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Der „Tag des offenen Denkmals“ zeigt am 13. September in Dortmund viele verborgene Schätze

Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik, Industrie, am 13. September 2015. Historische Eisenbahn-Stahlbrücke an der Weißenburger Straße- Oesterholz

Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik, Industrie, am 13. September 2015. Historische Eisenbahn-Stahlbrücke an der Weißenburger Straße- Oesterholz

Von Joachim vom Brocke

In diesem Jahr gibt es ihn wieder: den Tag des offenen Denkmals. Am Sonntag, 13. September, beteiligt sich die Stadt zum 22. Mal an diesem bundesweiten Tag. Motto: „Handwerk, Technik, Industrie“.

60 Institutionen, Vereine und Einzelpersonen haben zugesagt, „ihr Denkmal“ der Öffentlichkeit vorzustellen. So viele wie nie! Im vergangenen Jahr war der Denkmaltag abgesagt worden – aus personellen Gründen.

Privatleute und historische Vereine machen mit

Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik, Industrie, am 13. September 2015. Im Wasserbehälter des Wasserturms am Heiligen Weg

Im Inneren des Wasserbehälter des Wasserturms am Heiligen Weg.

Bei der Vorstellung des Programms bezeichnete Stadtrat Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, den Denkmaltag als „eine ganz besondere und wichtige Einrichtung“.

Nicht nur Privatleute, auch zahlreiche historische Vereine in der Stadt hätten so die Möglichkeit, „ihre verborgenen Schätze vorzustellen“. Denkmäler seien sehr oft keine toten Baukörper; vielfach seien sie – bei Erhaltung der geschichtlichen Substanz – mit neuem Leben erfüllt worden.

Svenja Schrickel, Leiterin der Denkmalbehörde, erinnerte daran, dass der erste Denkmaltag 1994 dem Industriedenkmal gewidmet worden sei und inzwischen Handwerk, Technik und Industrie mit hinzu genommen wurden.

Susanne Abeck und Stefan Nies vom Koordinatoren-Team des Denkmaltages 2015 ergänzten, dass einige Handwerker selbst aktiv dabei sein werden. Lob spendete Susanne Abeck der offiziellen Broschüre, die seit heute zu haben sein wird und dem Interessenten manche Informationen vermittelt.

Wanderung über den „Sky Walk“ auf Phoenix-West möglich

Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik, Industrie, am 13. September 2015. Pumpwerk Evinger Bach am Fredenbaum

Auch das Pumpwerk Evinger Bach am Fredenbaum kann besichtigt werden. Fotos: Klaus Hartmann

Diese Denkmäler sind dabei: Zunächst bedeutende Bergbau-Denkmale. Vom Hammerkopfturm der Zeche Minister Stein, über den Luftschacht Rote Fuhr in Grevel bis hin zu den Zechenanlagen Hansemann in Mengede, Westhausen in Westerfilde, Zollern in Bövinghausen, Gneisenau in Derne und schließlich Kokerei Hansa in Huckarde.

Eine Wanderung zur Industriegeschichte Hördes führt unter anderem zum Hochofenwerk Phoenix-West, das vom „Sky Walk“ aus betrachtet werden kann – dem „Gehweg“ hinein in die Hochofen-Ruine.

Auch in Huckarde erkudigt man industrie- und technikhistorische Spuren. Zudem kann die ausgeprägte Trinkhallenkultur in einem Rundgang durch das Unionviertel bestaunt werden.

Alter Wasserturm am Heiliger Weg ist erstmals dabei

Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik, Industrie, am 13. September 2015. Veranstalter präsentieren das Plakat vor dem Wasserturm am Heiligen Weg

Vor dem Wasserturm am Heiligen Weg präsentieren die Veranstalter das Plakat zur Veranstaltung.

Das Thema Technik repräsentieren spannende technische Denkmäler wie der Florianturm, die Wassertürme in Grevel (Lanstroper Ei) und am ehemaligen Südbahnhof (Heiliger Weg).

1923 bis 1927 von der Reichsbahn errichtet wurden hier bis Ende der 50-er Jahre Dampflokomotiven mit Kesselwasser versorgt. Im oberen Drittel des 43 m hohen Turms gibt es zwei Betonbecken mit einem Gesamtfassungsvermögen von 800 Kubikmeter.

Ralf Schulte-Ladbeck (architekten-XXL GmbH) ist heute Eigentümer und Nutzer des Gebäudes. Hinter der Ziegelsteinfassade verbirgt sich ein Stahlbeton-Skelettbau, in dem mehrere Büros untergebracht sind. Erstmals dabei ist auch das Feuerwehrgerätehaus des Löschzuges Hombruch.

Eröffnungsveranstaltung im Bildungszentrum Hansemann mit Ausstellung

Einige Fachwerkbauten dokumentieren schwerpunktmäßig die Handwerksgeschichte der Stadt. Private Eigentümer öffnen ihre Pforten.

Zum gärtnerischen Handwerk bieten die Freunde des Botanischen Gartens Rombergpark ein buntes Programm. Außerdem sind 19 Kirchen in Dortmund und Lünen dabei, die das Spektrum Handwerk aufzeigen.

Abendrot am Lanstroper Ei. Archivfoto: Alex Völkel

Abendrot am Lanstroper Ei. Archivfoto: Alex Völkel

Eröffnet und beendet wird der Tag des offenen Denkmals am 13. September um 11 Uhr im Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer Dortmund. Oberbürgermeister Ullrich Sierau wird den Tag offiziell eröffnen und Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer, als Gastgeber ein Grußwort sprechen.

Die historischen Tagesanlagen der Zeche mit dem Bildungszentrum stehen bis 17 Uhr zur Besichtigung offen. Außerdem gibt es Informationen zur Berufsbildung. Abschluss des Tages ist gegen 17.30 Uhr in der Kokerei Hansa in Huckarde mit einer Gesprächsrunde.

Mehr Informationen:

  • Eine 120-seitige Broschüre mit allen Einzelheiten ist ab heute im Rathaus, den Bezirksverwaltungsstellen, im KulturInfoShop, bei der Dortmund-Agentur am Friedensplatz oder in den Museen kostenlos zu haben. Neben den einzelnen Besichtigungsmöglichkeiten gibt es eine ganze Reihe Beiträge von Experten.
  • Ermöglicht wurden die Organisation des Denkmaltags und der Druck der Broschüre durch eine großzügige Spende der Sparkasse Dortmund. Weitere Unternehmen haben bei der Finanzierung der Broschüre durch eine Anzeige geholfen.
  • Das Interesse ist groß – in Dortmund wurden beim letzten Denkmaltag 2013 insgesamt 9300 Gäste gezählt.
  • Die Programmbroschüre gibt es auch im Internet: www.denkmalbehoerde.dortmund.de unter „Tag des offenen Denkmals 2015“. Hier gibt es auch etwaige Aktualisierungen zum Ablauf.

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