
Mehr als 200 Menschen haben in Dortmund an einer bundesweiten Aktion für den Erhalt der Lebensgrundlagen beteiligt. Unter dem Motto „es brennt!“ zogen die Teilnehmer:innen am Samstag (3. Oktober 2026) vom Hansaplatz auf den Westenhellweg und bildeten dort eine Menschenkette. Mit der Aktion wollten die Veranstalter:innen auf die Folgen des Klimawandels, soziale Ungleichheit und die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts aufmerksam machen. Im Anschluss sammelten die Beteiligten eigene Ideen und Wünsche, die an das Bundeskanzleramt geschickt werden sollen.
Menschenkette zieht durch die Dortmunder Innenstadt
Mit Plakaten und einer Trommelgruppe machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam. Anschließend zog die Gruppe vom Hansaplatz in Richtung Westenhellweg, wo sich die Menschen zu einer langen Kette aufstellten.

Die Teilnehmer hielten weiße Zettel in die Höhe und verharrten anschließend zehn Minuten in Schweigen. Währenddessen gingen zahlreiche Passant an der Aktion vorbei. Einige blieben stehen und beobachteten das Geschehen, andere setzten ihren Weg durch die Innenstadt fort.
Nach den zehn Schweigeminuten kamen die Beteiligten miteinander ins Gespräch. Sie schrieben ihre Ideen und Wünsche für die Zukunft auf. Die gesammelten Vorschläge sollen anschließend gebündelt und an das Bundeskanzleramt geschickt werden.
Edington: „Es ist ein Aufruf an die Regierung, es besser zu machen“
Die Aktion wurde bundesweit in zahlreichen Städten durchgeführt. Symbolisch sollte eine Menschenkette vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin entstehen. Unterstützt wird die Aktion von einem breiten Bündnis aus mehr als 100 Organisationen und Vereinen.

Auch Extinction Rebellion Dortmund beteiligte sich an der Menschenkette. Aktivistin Susanne Edington erklärt, dass es vor allem darum gehe, Menschen mit ihren Sorgen zusammenzubringen. „Wir sind eigentlich viele“, betont sie. Wenn diese Menschen zusammenhielten, könnten sie leichter Veränderungen vorantreiben.
Edington verweist dabei auf das Grundgesetz. Der Staat müsse die Lebensgrundlagen seiner Bürger schützen, dieser Aufgabe werde die Politik aus ihrer Sicht derzeit jedoch nicht ausreichend gerecht. Die Menschenkette sei deshalb „ein Aufruf an die Regierung, es besser zu machen“.
Klimaschutz und soziale Sicherheit zusammen denken
Für Edington lassen sich Klimaschutz, soziale Sicherheit und der Aufstieg des Rechtsextremismus nicht getrennt voneinander betrachten. Statt weiterer Kürzungen brauche es bessere Lebensbedingungen für alle Menschen. Dazu gehörten aus ihrer Sicht sowohl wirksamer Klimaschutz als auch ein ausreichendes Angebot an Kitaplätzen.

Auch Angelika Remiszewski, Ratsfrau der Tierschutzpartei in Dortmund, sieht im Klimawandel eines der wichtigsten Themen der Gegenwart. Seine Folgen bedrohten nicht nur die Umwelt, sondern auch die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen der Gesellschaft.
Dortmund verfüge zwar bereits über ein Klimaschutzprogramm. Bei der Umsetzung müsse es aus ihrer Sicht jedoch schneller vorangehen. Dafür setze sich ihre Partei auch in den zuständigen Fachausschüssen ein. Veranstaltungen wie die Menschenkette seien deshalb wichtig, auch wenn das Thema aus ihrer Sicht noch deutlich mehr Aufmerksamkeit benötige.
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