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Die neue Auslandsgesellschaft.de e.V. – Völkerverständigung im Geiste von Humanität und Toleranz in Dortmund

v.l.: Martin Loberg, Marc Frese, Wolfram Kuschke, Klaus Wegener und Erich G. Fritz blicken positiv in die Zukunft. Foto: Martina Plum

v.l.: Martin Loberg, Marc Frese, Wolfram Kuschke, Klaus Wegener und Erich G. Fritz blicken positiv in die Zukunft. Durch die Fusion der Vereine können Kompetenzen gebündelt und Potentiale freigesetzt werden. Foto: Martina Plum

Endlich hat die Verwirrung aufgrund der zwei Bezeichnungen Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. und Auslandsgesellschaft Deutschland e.V. ein Ende. Unter dem Namen Auslandsgesellschaft.de. e.V. vereinen sich die beiden Vereine und bündeln ihre Kompetenzen. Durch die Einführung eines Kuratoriums mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft soll mehr externes Wissen in die wichtige Arbeit der Gesellschaft einfließen und es sollen neue Verbindungen ins Ausland geschaffen werden.

Gründung eines Kuratoriums als Beirat für die Arbeit der Auslandsgesellschaft

„Da unsere Arbeit international ist, war es uns ein Anliegen endlich weltweit einheitlich aufzutreten und einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Mit der Fusion der beiden Vereine entsteht in Dortmund eine der größten Institutionen für den interkulturellen Austausch, politische Bildung und Integration in Nordrhein-Westfalen“, erläutert der alte und neue Präsident der Gesellschaft, Klaus Wegener, die Beweggründe für den Zusammenschluss.

Nach über zwei Jahren Planungsphase, in die die Stadt Dortmund und Oberbürgermeister Ullrich Sierau involviert waren und in denen zahlreiche bürokratische und juristische Hürden zu überwinden waren, könne man nun „ein sattes Pfund“ für Dortmund präsentieren.

Wegener begrüßt die Entscheidung der Mitgliederversammlung, ein Kuratorium zur kompetenten Beratung der Auslandsgesellschaft zu etablieren. Als Vorsitzender dieses Beirates wurde der erfahrene Europa-Politiker und Landesvorsitzende der Europa-Union Nordrhein-Westfalen, Wolfram Kuschke gewählt.

Früherer Europaminister Wolfram Kuschke wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt

Wolfgang Kuschke wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Foto: Martina Plum

Wolfgang Kuschke wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt. Foto: Martina Plum

Der ehemalige Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg freut sich auf seine neuen Aufgaben. „In den kommenden Wochen und Monaten werde ich Personen des öffentlichen Lebens aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Wissenschaft, Kultur, Bildung und Politik versammeln, um Mitglieder für das Kuratorium zu finden“, so Kuschke.

Gemeinsam mit ihnen möchte er Zukunftsvisionen für eine multikulturelle und soziale Gesellschaft entwickeln. So sollen neue Kooperationen und Synergieeffekte entstehen, die auf das Stadtleben abfärben. Dortmund ist bunt und soll noch bunter werden. 

Für die Verantwortlichen ist es aktuell bitter nötig die drei Grundpfeiler der Arbeit der Auslandsgesellschaft weiter zu stärken und auszubauen. „Nach den Situationen in Chemnitz und Köthen scheint es aktuell wichtiger denn je, junge Menschen politisch zu bilden“, so Kuschke.

Nachdem in den letzten Jahren unzählige Menschen aus Krisenregionen nach Europa geflüchtet seien und sich die bürokratischen und rechtlichen Grundlagen und Vorschriften zur Ankunft und zum Aufenthalt in Deutschland nun langsam etabliert hätten, finge die eigentliche Integrationsarbeit eigentlich erst an. Aktuell würden pro Tag immer noch rund 500 Flüchtlinge in diversen Angeboten betreut oder beraten, nähmen an Sprachkursen oder Qualifizierungsmaßnahmen teil.

Die turbulente globale politische Situation macht Aufklärung und Bildung unabdingbar

In Zeiten der wirtschaftlichen Abschottung von Staaten, des Protektionismus und des Aufkeimens nationalistischer Tendenzen sei der internationale Austausch von unschätzbarem Wert und eine einfache Notwendigkeit für Verständnis, Toleranz und Demokratie.

Mit der Fusion der beiden Gesellschaften wurde auch eine neue Satzung des Vereins verabschiedet. Für Marc Frese, ehemaliger Präsident der Auslandsgesellschaft Deutschland und unter der neuen Benennung Vorstandsmitglied, bot sich mit der Fusion die einmalige Gelegenheit, die Auslandsgesellschaft organisatorisch und strukturell neu aufzustellen.

