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Die Neuplanungen für den Hoeschpark sind beauftragt – doch die Pächter der DoBo-Villa stehen deshalb vor dem Aus

Die DoBo-Villa liegt mitten im Hoeschpark in der Nordstadt. Archivbilder (2): Oliver Schaper

Die Stadt Dortmund hat einen Realisierungswettbewerb zur Entwicklung des Hoeschparks zu einem überregionalen Integrations-, Gesundheits-, Sport- und Freizeitpark auf den Weg gebracht. Doch nicht alle NordstädterInnen sind begeistert – der Freundeskreis Hoeschpark und der Pächter der DoBo-Villa – brachten in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord ihre Sorgen und Wünsche vor.

PächterInnen der DoBo-Villa sorgen sich – mündliche Kündigung ausgesprochen

Existenzielle Sorgen treiben Marcus Schmälter um, der seit 2,5 Jahren einer der Pächter der DoBo-Villa ist. Denn auch sein gepachtetes Gebäude wird in der Wettbewerbsausschreibung genannt. Die WettbewerbsteilnehmerInnen sollen eine Neustrukturierung und einen Umbau des Gebäudes zur Integration multifunktionaler Räumlichkeiten vorschlagen – ohne dass der Pächter davon wusste.

Die DoBo-Villa soll in die Neukonzeption einbezogen werden – zur Überraschung des Pächters.

Im Gegenteil: Die PächterInnen spielen offenbar keine Rolle bei den Planungen. „Wir haben schon viel Energie und Geld reingesteckt und jetzt will man uns kündigen. Wir haben die Kündigung vor einer Woche nur mündlich bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so rechtmäßig ist“, betont Schmälter. Er kritisiert, dass zudem einige Beschreibungen in der Ausschreibung nicht stimmten – so seien viele Arbeiten durch die Stadt als Eigentümerin nicht durchgeführt worden.

Dies sei auch ein Grund, warum der Betrieb noch nicht so laufen könne wie gewünscht. Beispielsweise stehen seit Monaten Fenster bereit, die noch immer nicht eingebaut wurden. „Ich kann keinen Betrieb anbieten, wenn zum Beispiel die Feuerschutztüren noch nicht gemacht sind“, kritisiert der Pächter, der sich bereits an verschiedenen Aktivitäten beteiligt hat. Zudem sind schon Vereine aus dem Park bei ihm zu Gast – es gibt Kooperationen. Wir haben viele Ideen, die wir gerne umsetzen würden“, kritisiert Schmälter in der Einwohnerfragestunde.

Zwar begrüßt Dorian Marius Vornweg (CDU), dass der Park weiterentwickelt wird. Aber Schmälters Bericht besorgt den CDU-Politiker: „Hier wird wieder das Engagement privater Art ins Abseits gedrängt mit dem Hintergrund, dass dann etwas Gefördertes rein kommt.“ Die Planungen dürften das privatwirtschaftliche Engagement nicht verdrängen: „Dass sollte wertgeschätzt werden“, so Vornweg.

Freundeskreis Hoeschpark möchte auch das Freibad einbezogen wissen

Das Freibad Stockheide im Hoeschpark ist bereits seit dem 1. Mai 2018 geöffnet. Foto: Alexander Völkel

Weniger existenzielle, aber dennoch Sorgen und Wünsche hat der Hoeschparkverein: „Wir vermissen, dass das Freibad Stockheide beim Ideenwettbewerb einbezogen wird. Die Entwickler sollen sich anscheinend zum Freibad keine Gedanken machen. Das finden wir schade und fänden es gut, wenn es dazu genommen wird“, betont Vorstandsmitglied Franz-Josef Ingenmey.

Zudem fragen er und seine MitstreiterInnen sich, weshalb zwar sehr viel über die Gebäude geschrieben, aber nur Tennisheim und DoBo-Villa einbezogen würden – nicht aber der Betriebshof. „Er ist aus unserer Sicht geeignet, da weitere Funktionen einzubringen. Und auch für das Wärterhäuschen am Eingang könnte man sich weitere Nutzungen vorstellen“, so Ingenmey. Er könnte sich zudem vorstellen, dass die ProjektentwicklerInnen sich auch in Sachen Ökologie mehr Gedanken machen sollten, als nur beim schmalen Grünstreifen, der neu angelegt wird. 

