Nordstadtblogger

Der Hafenspaziergang offenbart die Potentiale der Nordstadt – Kreativität und Engagement für die Zukunft des Quartiers

Hafenspaziergang: An 50 Orten gab es rund 100 Veranstaltungen. Fotos: Leopold Achilles

Von Sascha Fijneman

Der Hafenspaziergang 2018 führte seinen BesucherInnen wieder einmal die ungeheure Vielfalt des Quartiers vor Augen. An 50 Orten konnten die Gäste aus rund 100 Veranstaltungen und 200 Programmpunkten auswählen, unmöglich überall gleichzeitig zu sein. Aber dafür war ja auch für jeden Geschmack etwas dabei. Ob Konzerte, Museumsführungen, Kunstausstellungen oder Mitmachaktionen, Spiele und Sport – es wurde an alles gedacht. Es präsentierten sich wieder die unterschiedlichsten Akteure aus den Bereichen Kunst, Kultur, Soziales und Wirtschaft und brachten den Gästen informativ ihre Arbeit näher. 

Im Baucontainer konnten sich die Gäste über den Strukturwandel des Hafens informieren

Ulrich Sierau und Uwe Büscher eröffneten gemeinsam den Hafenspaziergang am Umschlagplatz.

Hafenchef Uwe Büscher bedankte sich eingangs für die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Dortmund, dem Hafenamt und dem Quartiersmanagement und machte auf die lange Vorbereitungsphase und den Planungsaufwand für ein solches Event aufmerksam.

Anschließend übergab er das Wort an Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der den bereits achten Hafenspaziergang gegen 14 Uhr mit einem dreifachen „Ahoi“ auf dem alten Umschlagplatz standesgemäß eröffnete. In seiner Rede betonte er, dass der Dortmunder Hafen der größte Kanalhafen Europas sei und mittlerweile ein Musterbeispiel des Strukturwandels.

In den letzten Jahren seien hier 5000 Arbeitsplätze entstanden und in absehbarer Zukunft sollen weitere Bauprojekte und neue Unternehmen hier für weiteren wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Die BesucherInnen konnten sich in einem eigens dafür auf dem alten Umschlagplatz aufgestellten Container über die geplanten Bauvorhaben wie den Leuchtturm informieren.

Ideen austauschen und ein Netzwerk verschiedenster Akteure schaffen

Im Baucontainer konnten sich die Gäste über die Entwicklung des Hafens informieren.

Die Wirtschaftsförderung habe hier in den letzten Jahren einiges auf den Weg gebracht, so dass sich die Verantwortlichen Entwicklungsimpulse vom Dortmunder Hafen erhoffen, die weitere Projekte nach sich ziehen. 

„Die große Dynamik des Dortmunder Hafens spiegelt sich in der Vielfalt des Hafenspaziergangs wider. Wir machen das hier vor allem auch, damit sich die unterschiedlichen Akteure austauschen, neue Ideen entwickeln und so im besten Falle ein Interessennetzwerk entsteht“, so Sierau.

Auch er bedankte sich bei den beteiligten Akteuren und bat die Gäste, sich den Hafen noch einmal genau in seinem Ist- Zustand anzusehen, denn bereits im nächsten Jahr könnte  hier bereits einiges ganz anders aussehen. „Der völlig veränderte Hafen wird Geschichte schreiben und vor allem die Nordstadt wird davon profitieren. Heute geben wir den Startschuss für eine neue Dimension des Dortmunder Hafens“, so Sierau.

Entspannte Wohlfühlstimmung am Sandstrand vor „Herrn Walter“

Sehr entspannte Atmosphäre bei Herr Walter.

Anschließend schlug er die Glocke und nach einem dreifachen Ahoi war der achte Hafenspaziergang eröffnet. Bereits gegen 15 Uhr war der kleine Sandstrand vor dem Eventschiff „Herr Walter“ in der Speicherstraße gut gefüllt.

Die Gäste ließen sich in den Liegestühlen nieder, genossen das gute Wetter und ließen sich vom Bühnenprogramm unterhalten. Hier ging es multikulturell und musikalisch zu. Es traten verschieden Gruppen des Dietrich-Keuning-Hauses unter anderem mit Folklore-Tanz auf. Sie teilten sich die Bühne mit TeilnehmerInnen des DEW21 Förderprogramms „Dortmund Calling“ und sorgten für gute Unterhaltung, die perfekt zur entspannten Wohlfühlstimmung im Sand passte.

Vor allem Kunstinteressierte kamen beim achten Hafenspaziergang voll auf ihre Kosten. In der Speicherstraße 100 öffneten mehrere Ateliers ihre Pforten und luden ein, die Ausstellungen zu erkunden. Es gab hier eine beeindruckende Vielfalt zu bestaunen. Immer wieder andere Stile, Streetart vom feinsten, im passenden, großräumigen Ambiente, wo den Werken genug Platz blieb, um sich zu entfalten und auf die BetrachterInnen zu wirken. Definitiv ein imposantes Erlebnis.

