Die regionale Wirtschaft ist wieder auf Erholungskurs

IHK-Herbstumfrage 2021 vorgestellt: Die Energiekosten sind das größte Konjunkturrisiko

Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.
Stefan Schreiber ist Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund und stellte die Ergebnisse der IHK-Herbstumfrage vor. Foto: Isabella Thiel für die IHK zu Dortmund

Die Wirtschaft im Westfälischen Ruhrgebiet hat sich größtenteils von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK zu Dortmund, die jetzt vorgestellt wurde. Doch die weitere Entwicklung steht auf unsicheren Beinen: „Vor allem die Kombination aus Lieferengpässen und steigenden Preisen sowie der Fachkräftemangel drosseln den Konjunkturmotor und sorgen dafür, dass die Wirtschaft nicht mit voller Drehzahl fahren kann“, resümiert Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund. An der Umfrage haben 114 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna mit über 18.000 Beschäftigten teilgenommen.

Stimmung hat gegenüber der vorherigen Umfrage zum Jahresbeginn „spürbar aufgehellt“

Neben dem schon länger bekannten Fachkräftemangel werden dabei erstmals die steigenden Energie- und Rohstoffpreise von den Unternehmen in der IHK-Region als größtes Geschäftsrisiko eingeschätzt. Fast 50 Prozent der Unternehmen sehen dadurch die zukünftige Entwicklung ihres Unternehmens gefährdet.

Beim Fachkräftemangel sind es 55 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die steigende Energie- und Rohstoffpreise befürchten, hat sich damit innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Im Herbst 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie zählten sie lediglich für 25 Prozent zu den größten Risiken. Als weitere große Herausforderung für die Betriebe wurden in der Umfrage die derzeit unklaren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen genannt (55 Prozent).

Insgesamt hat sich die Stimmung in der IHK-Region gegenüber der vorherigen Umfrage zum Jahresbeginn jedoch „spürbar aufgehellt“, sagt Schreiber, auch wenn nicht alle Branchen gleichermaßen über den Berg seien: „Die Geschäfte laufen mehrheitlich wieder gut oder zumindest befriedigend.“ Der Anteil der Betriebe, die von schlechten Geschäften berichten, ist seit dem Jahresbeginn von gut 20 Prozent auf aktuell 8 Prozent zurückgegangen.

„Die meisten Unternehmen haben wieder Mut und Zuversicht geschöpft“

Umgekehrt stieg beinahe ebenso stark der Anteil derjenigen, die ihre Geschäftslage als gut bezeichnen: von 31 auf 43 Prozent. Fast die Hälfte (49 Prozent) ist zufrieden. Nicht ganz so eindeutig sind die Verschiebungen bei den Geschäftserwartungen: Während der Anteil der Unternehmen, die von schlechteren Geschäften in den nächsten Monaten ausgehen, von 23 auf 18 Prozent gesunken ist, stieg der Anteil der Optimisten, die bessere Geschäfte erwarten. Etwas über die Hälfte (53 Prozent) geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

„Angesichts der Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen haben die meisten Unternehmen offenbar wieder Mut und Zuversicht geschöpft“, sagt Schreiber. Dazu passt die steigende Investitionsbereitschaft: Fast jedes dritte Unternehmen (29 Prozent) plant höhere Ausgaben am heimischen Standort.

Für Schreiber liegen die Gründe auf der Hand: „Nachholeffekte, Reaktionen auf Lieferprobleme, digitale Transformation, Bewältigung der Energiewende“. Aufgrund der Nachholeffekte bleibt aus Sicht der IHK aber „noch unklar, ob hier eine größere Dynamik entstehen kann, die länger trägt“, zumal ein beachtlicher Teil der Unternehmen vor allem in Ersatzbeschaffungen investieren will (70 Prozent).

Fast 30 Prozent der Betriebe will die Zahl der Beschäftigten erhöhen

Aktuell kaum abzusehen sei angesichts zunehmender Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten zudem, ob der Export wieder stärkere konjunkturelle Triebkraft entwickeln kann, zumal das Auslandsgeschäft seit der Finanzkrise mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert werde. Aber immerhin mehr als jedes dritte Unternehmen rechnet mit steigenden Umsätzen im Auslandsgeschäft.

Letztendlich steigt mit der verbesserten Geschäftslage auch der Personalbedarf der Unternehmen in der IHK-Region. Fast 30 Prozent will die Zahl der Beschäftigten erhöhen, nur noch jeder fünfzehnte Betrieb rechnet mit weniger Personalbedarf in den nächsten Monaten. „Damit dürfte sich der Arbeitsmarkt in der IHK-Region weiter erholen“, betont Schreiber.

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Kommentare

  1. IHK zu Dortmund sagt Jahresempfang 2021 ab (PM)

    Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund hat ihren für den 6. Dezember geplanten Jahresempfang in den Westfalenhallen abgesagt. Die Entscheidung erfolgte nach intensiven Beratungen von Präsidium und Geschäftsführung. „Wir bedauern die Absage sehr, zumal es nach 2020 bereits der zweite Jahresempfang hintereinander ist, der nicht stattfinden kann und der Informationsbedarf unserer Unternehmen gerade in diesen Zeiten groß ist. Trotz unserer geplanten strengen Hygiene- und Abstandsregeln halten wir es zu diesem Zeitpunkt der Pandemie aber für nicht verantwortlich, unsere Traditionsveranstaltung durchzuführen”, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber.

    Wegen der laufenden Sanierungsarbeiten im Altbau der IHK-Hauptstelle in Dortmund hätte der Jahresempfang in diesem Jahr in den Westfalenhallen stattfinden sollen. Der Jahresempfang gilt seit vielen Jahrzehnten als die wichtigste Wirtschaftsveranstaltung der Region, zu der regelmäßig rund 700 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft zum intensiven Austausch zusammenkommen.

    Die für den 6. Dezember geplante Sitzung der IHK-Vollversammlung findet als hybride Sitzung (in Präsenz und als Videokonferenz) in den Westfalenhallen statt. Bei dieser Sitzung gilt für alle Anwesenden die 2G+-Regel.

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