem Vergabe- und Beschaffungszentrum der Stadt Dortmund. Für die Inhalte sind ausschließlich die Veranstalterinnen und Veranstalter verantwortlich. Sie geben nicht notwendigerweise die Sichtweise der Europäischen Union wieder.
Das EU-Projekt „Turn the Tables“ soll eine nachhaltige öffentliche Lebensmittelbeschaffung fördern. Dabei berücksichtigt die Stadt Dortmund bei ihrem Einkauf gezielt Nachhaltigkeitskriterien. Ziel ist es, Umweltauswirkungen zu verringern, faire Produktionsbedingungen zu fördern, die regionale Wirtschaft zu stärken und die Gesundheit zu verbessern.
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„Solidarische Landwirtschaft“ im Norden von Dortmund: Gemeinsam ackern im vierten Wirtschaftsjahr

