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Flüchtlingsberatungsstellen sollen Integration in Wohnraum verbessern – Zusätzliche Hebammenstellen geplant

Die EAE Hacheney ist dramatisch überbelegt - viele Familien bekamen keine Betten mehr.

Die Integration von Flüchtlingen in Wohnraum soll erleichtert werden. Dafür soll es zwei neue Angebote geben,

Der Verwaltungsvorstand hat zwei neue Hilfsangebote für Flüchtlinge auf den Weg gebracht. Zum einen soll die Begleitung von Flüchtlingen in eigenen Wohnungen finanziert und auch Hebammen zur Versorgung von Frauen in Flüchtlingseinrichtungen eingestellt werden. Über die Pläne soll der Rat entscheiden.

Stadt unterstützt zwei neue Flüchtlingsberatungsstellen

Der Verwaltungsvorstand hat sich mit der finanziellen Unterstützung der Flüchtlingsberatungsstellen der Arbeiterwohlfahrt Dortmund (AWO) und des Verbunds sozio-kultureller Migrantenorganisationen Dortmund e.V. (VMDO) gefasst. Vorbehaltlich der Entscheidung des Rates wird die Stadt Dortmund den für beide Einrichtungen erforderlichen Kofinanzierungsanteil in Höhe von insgesamt etwa 26.000 Euro jährlich übernehmen.

Zur Ergänzung der Beratungslandschaft haben AWO und VMDO mit Landesmitteln geförderte Flüchtlingsberatungsstellen eingerichtet, die insbesondere den bereits in Wohnungen lebenden Flüchtlingen Unterstützung bei der Integration geben sollen. Beide Einrichtungen sollen mit je einer halben Personalstelle besetzt werden.

Integration als elementare Voraussetzung für ein funktionierendes soziales Miteinander

Die Beratungsstelle der AWO wird voraussichtlich zum 1. Oktober ihre Arbeit im interkulturellen Zentrum (IKUZ) in der Blücherstraße aufnehmen. Die Beratungsstelle des VMDO wird ihren Sitz im „Haus der Vielfalt“ in der Beuthstraße haben und kurzfristig an den Start gehen, sobald das Genehmigungsverfahren der Bezirksregierung Arnsberg abgeschlossen ist.

Die Aufnahme einer steigenden Zahl von Flüchtlingen stellt die Stadtgesellschaft und die Betroffenen vor große Herausforderungen. Eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge ist eine elementare Voraussetzung für ein funktionierendes soziales Miteinander.

Die frühzeitige Integration eröffnet den Flüchtlingen Chancen für ihr Leben und ihre Zukunft. Hierzu benötigen die zumeist aus fremden Kulturkreisen stammenden und der deutschen Sprache nicht mächtigen Menschen Orientierung, Beratung und Unterstützung.

Stadt will Hebammen zur Versorgung von Frauen in Flüchtlingseinrichtungen einstellen

Sevic Mir Jahan ist medizinische Fachangestellte im Gesundheitsamt und empfängt die Hilfesuchenden.

Die Hebammen sollen in die Arbeit des Gesundheitsamtes eingebunden werden. Fotos: Alex Völkel

Außerdem thematisierte der Verwaltungsvorstand die gesundheitliche Versorgung von Schwangeren in den kommunalen Unterbringungseinrichtungen für Flüchtlinge. Er schlägt dem Rat die zunächst auf zwei Jahre befristete Einstellung von zwei mit jeweils einer halben Stelle teilzeitbeschäftigten Hebammen vor.

„Das Betreuungsangebot umfasst im Wesentlichen die gesundheitliche Sorge in den ersten Tagen des Aufenthaltes sowie das Heranführen an das hiesige Gesundheitssystem“, sagt Sozialdezernentin Birgit Zoerner.

„Schwangere, Wöchnerinnen und Säuglinge sind bei der Aufnahme in einer Gemeinschaftseinrichtung am Ende eines langen Fluchtweges oft in einem desolaten gesundheitlichen Zustand.“

Kapazitäten der Familienhebamme des Gesundheitsamtes reichen nicht aus

Gerade in der ersten Phase des Aufenthaltes in Dortmund ist diese Betreuung durch Hebammen nur erschwert umzusetzen. Termine bei freiberuflich tätigen Hebammen werden in der Regel längerfristig geplant, daneben behindern unter anderem Sprachschwierigkeiten den Zugang zum Gesundheitssystem. Deshalb setzt das Gesundheitsamt schon jetzt stundenweise eine Familienhebamme ein, deren zeitliche Kapazitäten jedoch bei weitem nicht ausreichen.

Die Hebammen werden in das Team der aufsuchenden Elternberatung des Gesundheitsamtes eingebunden und erfahren somit auch die Unterstützung durch die verschiedensten medizinischen Professionen. So können auch notwendige weitere Hilfen schnell installiert werden.

„Ein halbes Jahr vor Auslaufen der zunächst befristeten Verträge wird im Rahmen einer Evaluation über die dauerhafte Etablierung des Angebotes entschieden werden“, so Zoerner.

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