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Erster BIM-basierter Bauantrag deutschlandweit: Spatenstich für Dortmunder Familienunternehmen Louis Opländer

(v.l.:) Maximilian Opländer, Stefan Schreiber (IHK Dortmund), Louis Opländer, Christian Schlegel (Heizungs- und Klimatechnik GmbH), Jan Opländer, Dr. jur. Thomas Wilk (Leiter der Obersten Bauaufsicht NRW), OB Thomas Westphal, Michael Freundlieb (Freundlieb Bauunternehmung), Marius Drathler (DA Drathler Architekten). Foto: Jil Bastian

Von Jil Bastian

Erster Spatenstich für den Firmensitz-Neubau des Familienunternehmens „Louis Opländer Heizung- und Klimatechnik GmbH“. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Westphal und weiteren Gästen feierte das Unternehmen am Mittwoch (17. März) auf dem Gelände Phoenix-West den symbolischen Start eines besonderen Bauprojekts. Denn die verwendete Planungstechnologie ist zukunftsweisend für die Baubranche. Der geplante Bau ist der erste deutschlandweit, der BIM-basiert (Building Information Modeling) eingereicht wurde.

„Immer wieder Zukunft“ lautet das Motto des Dortmunder Familienunternehmens

Nach Erteilung der Baugenehmigung Ende Februar beginnt nun die erste Phase für den Firmensitz Louis Opländer GmbH auf dem Gelände Phoenix West, Nortkirchenstraße 99. Der Bauantrag war deutschlandweit als erster im Format „Building Information Modeling“ (BIM) eingereicht worden. Ein Meilenstein in der Geschichte des digitalen Bauwesens ebenso wie des Unternehmens Louis Opländer. ___STEADY_PAYWALL___

Jan Opländer verkündet stolz den Bau des neuen Firmensitzes mit der BIM-Methode. Foto: Jil Bastian

„Wir leben das und wir versuchen, bei der Entwicklung der Baubranche auch immer vorne dabei zu sein“, betonte Geschäftsführer Jan Opländer.

Durch die Kooperation mit der Stadt Dortmund sowie dem Leiter der Obersten Bauaufsicht in Nordrhein-Westfalen, Dr. jur. Thomas Wilk, konnte der Bauantrag BIM-basiert umgesetzt werden. Alle Kommunen profitieren von den Erfahrungen, die bei diesem digitalen Bauprojekt gesammelt werden, sodass sie lernen können, wie in Zukunft mit solchen Bauvorhaben sowie den entsprechenden Bauanträgen umgegangen werden kann.

„Wir sind schon wieder einen Schritt voraus“, sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal und gratulierte allen Mitwirkenden des Bauprojekts. Im Jahre 2017 war Jan Opländer mit BIM das erste Mal in Kontakt gekommen – und war begeistert.

„Das Projekt spricht für die Stadt Dortmund und die Digitalisierung der Stadt“, erklärte er mit Blick auf die Zukunft des Bauwesens. „Die Stadt Dortmund ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch öffentliche Verwaltungen alles andere als behäbig sind. Sie sind sehr innovativ“, betonte Dr. jur. Thomas Wilk. Die anfallenden Kosten würden durch BIM minimiert und der Bauprozess werde beschleunigt. Die Grundsteinlegung, das Richtfest sowie die Einweihung des Firmensitzes sollen im kommenden Jahr noch folgen.

Building Information Modeling: Zukunftsweisende digitale Bauplanung 

Die neue Methode BIM (Gebäudeinformationsmodell) ist die virtuelle Darstellung eines realen Gebäudes. Alle Gebäudeinformationen werden über ein offenes Format (IFC) und mit standardisierter Terminologie aus dem speziellen Datenwörterbuch ausgetauscht.