„Wir wollten nicht einfach aus zwei Vereinen einen machen, sondern den Mehrwert und die Synergien nutzen“, erläutert Frese. Als Beispiel hierfür nennt er auf europäischer Ebene die Stärkung der Zusammenarbeit mit dem EDIC (Europe-Direct-Informationszentrum), das Projekt „Europa bei uns Zuhause“, welches in Kooperation mit der Staatskanzlei NRW realisiert wird und das neue Projekt „Deine Stimme für Europa“, welches über die Wahlen des Europaparlaments und deren Aufgaben aufklärt. 

Stärkere Vernetzung und Kooperation mit lokalen Behörden geplant

An der Steinstraße in der Nordstadt in ist die Zentrale von Agentur für Arbeit und Jobcenter in Dortmund.

Die Kooperation mit lokalen Behörden soll intensiviert werden.

Außerdem soll die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wie der Arbeitsagentur und dem JobCenter Dortmund intensiviert werden. „Für mich ist der Mehrwert, der durch die Fusion entstanden ist schon in den ersten Wochen spürbar. Wenn erstmal die personellen und strukturellen Umstellungen vollzogen wurden, wartet hier eine Menge Potenzial auf uns“, freut sich Marc Frese.

Parallel zum Verein hat die Gesellschafterversammlung auch die Tochtergesellschaft umbenannt, die den Sprachenunterricht für die Auslandsgesellschaft organisiert hat. Sie wird zukünftig Auslandsgesellschaft.de gGmbH heißen und von Marc Frese und Klaus Wegener als Geschäftsführer geleitet.

„Zukünftig ist es egal, wer was macht. Alles wird unter dem Dach der einen Auslandsgesellschaft stattfinden. Jede Veranstaltung, jedes Projekt und jeder Kurs trägt die gleiche Überschrift“, so Klaus Wegener. Die nächsten Schritte zur Vollendung der Fusion beschäftigen sich mit der Optimierung der Angebote und der Kombination der Kompetenzen der ehemals getrennten Vereine. 

Die großen Hürden sind überwunden aber es gibt noch viel zu tun

Strukturen und Angebote sollen hierfür analysiert werden, um Programme zu stärken und neue Themenfelder zu erarbeiten. Hierbei sollen die Ideen und Interessen der Stadt Dortmund und des Landes Nordrhein-Westfalen berücksichtigt werden. Auch der Geschäftsführer der Auslandsgesellschaft ist mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden.

„Es war ein längerer Prozess, doch jetzt haben wir die größten Hürden überwunden. Aber es gibt noch viel zu tun“, so Martin Loberg. Organisatorisch müssten noch Verantwortlichkeiten festgelegt, Schnittstellen beispielsweise zur Stadtverwaltung geschaffen und die eigene Verwaltung IT-technisch auf Vordermann gebracht werden.

Vorstandsvize Erich G. Fritz erinnert sich noch an ganz andere Zeiten in der Auslandsgesellschaft. Man habe seit den 80er Jahren immer wieder Höhen und Tiefen erlebt aber die Zeit der Existenzängste sei nun endgültig vorbei. Umso mehr freut er sich über die neue „Strahlkraft“ der Gesellschaft, die durch die Fusion entstanden sei.

Gute Zukunftsperspektiven auf solider Grundlage

„Besonders froh bin ich, dass auch unter der neuen Bezeichnung unser Logo erhalten bleibt. Denn es symbolisiert ganz toll, wie wir über Austausch in Kultur und Sprache dafür sorgen, Brücken zu schlagen“, so Fritz. Es sei an der Zeit nach vorne zu schauen und die Auslandsgesellschaft als Ort zu nutzen, an dem Gleichgesinnte zusammen kommen.

Und auch Klaus Wegener und Kollegen sind in Aufbruchstimmung. „Da, wo es politisch am schwierigsten erscheint, da gehen wir hin und bringen die Menschen zusammen. Es ist an der Zeit die europäische Gemeinsamkeit wieder zu stärken“, so der Präsident. 

Ihre Arbeit finde nicht am Rand sondern in der Mitte der Gesellschaft statt. Mit der geballten Kompetenz in der neuen Auslandsgesellschaft sei man nun gut gewappnet neuen Problemen und Aufgabenstellungen entgegen zu treten. Auf die gut 50 Festangestellten, rund 100 Honorarkräfte und unzähligen EhrenamtlerInnen warte eine positive Zukunft auf solider Basis.

Weitere Informationen:

Der neu gewählte Vorstand der Auslandsgesellschaft.de e.V.:

  • Klaus Wegener (Präsident)
  • Rainer Frickhöfer, Erich G. Fritz, Norbert Schilff (Vizepräsidenten)
  • Lothar Staschik (Schatzmeister)
  • Odile Brogden, Anja Butschkau, Marc Frese, Dr. Peter Gentges
  • Cornelia Irle (Vertreterin des Oberbürgermeisters)
  • Martin Loberg (Geschäftsführer)
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