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Engagement für grüne Infrastruktur: Naturfelder Dortmund e.V. gründet sich und sucht tatkräftige Unterstützung

Wildbiene, hier eine Schenkelbiene Macropis fulvipes, beim Pollensammeln an den Blütenständen einer Radieschenpflanze im Garten.

Wildbiene, hier eine Schenkelbiene Macropis fulvipes, beim Pollensammeln an den Blütenständen einer Radieschenpflanze im Garten. Foto: Brigitte Handy/Archiv

Artenreiche Vegetationsflächen dienen zahlreichen Insekten als Lebens- und Nahrungsraum und sind für sie daher unverzichtbar. Hierfür müssen wieder verstärkt bunte Blumenwiesen aus heimischen Arten sowohl in den Siedlungen als auch im Freiraum angelegt werden. Eine engagierte Gruppe von Naturschützer*innen möchte diesen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und gegen das Insektensterben leisten und gründet nun in Dortmund den Verein „Naturfelder Dortmund e. V.“.

Videokonferenz als Auftaktveranstaltung am 3. Dezember

„Wir suchen weitere interessierte Dortmunder*innen, die mit uns geeignete Flächen für Blühwiesen identifizieren und diese gemeinsam anlegen wollen“, sagt Rolf Morgenstern von der Fachhochschule Südwestfalen, der die Initiative für die Gründung der Naturfelder Dortmund ergriffen hat. ___STEADY_PAYWALL___

Gemeinsam mit den Urbanisten, einem gemeinnützigen Dortmunder Verein, ist im Rahmen des EU-Forschungsprojektes zur grünen Infrastruktur (proGIreg) diese Idee entstanden. Warum Biodiversität für unser Lebensumfeld so wichtig ist und welchen Beitrag der Verein Naturfelder Dortmund e. V. hierzu leisten kann – dies soll in einer Auftaktveranstaltung vorgestellt werden. 

Diese findet am 3. Dezember um 17 Uhr als Videokonferenz statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Unter anderem wird über den seit 2019 bestehenden Verein Naturfelder.de berichtet. „Die Idee hat schnell eine Eigendynamik entwickelt, wir erfahren viel Unterstützung aus der Kommune und der Bürgerschaft“, so Ingo Bläser, der den Verein Naturfelder.de in Issum am Niederrhein gegründet hat und der als Vorbild für die Dortmunder Aktivitäten dienen soll. Innerhalb kurzer Zeit wurden in Issum mehrere Flächen eingesät und erste Insektenhotels errichtet.

Dortmund ökologisch: Grünflächenstrategie und „Lebendige Labore“ 

Blühwiese am Borsigplatz in der Nordstadt. Foto: Thomas Engel/Archiv

Die Stadt Dortmund unterstützt solche Initiativen. Seit 2019 verfolgt das Grünflächenamt beispielsweise eine eigene Strategie, um öffentliche Grünanlagen ökologisch und nachhaltig zu bewirtschaften. Erste Teilbereiche in Huckarder Grünanlagen wurden bereits gemeinsam ausgewählt. Sie werden im Frühjahr 2021 mit einer Blühwiesenmischung eingesät. Durch weniger häufiges Mähen werden Lebensräume für Insekten geschaffen. Gleichzeitig kann so die Aussamung von Blühpflanzen unterstützt werden.

Eingebettet ist die Naturfelder-Initiative in das EU-Forschungsprojekt productive Green Infrastructure for post-industrial urban regeneration (proGIreg), bei dem die grüne Infrastruktur in ehemals industriell geprägten Bereichen gestärkt werden soll. Die Stadt Dortmund ist dabei in ein EU-weites Konsortium aus 35 Partnern eingebunden, in dem Projekte mit Pilotcharakter umgesetzt werden.

Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort spielt hierbei eine wichtige Rolle. Ziel ist neben der Erhöhung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort die Schaffung einer grünen Infrastruktur, deren positive Effekte auf das Wohlbefinden der Bürger*innen, die Wirtschaft und die Ökologie ausstrahlen.

Die Einbindung der Bürger*innen vor Ort spielt hierbei eine wichtige Rolle

Huckarde ist der Stadtteil, in dem die Dortmunder Projekte innerhalb der nächsten zwei Jahre in Form „Lebendiger Labore“ umgesetzt werden. Neben der Erhöhung der Biodiversität soll eine Aquaponikanlage (kombinierte Fischzucht und Pflanzenanbau) auf der Kokerei Hansa errichtet werden. Mehrere Hochbeetprojekte sind mit Huckarder Kindergärten vorgesehen.

Beispiel für ein Aquaponik-System. Foto: Archiv

Darüber hinaus soll eine barrierefreie Wegeverbindung am Hangfuß des Deusenbergs als Lückenschluss entstehen und Bewegungsangebote in den Gustav-Heinemann-Park integriert werden. Mit den Pfadfindern der St. Urbanus-Gemeinde wurde am Gemeindehaus bereits ein Waldgarten angelegt.

Die Projekte werden gemeinsam vom Amt für Stadterneuerung der Stadt Dortmund, den Urbanisten, der Fachhochschule Südwestfalen, der Citybotanicals GmbH, der aquaponik manufaktur GmbH und lohrberg stadtlandschaftsarchitektur umgesetzt.

Weitere Informationen zu den Naturfeldern sowie zur Anmeldung für die Auftakt-Videokonferenz am 3. Dezember um 17 Uhr sind im Internet zu finden. Diesbezügliche Links befinden sich im Anhang des Artikels.

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