„Da schlagen wir vor, den gesamten Park einzubeziehen. Da sollen sich die Büros auch Gedanken machen, über Sport und die normale Nutzung hinaus. Auch beim Brügmanns Hölzchen sollten sie sich Gedanken machen“, verdeutlicht das Vorstandsmitglied. 

Die BezirksvertreterInnen hörten aufmerksam zu und entdeckten einige der eigenen Forderungen wieder. So auch Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder. „In den damaligen Beschlüssen war das Freibad durchaus enthalten. Daher habe ich auch nachgefragt. Auch die Bedeutung des Gartenstadt-Radwegs ist von uns als Thema mit aufgenommen worden.“ 

Betrieb des Parks sowie Markenentwicklung und Identifikation als zentrale Themen

Schilder im Hoeschpark weisen den Weg zum Freibad. Die Erschließung ist ein Problem. Foto: Klaus Hartmann

Susanne Linnebach sah im Fehlen des Freibads keinen Widerspruch zu den Wettbewerbsunterlagen. „Der Hoeschpark wird nur zum Teil abgebildet – nicht alles wird abgedeckt. Der Betrieb des Parks, die Markenentwicklung und die Identifikation sind ganz wichtig. Aber das wollen wir nicht über den Wettbewerb machen“, erklärt die Leiterin der Stadterneuerung. „Das bezieht sich auch auf das Freibad. Aber was da zu tun ist, ist nicht unbedingt eine planerische Fragestellung.“ 

Im Rahmen des Wettbewerbs werden Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros aufgefordert, einen Bauentwurf und eine Kostenschätzung zur Entwicklung des Hoeschparks abzubilden. Der Fokus liegt auf landschaftsplanerischen und hochbaulichen Elementen, die den Nutzungsansprüchen der verschiedenen Nutzergruppen gerecht werden. 

Der Park soll besser mit dem Freibad vernetzt werden, wo bereits in der vergangenen Saison zwei neue Eingangsbereiche geschaffen wurden. „Der Eingang in Richtung Hoeschpark ist sehr wichtig für uns. Die Ost-West-Wegeverbindung soll gestärkt werden. Eine Erschließung nur von Brackeler Straße finden wir sehr ungünstig“, so Linnebach.

Kritik: Der Hoeschpark hat seit Ostern keinen eigenen Parkleiter mehr

Die Baseball-SpielerInnen der Dortmund Wanderers nutzen den Hoeschpark. Foto: Leopold Achilles

Die Stadt habe auch die Parkplatzsituation im Blick: „Sie spielt immer eine große Rolle. Im Zuge der Nordspange werden wir auch über Parkmöglichkeiten an der Brackeler Straße reden. Den dortigen Parkplatz, der sich mittlerweile in der Hand der Thelen-Gruppe befindet, will die Stadt gerne übernehmen. Und auch die Nutzung der Parkplätze der Pflegeschule ist Thema. 

Ausgenommen wird das Bad unter anderem wegen des Denkmalschutzes. „Das müssen wir nicht mit Freiraumplanung verbinden“, so Linnebach. Die setze auch auf ökologischen Mehrwert: „Wir erwarten, dass sie Ideen liefern werden, die auch Wildblumenwiesen oder Imkerei mit aufgreifen werden.“

Auch ein anderes Thema sprach der Freundeskreis Hoeschpark an: Seit April hat der Park keine eigenständige Parkleitung mehr. Hendrik Berndsen arbeitet seit dem 1. April im Revierpark Wischlingen. „Schade. Wir waren von der Arbeit sehr begeistert und der Präsenz vor Ort. Wir halten es für eine ganze wichtige Sache, dass eine neue Person zeitnah tätig wird“, fordert Ingenmey.

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