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Grünes Licht für das Festi Ramazan am Remydamm ab 3. Mai – Kot-Attacken und Hakenkreuz-Schmierereien

An der Viktor-Toyka-Straße sind die Aufbauarbeiten weit fortgeschritten. Foto: Alex Völkel

Grünes Licht für das Festi Ramazan drei Tage vor dem Start: das Festival anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan kann in diesem Jahr ab dem 3. Mai auf den Parkplätzen E1/E2 an der Victor-Toyka-Straße stattfinden. Nach umfänglicher Prüfung durch das Bauordnungsamt hat der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund heute (30. April 2019) der Durchführung zugestimmt.

Hakenkreuz-Schmierereien auf Bauzaunplanen des Festivalgeländes

Mit Hakenkreuzen wurden Bauzäune in der Nacht zu Dienstag beschmiert. Zuvor gab es Kotattacken auf Zelte.

Bestandteil dieser Genehmigung sind auch Aspekte und Forderungen zu den Themen Lärm und Verkehrsführung, die auf einer Informationsveranstaltung von den AnwohnerInnen am 17. April thematisiert wurden. In vergangenen Tagen hatten bereits – auf eigenes Risiko – die Aufbauarbeiten begonnen. Für „fliegende Bauten“ (Zelte und Stände) bedarf es keiner Baugenehmigung.

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Diese hatten Beschwerden der AnwohnerInnen ausgelöst, die sogar die Polizei einschalteten, weil keine Genehmigung für die Einzäunung des gesamten Areals vorliege. Darüber gab es in den letzten Tagen Diskussionen. Das Verwirrende: Für die Einzäunung des gesamten Areals bedarf es einer Baugenehmigung – nicht aber für die zum Schutz der Aufbauten. Darauf berief sich der Veranstalter – die Stadt teilt diese Sichtweise.

Die Stimmung um das Festival war deshalb im Vorfeld – zum Leidwesen der Stadtspitze – erneut hochgekocht: In der Nacht zu Montag waren Zelte mit Kot beschmiert worden. In der Nacht zu Dienstag sprühten bislang Unbekannte Hakenkreuze auf Bauzaunplanen. Die Polizei bittet daher ZeugInnen um Hinweise (Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter 0231-132-7441). 

Informationsveranstaltungen für AnwohnerInnen vom Ausrichter und der Stadt Dortmund

Zum Schutz der Aufbauten wurden Zäune errichtet. Daran schieden sich am Wochenende die Geister.

OB Ullrich Sierau verwies erneut darauf, dass im Rahmen der Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung am 17. April „die Fragen rund um das Festi Ramazan sachlich und angemessen zwischen Veranstalter, Verwaltung sowie den Anwohnerinnen und Anwohnern erörtert“ worden seien. 

Nach einem Informationstreffen des Veranstalters mit der Nachbarschaft am 7. März sowie einem Gespräch bei Planungsdezernent Ludger Wilde fand diese erneute größere Erörterung statt, um den Interessen der Bürgerschaft Rechnung zu tragen. 

Ausführlich wurde auf Fragen zur Konzeption des Festes eingegangen und auf die geäußerte Besorgnis hinsichtlich des Verkehrs- und Sicherheitskonzepts reagiert. Zudem gab es Gelegenheit, das Verhältnis von Bezirksvertretung und Rat beim Thema „Festi Ramazan“ klarzustellen. 

Einrichtung zweier Beschwerdetelefone – seitens der Stadt und des Veranstalters

Der Veranstalter wurde verpflichtet, u.a. mehr mobile Toiletten auch im Außenbereich aufzustellen.

„Der Veranstalter hat die Verträglichkeit des Standortes nachgewiesen und eine ganze Reihe von Gutachten vorgelegt – zu Brandschutz, Sicherheit und Verkehr. „Ich habe auch immer gesagt, dass der Aufbau genehmigungsfrei ist. Ich finde es deshalb bedauerlich, weil die Diskussionen Unfrieden geschürt haben“, sagte der OB mit Blick auf die Kotattacken und die Hakenkreuz-Schmierereien.

Für die Anliegen der AnwohnerInnen habe er ein sehr offenes Ohr. Die Stadt habe daher nach den Bürgerwünschen nachgearbeitet – u.a. beim Verkehrskonzept. Hier ging es konkret um die Entlastung der AnwohnerInnen und die Einhaltung der Rettungswege. 

Zudem wurden sowohl beim Veranstalter als auch bei der Stadt Service-Nummern eingerichtet. Sierau hatte zudem AnwohnerInnen seine privaten Handynummer zur Verfügung gestellt – bei Problemen sei er rund um die Uhr ansprechbar, wenn sie bei den Servicenummern nicht weiterkämen, kündigte er an.

Festi Ramazan wird im nächsten Jahr definitiv nicht mehr am Remydamm stattfinden

Auf eigenes Risiko hatte der Veranstalter mit dem Aufbau begonnen. Die Genehmigung liegt erst seit heute vor.

