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„Hier im Ruhrgebiet“: Martina Dickhut mit insgesamt 22 Kunstwerken gegen das Vergessen des Ruhrgebiets

„Hier im Ruhrgebiet“ – Martina Dickhut im Hoesch-Museum. Fotos (2): Hannes Czech

Von Hannes Czech

Die Dortmunder Künstlerin Martina Dickhut schafft aus Fotografien und Farbe prägnante Ansichten des Ruhrgebiets. Noch bis zum 30. Mai 2021 zeigt das Hoesch-Museum Dortmund ihre Arbeiten in der Sonderausstellung „Hier im Ruhrgebiet“. Ergänzt wird die Ausstellung durch Schwarz-Weiß-Fotografien von Ekkehard Wünnemann.

Unverhofft kommt oft – Ein Arztbesuch als Denkanstoß für die Idee der Kollagen

Als die Dortmunder Künstlerin 2008, ein Jahr nach ihrem erfolgreichen beendetem Studium der Malerei und Grafik, in der Praxis von Dr.med.Wünnemann saß, erblickte sie die selbst geschossenen und händisch entwickelten Bilder von ihrem Arzt und Hobby-Fotografen. Das Hauptaugenmerk des Hobby-Fotografen liegt auf der Architektur des Ruhrgebiets. ___STEADY_PAYWALL___

Seine Bilder entwickelt er in seinem eigenen Fotolabor. Charakteristisch sind seine Schwarzweiß-Aufnahmen, die den Motiven eine stärkere Tiefenwirkung und größere Spannung geben, so das Hoesch Museum.

Die Künstlerin ergriff ihre Chance, trat an den Fotografen heran und bekam für ihren Malkurs, den sie 13 Jahre lang leitete, einige Schwarzweiß-Aufnahmen. Aus diesen zwei Faktoren resultierte die Idee, eine Collage zu erstellen und mit dem Hobby-Fotografen zusammenzuarbeiten.

Die Ausstellung im Hoesch Museum zeigt nicht nur Werke die in Zusammenarbeit mit dem Hobby-Fotografen entstanden sind, sondern auch Werke, die die Künstlerin aus Zeitungen oder Kalendern entnommen hat.

Übergang von Fotografie zur Malerei ist kaum zu erkennen – Krux liegt im Detail der Farbmischung

Die Bilder werden ausgeschnitten und mit Acrylfarbe, Taschentüchern oder Zeichenstiften erweitert, bis das Foto im Bild verschwindet.

Die Leute sollen aufmerksam werden und genau hinschauen man soll sich das Bild im Detail angucken und herausfinden wo die Fotografie aufhört und das gemalte Bild anfängt.

Die Dortmunderin nimmt Motive der Architektur des Ruhrgebiets. Diese sprächen für sich und seien nicht mit anderen Regionen zu vergleichen. Sie sei nicht voller Banken, Büros oder sehr ländlichem, das zum Urlaub machen einlade.

Corona-Notbremse: Ausstellung ist wahrscheinlich nur am morgigen Sonntag zu sehen

Foto: Martina Dickhut

„Im Ruhrgebiet sieht man die Arbeit“ – diesen Arbeiter-Look mag die Tochter eines Hoesch- und Schichtarbeiters gerne. Ihre Bilder sollen auch dazu dienen, nicht zu vergessen, wie das Ruhrgebiet aussah und teils heute noch aussieht. Als Beispiel nannte sie ein Bild, aus der aktuellen Ausstellung, von einer alten Straßenlaterne, die leider durch eine neue moderne und weniger schöne ersetzt worden sei.

Angesprochen auf die Technik, die sie benutze, sagte die Künstlerin, dass es keine besondere sei und dennoch, so betont sie, sei es mehr als einfaches Striche weiterziehen. Denn ein schwarzer Strich ist nicht immer gleich einem schwarzen Strich und die Farbe grau könne aus mehr als nur aus schwarz und weiß bestehen. Das Mischen und treffen des exakten Farbtons sei sehr schwierig und benötige Zeit.

Diejenigen die sich die Ausstellung anschauen möchten, können dies noch am Sonntag von 10 bis 17 Uhr tun. Denn auch wenn die Ausstellung bis Ende Mai geht, greift voraussichtlich die Corona-Notbremse ab dem 19. April. Wenn sie in Kraft tritt, müssen auch die Museen vorerst wieder schließen. Für einen Museumsbesuch am Sonntag müssen die Gäste einiges parat haben. Dazu gehören ein negativer Corona-Schnelltest von einer offiziellen Teststelle, eine medizinische Maske und außerdem müssen die Besucher*innen ihre Kontaktdaten hinterlassen.

 

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