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Dortmund gedenkt der Corona-Opfer: Gottesdienst für Menschen, die in der Pandemie verstorben sind

Oberbürgermeister Thomas Westphal legte einen Kranz für die Opfer der Pandemie nieder.  Fotos: Stephan Schütze

Mehr als 200 Menschen sind in Dortmund schon an Covid 19 gestorben. Sie sollen nicht in Vergessenheit geraten. Für alle Opfer der Pandemie, aber auch für diejenigen, die zurückgeblieben sind, die Trost brauchen in dem, was in ihnen und um sie herum zerbrochen ist, fand auf dem Hauptfriedhof der Stadt ein ökumenischer Gottesdienst statt. Am Freitag um 17 Uhr konnten Dortmunderinnen und Dortmunder ihn online auf den Internetseiten des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund und der Katholischen Stadtkirche verfolgen und mitfeiern. Dort sowie auf den Videoportalen Youtube und Vimeo ist er auch weiterhin zu finden. Außerdem steht das Video im Anhang des Artikels zur Verfügung.

Ökumenisches Gedenken an die über 200 Corona-Opfer in Dortmund 

Propst Andreas Coersmeier und Superintendentin Heike Proske hielten den ökumenischen Gottesdienst auf dem Hauptfriedhof.

Gemeinsam begingen der katholische Stadtdechant Propst Andreas Coersmeier und die evangelische Superintendentin Heike Proske den ökumenischen Gottesdienst. Mit dabei war auch Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal, der im Rahmen des Gottesdienstes einen Kranz für die Dortmunder Opfer der Pandemie niederlegte.

Es sei wichtig, den Menschen, die liebe Angehörige durch die Pandemie verloren hätten, zur Seite zu stehen, dass wir „ihre Trauer, ihre Last mittragen“, sagte der Oberbürgermeister. Zugleich bedankte er sich bei den Dortmunderinnen und Dortmundern, die mit ihrer Disziplin und ihrem Mut dabei mithelfen würden, die Pandemie zu überwinden.

Viele Familien trauern um Angehörige, liebe Menschen sind nicht mehr da, mit denen man noch vor kurzem die gemeinsame Zukunft geplant hat. Zurück bleibt für viele ein Gefühl der Zerbrochenheit, das eigene Leben, das Leben mit dem geliebten Menschen scheint in Scherben zu liegen.

Heike Proske; „Wir nehmen die Scherben unseres Lebens und gestalten neu…“

Heike Proske während des Fürbittengebets.

Schwerer auszuhalten als die Sorge um die eigene Gesundheit seien oft „die Sorgen um die Menschen, die an unserer Seite sind“, beschrieb Propst Andreas Coersmeier das Erleben vieler Betroffener. Zahlreiche Menschen seien gestorben. „Und jede und jeder zählt, denn um sie trauern wir“, sagte der Propst.

„In unserem Leben ist einiges zu Bruch gegangen“, beklagte Superintendentin Heike Proske. Als Symbol nahm sie beim Fürbittengebet bunte Tonscherben zur Hand und tauchte sie in eine Wasserschale. „Wir nehmen die Scherben des Lebens, betrachten sie, befreien sie von den Zeichen dieser/der Zeit – im Wasser, vielleicht im Meer unserer Tränen, entdecken noch einmal glänzende Seiten“, so Heike Proske. 

„Wir nehmen die Scherben unseres Lebens und gestalten neu: den Weg nach vorn, Zeichen der Hoffnung, Symbole der Verbundenheit über alle Zeiten hinweg.“ So vieles sei zerbrochen, sagte die Superintendentin. Aber neben der Traurigkeit blieben ein zaghaftes Hoffen und liebende Menschen. Der Gedenkgottesdienst ist zu finden über die Internetseiten des Evangelischen Kirchenkreises: www.ev-kirche-dortmund.de und der Katholischen Stadtkirche www.stadtkirche-dortmund.de.

Corona-Gedenken: Die „Fliegenden Bilder“ am Dortmunder U lassen weiße Luftballons emporsteigen

Die Stadt Dortmund beteiligt sich an dem für Sonntag, 18. April, in Berlin vorgesehenen zentralen Corona-Gedenken in einer besonderen Form. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Gedenken für die Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie initiiert, das in Berlin im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und einer staatlichen Gedenkfeier im Konzerthaus am Gendarmenmarkt stattfinden wird.

In Dortmund hat Filmemacher Adolf Winkelmann auf Initiative von Oberbürgermeister Thomas Westphal eine öffentliche Gedenkbotschaft für die Fliegenden Bilder am U-Turm künstlerisch umgesetzt: Weiße Luftballons werden hochsteigen und der Schriftzug „Dortmund trauert“ zu sehen sein. Vor dem U-Turm und dem Stadthaus am Wall werden zudem die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

„Wir möchten an diesem Tag ein sichtbares Zeichen für die Verstorbenen, ihre Angehörigen und Freunde setzen“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Es gilt innezuhalten und der Toten zu gedenken. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind aber auch bei den Hinterbliebenen und nahestehenden Personen, die oftmals keine Gelegenheit hatten, ausreichend und in Würde Abschied zu nehmen und denen die Umstände der Pandemie vielfach auch die Gelegenheit genommen hat, angemessen trauern zu können.“

 

Es gibt noch ein Video zum Gottesdienst:

Sollte an dieser Stelle das Video nicht erscheinen, bitte einmal den Browser aktualisieren)

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