Der OB rechnet mit dem „Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme“. Das Festival ist bis Mitternacht genehmigt. „Wenn wir Eindruck haben, dass das mit der Rücksichtnahme nicht gelebt wird, und stattdessen laut gehupt und gejohlt wird, wird das Ende nach vorne verlagert“, kündigte Sierau an. In einem ersten Schritt auf 23.30 Uhr – wenn es dann noch immer nicht läuft, auf 23 Uhr. 

Zudem machte Sierau abermals deutlich, dass die Genehmigung am Remydamm letztmals erfolge. Eine Fortsetzung an dieser Stelle werde es im kommenden Jahr aus verschiedenen Gründen nicht geben. Ein Grund ist, dass dann das Festival zeitlich noch früher im Jahr stattfindet, und dann mit mehr als nur einem BVB-Heimspiel sowie anderen Veranstaltungen kollidieren würde.

Skeptisch zeigte sich der OB, ob es alternative Standorte für das seit acht Jahren stattfindende Festival geben könne. Die Vorschläge, doch das Areal von HSP oder der Westfalenhütte dafür zu nutzen, scheitere schon an der Verfügbarkeit, weil die Eigentümer dies nicht wollten. 

Hintergrund:

Das Festi Ramazan findet seit 2012 in Dortmund statt. Erstmalig auf dem Ebertplatz (2012), in den Folgejahren auf den Parkplätzen E1 und E2 (2013), an der Westfalenhalle unter Einbeziehung der Parkplätze A3/A7 (2014, 2015, 2016) und erneut auf dem Ebertplatz mit neuem Veranstaltungskonzept (2017). 

Zuletzt, 2018, konnte das Fest noch kurzfristig durch die Hilfe der Verwaltung auf dem Parkplatz A8 in der Nähe des Theodor-Fliedner-Heims in der westlichen Innenstadt ausgerichtet werden – in erheblich reduzierter Form. Die Veranstaltung 2018 verlief nahezu beschwerdefrei. 

 

 

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Ein Gedanke zu “Grünes Licht für das Festi Ramazan am Remydamm ab 3. Mai – Kot-Attacken und Hakenkreuz-Schmierereien

  1. Katholische Stadtkirche und Evangelischer Kirchenkreis (Pressemitteilung)

    Gute Wünsche der Dortmunder Kirchen zum Fastenmonat Ramadan: Ramadan Mubarak! – Dortmunder Christen senden Friedensgruß an Muslime

    In einem Grußwort an die muslimischen Gemeinden der Stadt haben die christlichen Kirchen in Dortmund die verbindende Hoffnung auf ein friedliches Miteinander zum Ausdruck gebracht. Zugleich wünschten Superintendentin Heike Proske, Propst Andreas Coersmeier sowie die Islambeauftragten der beiden christlichen Kirchen, die Pfarrer Friedrich Stiller und Ansgar Schocke den Muslimen in Dortmund einen gesegneten Fastenmonat Ramadan voll spiritueller Bereicherung.

    Dabei brachten die Vertreter/innen der Kirchen auch ihre tiefe Bekümmernis über Gewalttaten und Hass zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen zum Ausdruck. Insbesondere nahmen sie dabei die Anschläge gegen Musliminnen und Muslime in Neuseeland in den Blick, aber auch gegen Menschen jüdischen Glaubens wie zuletzt in Kalifornien oder gegen Christinnen und Christen wie jüngst in Sri Lanka. Solche Taten ständen im Widerspruch zum Glauben aller drei Religionen.

    In Dortmund, so das Schreiben des Evangelischen Kirchenkreises und der Katholischen Stadtkirche, hätten die drei Abrahamsreligionen – Muslime, Juden und Christen – glücklicherweise seit Jahren einen anderen Weg eingeschlagen. Hier seien die Menschen um Dialog bemüht.

    Im Rahmen der Kampagne ‚Wir ALLE sind Dortmund‘ postuliere man miteinander Weltoffenheit und Toleranz. In diesem Geist werde man auch beim Stadtfest DORTBUNT wieder miteinander das Interreligiöse Friedensgebet gestalten, in dessen Rahmen man auch gemeinsam der Opfer der jüngsten Anschläge gedenken werde. Dazu luden die Geistlichen alle Dortmunder Muslime wie auch Juden und Christen ausdrücklich ein.

    Ihren Beitrag zu friedlichem Miteinander vor Ort bekräftigten die Kirchen zudem durch ihr Engagement für einen Runden Tisch im Vorfeld der geplanten Moscheeneubauten in Eving.

    Notwendig, so Proske, Coersmeier, Stiller und Schocke, sei stets ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen. Dazu passe das Motto des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages, der im Juni in Dortmund stattfindet. Es lautet ‚Was für ein Vertrauen‘.

    Dieser Kirchentag sei keine Missionsveranstaltung, so die Kirchenvertreter. Vielmehr wolle man miteinander ein Fest des Glaubens feiern, zu dem ausdrücklich auch Muslime eingeladen seien. In zahlreichen der mehr als 2000 Veranstaltungen wirkten zudem muslimische Akteure inhaltlich mit.

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