Imposante Kunstaustellungen zogen zahlreiche BesucherInnen magisch an

Die Speicherstraße blieb am Tag des Hafenspaziergangs gesperrt und war voll mit Menschen.

Außerdem gab es für Kunstinteressierte Ausstellungen im Künstlerhaus Dortmund, im Kunstbetrieb und im Projektspeicher, wo abstrakte Kunst gezeigt wurde. Es bestand auch die Möglichkeit, den KünstlerInnen des Graffitikollektivs „More than Words“ bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und Zeuge zu werden, wie Streetart ein Quartier aufwerten kann.

Auch die Stadtteilkirchen beteiligten sich wieder am Hafenspaziergang. In der Pauluskirche gab es im Rahmen des Halleluyeah-Festivals ein abwechslungsreiches Musikprogramm bis Mitternacht, während im Kirchgarten Snacks und Getränke angeboten wurden. Die besondere, tolle Akustik der Paulskirche machte auch dieses Event einzigartig für die BesucherInnen.

In der Christuskirche wurden hingegen kurze Führungen angeboten und bei Kaffee und Kuchen gab es auch ein etwas kleineres Bühnenprogramm. Es gab so vieles zu erkunden und zu entdecken, dass man unmöglich alles auf sich wirken lassen konnte. Auch im Hafenamt gab es kurze Führungen und im Hinterhof war liebevoll eine kleine Ruheoase mit Liegestühlen und einer Bar eingerichtet, die sanft mit Musik beschallt wurde.

Es gab auch wieder viele Angebote für Familien und Kinder

Im Blücherpark standen besonders die Kinder im Vordergrund.

Überhaupt war beim Hafenspaziergang alles locker und zwanglos. Nirgends hatte man das Gefühl, Lautstärke oder Präsentation seien aufdringlich oder provokant. Stattdessen wurde man eher zum Genießen, Entspannen oder Mitmachen eingeladen. Das Publikum verteilte sich über das gesamte Hafenquartier, so dass es nie irgendwo zu voll wurde, sondern sich jeweils kleine Menschentrauben vor den verschiedenen Angeboten zusammenfanden.

Im Blücherpark kamen vor allem Familien und Kinder voll auf ihre Kosten. Während auf der kleinen  „Subrosa“-Bühne verschiedene Bands die Erwachsenen in Stimmung brachten, konnten die Kids sich auf der Hüpfburg austoben, malen, rutschen, spielen und vieles mehr.

Nahe des Hafenamtes konnten die Kids zwei Diesel-Loks der Dortmunder Eisenbahn GmbH betreten und wurden von kompetenten MitarbeiterInnen mit der Technik des Führerhauses vertraut gemacht. Ein Traum für viele Kinder. Auch die Arbeiterwohlfahrt war an verschiedenen Standorten mit Kinderprogrammen vertreten.

Fackeltour und Konzert in Stahlproduktionshalle als Highlights des Abends

Queen and the Gang spielten ein Konzert in der Produktionshalle von Leib Stahl.

Groß und Klein, Jung und Alt waren gleichermaßen von der Möglichkeit begeistert, das Hafenbecken über die Pontonbrücke, die im Rahmen der Katastrophenschutzübung des Technischen Hilfswerkes und des Arbeiter-Samariter-Bundes installiert wurde, zu überqueren.

Neben den Veranstaltungen wurden auch verschiedene Führungen durch das Hafenquartier angeboten. Ein Rundgang, um Einblick in Leben und Kultur des Stadtteils zu erlangen und ein Photowalk zu den Highlights des Hafenspaziergangs mit dem Dortmunder Fotografen Roland Klecker. Hinzu kamen Filmvorführungen und Lesungen, Fotoausstellungen und Workshops

Bevor sich das Geschehen am Abend dann in die beliebten Stadtteillokale wie das „Subrosa“, das „sissikingkong“ und den „Rekorder“ verlagerte, standen noch zwei weitere Highlights auf dem Programm.

Die Fackelführung war wieder beliebt.

Zum einen die Fackeltour, die ab 21 Uhr durch das Quartier zog und ihre ganz eigene Nordstadtatmosphäre schuf. Zum anderen der Auftritt der Band „Queen and the Gang“ in der Stahlproduktionshalle der Leib Stahl GmbH.

Beide Veranstaltungen lockten nochmals zahlreiche BesucherInnen und machten den Hafenspaziergang 2018 zum unvergesslichen akustischen und optischen Erlebnis für alle Gäste. Im nächsten Jahr wollen die Verantwortlichen nochmal eine Schippe drauflegen.

„2019 wird der Dortmunder Hafen 120 Jahre alt. Also wollen wir auch 120 Veranstaltungen anbieten“, betont Hafenchef Uwe Büscher.

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Ein Gedanke zu “Der Hafenspaziergang offenbart die Potentiale der Nordstadt – Kreativität und Engagement für die Zukunft des Quartiers

  1. beate hauschild

    Hallo,
    vermisse Fotos vom Art-Day am Industrie und Lackmuseum , Drehbrückenstr. 13.
    Hier waren am Samstag beim Hafenspaziergang an die 50 Künstler mit Ihren Ständen vor Ort!

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