Zum Weltkrebstag: Chance der frühen Diagnose wird in Dortmund weiterhin zu selten genutzt

Früh erkannte Krebserkrankungen erhöhen Heilungschancen deutlich

Arzt im Gespräch mit seinem Patienten
Im Jahr 2024 gingen in Dortmund nur 22 Prozent der Männer über 45 Jahre und 40,2 Prozent der Frauen ab 20 Jahren zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung. Foto: AOK/Colourbox/hfr

Zum Weltkrebstag am 4. Februar 2026 sieht die AOK NordWest großen Nachholbedarf bei der Krebsvorsorge. Eine aktuelle Auswertung der Gesundheitskasse zeigt, dass nur ein kleiner Teil der anspruchsberechtigten Männer und Frauen die kostenfreien Angebote nutzt. Im Jahr 2024 gingen in Dortmund nur 22 Prozent der Männer über 45 Jahre und 40,2 Prozent der Frauen ab 20 Jahren zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung. Dabei erhöhen frühe Diagnosen die Heilungschancen deutlich.

Teilnahmequote weiterhin auf niedrigem Niveau

„Wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, steigen die Heilungschancen deutlich. Deshalb sollten Frauen und Männer die Chance der frühen Diagnostik unbedingt nutzen“, sagt Jörg Kock, Serviceregionsleiter der AOK.

Die Teilnahme an den kostenfreien Krebs-Früherkennungsuntersuchungen in Dortmund liegt immer noch auf einem viel zu niedrigen Niveau. „Nach wie vor ist noch viel Luft nach oben. Es ist einfach viel zu wenig, wenn nur jeder fünfte Mann und ungefähr jede zweite Frau zur Vorsorge geht“, so Kock.

Er ruft dazu auf, vereinbarte Termine konsequent einzuhalten und ausgefallene Termine schnellstens nachzuholen. Die Krebsvorsorge ermöglicht es, Erkrankungen bereits in frühen Stadien zu entdecken – häufig lange bevor erste Beschwerden auftreten. Die Kosten für diese Untersuchungen werden vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Digitale Unterstützung bei der Vorsorgeplanung

Um Versicherte bei der Organisation ihrer Vorsorgetermine zu unterstützen, hat die AOK den Online-„Vorsorg-O-Mat“ entwickelt und aktualisiert.

Kalender mit Termine zur Krebsorsorge Untersuchung
Wird Krebs früh erkannt, steigen die Heilungschancen deutlich. Deshalb sollten Frauen und Männer in Dortmund die Angebote zur Früherkennung nutzen. Foto: AOK/Colourbox/hfr

Das digitale Angebot informiert über Ablauf und Nutzen der Vorsorgeuntersuchungen, zeigt auf, wann die nächsten Früherkennungs-Untersuchungen anstehen und hilft bei der Suche nach geeigneten Fachärzt:innen. Außerdem erstellt es einen individuellen Vorsorgeplan, damit keine Untersuchung versäumt wird.

„Es ist wichtig, die eigene Gesundheit aktiv im Blick zu behalten. Wir möchten die Menschen motivieren, die gesetzlich vorgesehenen Untersuchungen wahrzunehmen“, sagt Kock.

Vorsorgeangebote für Frauen und Männer

Junge Frauen ab 20 Jahren können bereits die Angebote zur Krebsvorsorge einmal jährlich wahrnehmen. Der gynäkologische Krebsvorsorge-Check umfasst Untersuchungen der Geschlechtsorgane und einen Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals.

Ab dem 35. Lebensjahr wird der Abstrich alle drei Jahre durchgeführt, zusätzlich erfolgt ein Test auf humane Papillomviren (HPV). Ab dem Alter von 30 Jahren ist ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen.

Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchungen der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Weitere Informationen gibt es unter www.aok.de/tagderkrebsvorsorge.

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Reaktionen

  1. Gemeinsam einzigartig: Weltkrebstag setzt Zeichen gegen Krebs (PM)

    Anlässlich des Weltkrebstages, der jährlich am Dienstag, 4. Februar, stattfindet, soll die Bedeutung von Prävention, Forschung und Behandlung von Krebserkrankungen stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken. Das Motto des Weltkrebstages 2026 lautet „Gemeinsam einzigartig – United by Unique“ und stellt die individuellen Lebensrealitäten von Betroffenen in den Mittelpunkt.

    Krebserkrankungen gehören weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Im Jahr 2024 starben in Nordrhein-Westfalen insgesamt rund 51.200 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Diese Zahl verdeutlicht die große gesellschaftliche Relevanz des Themas und den anhaltenden Handlungsbedarf in Prävention und Versorgung.

    Ein zentraler Baustein der Krebsbekämpfung ist die Früherkennung. Durch die Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen der gesetzlichen Krankenversicherung lassen sich viele Krebsarten frühzeitig erkennen. In vielen Fällen verbessern sich dadurch die Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen deutlich.

    Der Weltkrebstag macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, vorhandene Angebote zur Vorsorge wahrzunehmen und den offenen Umgang mit der Erkrankung zu fördern. Ziel ist es, gemeinsam Wissen zu stärken, Ängste abzubauen und Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen.

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