Oberbürgermeister Thomas Westphal gratuliert dem gesamten Team zur Umsetzung des ersten Bauprojekts mit der BIM-Methode in ganz Deutschland. Foto: Jil Bastian

Sobald die Akteure relevante Informationen zum Projekt benötigen, erhalten sie Zugang zu diesen. Der Ablauf des Projekts gestaltet sich so, dass der Kunde seine Anforderungen in einer Datenbank dokumentiert. Daraufhin entwirft das Planungsteam das Gebäude unter Berücksichtigung der Kundenanforderungen. Das Gebäude wird mit zahlreichen digitalen Objekten entwickelt bzw. modelliert.

Der Architekt positioniert das Modell auf einer digitalen Karte, sodass der Bauunternehmer genau weiß, wo das Objekt entstehen soll. Schlussendlich folgt die Zusendung des BIM an die Baubehörden vor Ort, um die Baugenehmigung zu erhalten.

„Es ist die erste Baugenehmigung in Deutschland, die digital erteilt wurde und das auf Basis des BIM und das ist für das Land das Besondere, dass wir nicht nur was am grünen Tisch erarbeiten, sondern hier wird es auch bewiesen“, erklärte Dr. jur. Thomas Wilk. BIM sei eine Methode für das Planen sowie Bewirtschaften des Firmensitzes Opländer. Dabei sei BIM zukunftsweisend, sodass die Baubranche sich in den kommenden Jahren bezüglich der Digitalisierung umstrukturieren müsse.

Entscheidender Schritt in Firmengeschichte von Louis Opländer: seit 1872 in Familienbesitz

(v.l.:) Tochter Katie Opländer, Jan Opländer, Dr. Jochen Opländer, Sohn Maximilian Opländer. Foto: Jil Bastian

Das Dortmunder Familienunternehmen, welches im kommenden Jahr sein 150-jähriges Jubiläum feiert, befasst sich seit 1872 mit der innovativen Gestaltung von Bauwerken. Die Firma befindet sich mit Diplom-Wirtschafts-Ingenieur Jan Opländer an der Spitze, der das Unternehmen nachhaltig entwickelt und vorantreibt, bereits in der fünften Generation.

Gegründet wurde das Unternehmen von Caspar Ludwig Opländer als Kupfer- und Messingwarenfabrik, was das Fundament für die Entwicklung der Firma war. Die ersten Dampfheizungen wurden von dem Familienunternehmen entwickelt, was dieses zu einem der führenden Heizungsbauunternehmen im Umkreis machte.

56 Jahre nach der Unternehmensgründung brachte Sohn Wilhelm Opländer gemeinsam mit seinem Vater den ersten Umlaufbeschleuniger heraus und begann fünf Jahre später mit der Serienfertigung von Pumpen. Die Tochtergesellschaft WILO SE, die aus dem Geschäftsbereich der Pumpenherstellung entstand, gehört heutzutage zu den weltweit führenden Herstellern von Pumpen sowie Pumpensystemen.

Rund 100 Mitarbeiter*innen sind bei dem Familienunternehmen in Dortmund beschäftigt

Der Startschuss für den Neubau des Firmensitzes Louis Opländer GmbH ist gefallen. Foto: Jil Bastian

Die Intention der Familie Opländer ist es, die Verantwortung für ihre Kund*innen, Mitarbeiter*innen, Lieferant*innen sowie ihr Umfeld zu übernehmen. Es ist für sie wichtig, den Fortbestand des Unternehmens für die kommenden Generationen zu sichern, was durch nachhaltiges Handeln geschehen soll. Zudem seit es entscheidend, dass das Unternehmen der Verantwortung für die Gesellschaft nachkomme.

Rund 100 Mitarbeiter*innen sind bei dem Familienunternehmen in Dortmund beschäftigt. Durch die jahrelangen Erfahrungswerte sowie die Fachkompetenz der Firma hat diese bereits bei einer Vielzahl von großen Projekten mitgewirkt, wie beispielsweise bei der Installation der Lüftungstechnik im Deutschen Fußballmuseum oder der technischen Gebäudeausrüstung für Besucherlounges, der Umkleidebereiche sowie weiterer Räumlichkeiten im Signal-Iduna-Park.

 

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