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Die Armen stehen im Mittelpunkt: In der Nordstadt schlägt das Herz der katholischen Kirche

Der Katholischen Kirche in der Nordstadt fällt es immer schwerer, ihre Gotteshäuser zu füllen.

Der Katholischen Kirche in der Nordstadt fällt es immer schwerer, ihre Gotteshäuser zu füllen.

Als Seelsorger in der Nordstadt? Kein Job wie jeder andere! „Es gibt einen großen Unterschied zur Reststadt“, sagt Pfarrer Ansgar Schocke. „Die seelsorgerische Arbeit geht nicht ohne den sozialarbeiterischen Dienst.“ Wer sich darauf einstellt, findet hier reizvolle und erfüllende Aufgaben.

Gähnende Leere in den sechs katholischen Kirchen in der Nordstadt

Caritativ-pastorales Zentrum der Pallottiner in St. Antonius Nordstadt

Pfarrer Ansgar Schocke spricht offen über die Herausforderungen der katholische Kirche. Foto: Völkel

10.200 Gemeindeglieder gibt es in der Nordstadt. „Aber nur 3,5 Prozent aktive Kirchenbesucher“, schiebt der Leiter des Pastoralen Raum Dortmund Nordstadt-Ost nach. Daher herrscht oft gähnende Leere in den sechs noch genutzten Kirchen. „Bei uns stehen die Menschen in der ersten Reihe. Dahinter steht keiner, weil es keine zweite Reihe mehr gibt“, sagt Pfarrer Martin Lohhoff vom Pastoralverbund Fredenbaum.

Katholische Kirche will die Nordstadt nicht aufgeben

Doch aufgeben wird die katholische Kirche die Nordstadt nicht. Im Gegenteil: Den Pfarrern Ansgar Schocke und Martin Lohhoff stehen ab sofort Vikar Daniel Schwarzmann zur Seite. Zum Team gehören auch die Gemeindereferenten Karsten Haug und Jörg Willerscheidt sowie Gemeindeassistentin Julia Brake.

Aber auch Pfarrer in Ruhe Alfons Wiegel sowie die Pallottiner – Pater Johannes Wilhelmi und Bruder Maiko – kümmern sich um die Belange der katholischen Schäfchen und der anderen Menschen, die den Weg in eine der Kirchen finden.

Gemeindereferent Karsten Haug ist vor acht Jahren ganz bewusst aus dem Dortmunder Süden an den Borsigplatz gewechselt. Er ist Borussia-Fan und arbeitet nun am Gründungsort des Vereins, der Dreifaltigkeitskirche. Die BVB-Gottesdienste sind für ihn so etwas wie die Höhepunkte seiner Arbeit.

Pfarrer Schocke:  „Den Menschen geht es hier um Grundbedürfnisse“

Caritativ-pastorales Zentrum der Pallottiner in St. Antonius Nordstadt

Soziale Angebote wie der Mittagstisch für Kinder gewinnen zunehmend an Bedeutung. Foto: Völkel

Doch an normalen Tagen haben die Menschen andere Themen: Ihnen wie in anderen Stadtteilen erklären zu wollen, was Kirche ist – das funktioniert in der Nordstadt nicht.

„Den Menschen geht es hier um Grundbedürfnisse: Arbeit, Hunger, Krankheit. Seelsorge muss man hier ganz anders denken“, erklärt Schocke. „Kirche spielt für die meisten Menschen keine Rolle mehr.“

„Im Norden werden Dinge deutlich, die woanders noch behübscht werden können“, verdeutlicht Pfarrer Martin Lohhoff. Die Institution Kirche ist in der Lebenswirklichkeit vieler Katholiken in der Nordstadt nicht mehr verankert. „Sie verstehen unsere Sprache und unsere Riten nicht. Da nutzen auch Hausbesuche wenig“, berichtet Schocke.

„Früher habe ich sie gebeten, erst mal den Fernseher auszuschalten, wenn ich zu Besuch komme. Das mache ich nicht mehr“, verdeutlicht der Pfarrer. „Ich habe mich den Menschen anzupassen und kann ihnen nicht erklären, wie sie zu leben haben.“

Multikulturalität als Reiz und Ansporn für die Arbeit in der Nordstadt

Die katholische Kirche hat ihre Jugendarbeit für alle sechs Kirchen gebündelt. Foto: Hartmann

Die katholische Kirche hat ihre Jugendarbeit für alle sechs Kirchen gebündelt. Foto: Hartmann

Wer das begreift und verinnerlicht, kann neue Wege der Ansprache finden. Darauf haben sich alle Mitarbeiter eingestellt. Julia Brake kommt aus dem Sauerland: „Da werden 100 Prozent aller katholischen Kinder zur Kommunion und Firmung angemeldet. Hier sind es nur 25 Prozent.“

Für die Mitarbeiter liegt in der Multikulturalität ein Reiz:  Vielleicht sind 60 oder 70 Nationen vertreten. Mit Reichtümern sind die wenigsten Mitglieder gesegnet. Aber genau hier liegt die Chance der Erneuerung und passt zur neuen Linie von Papst Franziskus.

„Im Mittelpunkt der jesuanischen Verkündung stehen die Armen“, verdeutlicht Pfarrer Ansgar Schocke. „Wenn das so stimmt, sind wir in der Nordstadt das Herz der katholischen Kirche.“

 

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN IN DER NORDSTADT

Suchet der Stadt Bestes: Ökumenischer BVB – Gottesdienst zum Bundesliga-Start

Zum ökumenische BVB-Gottesdienst ist die Kirche in der Nordstadt voll. Foto: Jütte

Zum ökumenische BVB-Gottesdienst ist die Kirche in der Nordstadt voll. Foto: Jütte

Der ökumenische Gottesdienst zu Beginn einer jeden neuen Saison ist schon zur Tradition geworden. Am Donnerstag vor dem ersten Spieltag, 21. August, laden die evangelische und katholische Kirche in der Dortmunder Nordstadt zum ökumenischen BVB- Saisoneröffnungsgottesdienst ein.

Beginn ist um 19:09 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche am Borsigplatz (Flurstraße). Mitgestaltet wird der Gottesdienst von der BVB – Fanabteilung und dem Chor „N´joy“ aus Kirchlinde.

Im Gottesdienst übergeben die Religionsvertreter die Jubiläumsfahne mit allen Glück- und Segenswünschen für die kommende Saison an Borussia Dortmund.

Gemeinsam Meer erleben – Erstmals feiern die katholischen Kirchen in der Nordstadt  gemeinsam

Vikar Daniel Schwarzmann wird am kommenden Wochenende in sein Amt eingeführt.

Vikar Daniel Schwarzmann wird am kommenden Wochenende in sein Amt eingeführt. Foto: Völkel

Am Wochenende, 23./ 24. August, feiern die katholischen Kirchen in der Nordstadt erstmals ein gemeinsames Gemeindefest. Beginn ist am Samstag um 17:00 Uhr auf der Festwiese der Josephskirche (Heroldstraße) mit Musik und Grillspezialitäten.

Am Sonntag feiern die Gläubigen um 10 Uhr eine Familien- und Festmesse in der Josephskirche. Dort wird auch der neue Vikar Pastor Daniel Schwarzmann begrüßt.

Anschließend gibt es ein buntes Programm mit viele internationalen Spezialitäten aus Kroatien, Italien, Vietnam und Portugal. Unter anderem werden der Shanty-Chor aus Aplerbeck und tamilische Tänzerinnen die Gäste begeistern.

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