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ConcordiArt: Das Kunstkaufhaus am Borsigplatz eröffnet

Für ConcordiArt – das Kunstkaufhaus laufen die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung.

Nach langen Vorbereitungen wird es ernst: Am Freitag eröffnet das Kulturkaufhaus „ConcordiArt“ am Borsigplatz. Die Idee: Künstler und Anbieter, die alleine kein Ladenlokal bespielen können oder wollen, betreiben gemeinsam ein Geschäft. Produkte von aktuell 15 Anbietern wird es geben  – weitere Künstler und Kreative sind willkommen.

Ladenlokal für Anbieter, die sich kein eigenes leisten können oder wollen

Henrik Müller ist dabei. Der Fotokünstler ist ansonsten nur auf Kunstmärkten zu finden. „Ich habe kein Angebot, womit ich einen eigenen Laden lebendig halten könnte.“ Nun kann er am Borsigplatz ausprobieren, ob es für seine Fotos und Postkarten einen ausreichend großen Markt gibt.

Darauf setzt auch Kerstin Klemm. Taschen, Utensilien und Accessoires bietet sie an. „Ich möchte Leute in die Nordstadt locken.“ Sie sollten sehen, dass die Nordstadt anders sei, als es mediale Schlagzeilen vermuten lassen.

Künstlerisch gestaltete Särge und Urnen

Ramona Geng hat sogar einen eigenen Laden gehabt. Doch ihre individuell gestalteten Särge und Urnen benötigen einen niederschwelligen Zugang und „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Denn allein über Bestatter funktioniert das nicht. Die Menschen haben dann nicht Kopf, sich damit auseinander zu setzen.

Durch das kreative Umfeld, welches viele Menschen anlocken soll, könnte das anders sein. „Dann sehen die Menschen, dass es noch mehr gibt als Eiche rustikal“, so Görg. Ganz abgesehen davon, dass es auch Kooperationsmöglichkeiten gibt – zum Beispiel mit den Fotokünstlern. Die Skyline von Köln war schon gefragt. Warum sollte das nicht auch mit Dortmund gelingen?!

Gemeinschaft statt Einzelkämpfer

Sonja Voss geht den umgekehrten Weg: Die Goldschmiedin und Glasbläserin ist seit 25 Jahren selbständig und bietet zudem noch Naturkosmetik an. Sie hatte ein eigenes Geschäft: Ich möchte aber nicht mehr alleine einen ganzen Laden bespielen müssen. Ich möchte eine Community und den kreativen Austausch“, betont Voss. Daher macht sie bei „ConcordiArt“ mit.

Plattform für Existenzgründer

Initiator und Motor ist „BASTA“. Im Auftrag des Nordstadtbüros der Wirtschaftsförderung Dortmund ist das Büro für Architektur und Stadtentwicklung  – kurz „BASTA“ – im Rahmen des Projektes „Standortentwicklung NORD“ mit der Wiederbelebung leerstehender Gewerbeimmobilien befasst. Dabei werden Eigentümer, Mietinteressenten und Existenzgründer insbesondere rund um den Borsigplatz und im Schleswiger Viertel unterstützt.

Das repräsentative Concordia-Haus ist dabei das Flaggschiff und als Plattform für Existenzgründer gedacht, verdeutlicht Ute Ellermann. Entscheidend ist, dass die Anbieter in gewisser Weise einzigartig sind. Dabei müssen dies nicht nur Künstler sein, sondern auch Menschen, die Waren anbieten, die es ansonsten noch nicht im Umfeld gibt.

Bioprodukte und hochwertige Delikatessen

Cem Erdogdu setzt beispielsweise auf Bioprodukte und hochwertige Delikatessen. 2013 hat er seine Firma gegründet und vertreibt sie bisher von zu Hause aus. „Ich möchte den Markteintritt wagen und mitmischen“, betont der Existenzgründer. Doch mit nur vier bis fünf Spezialiäten im Angebot würde sich ein eigenes Ladenlokal nicht tragen. „Selbst bei wahnwitziger Bekanntheit“, sagt er lachend.

Anders als beim Home-Office habe er hier die Chance, direkt mit dem Endkunden ins Gespräch zu kommen. ER setzt vor allem auf türkische Spezialitäten und Kräuter aus der Ägäis. Aber auch ein „phantastisches Mango-Mus aus Indien“ hat er im Angebot. „Es ist hervorragend und hier noch nicht etabliert. Jeder muss sich seine Nische suchen.“

Interessantes Buchangebot mit Lesungen und Diskussionen

BlackPigeon – das libertäre Buchladenkollektiv, wird Bücher und Lesungen anbieten.

„BlackPigeon  – das libertäre Buchladenkollektiv“, wird im neuen Kunstkaufhaus Bücher anbieten und will perspektivisch Lesungen und Diskussionen veranstalten. Die Aktiven sind froh, eine Bleibe für ihr ungewöhnliches Buchangebot gefunden zu haben. Neben den neuen Publikationen wollen sie allerdings auch ein Kostenlos-Buchangebot machen – hier können gebrauchte Bilder eingestellt und andere kostenlos mitgenommen werden.

„Machbarschaft Borsig11“  eröffnet Café 

Eine Ergänzung zum Angebot wird auch die „Machbarschaft Borsig11“ liefern. Bislang gibt es eine Einkaufsgemeinschaft. Künftig werden sie im „ConcordiArt“ ein Café betreiben und Tee, Kaffee und Brause aus Bio-Fairtrade ausschenken sowie ausgesuchte Produkte anbieten.

„Das wird nicht die Komplett-Versorgung“, bedauert Volker Pohlüke mit Blick auf die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings wird dies ein ergänzendes Angebot vor allem für nicht mobile Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers sein.

Ramona Geng bietet individuelle Sarg- und Urnengestaltung an.

„Das Café selbst ist ein Beiangebot, um auf die anderen Anbieter aufmerksam zu machen“, betont Adriana Haberer von BASTA. Dazu sollen auch Ausstellungen, Produkt-, Moden- und Werkschauen beitragen, die künftig im „ConcordiArt“ stattfinden sollen.

Freitag um 16 Uhr Eröffnung

Am Freitag, 23. Mai, geht es los: Von 16 bis 19 Uhr sind die ersten Gäste und Kunden willkommen, freut sich BASTA-Mitarbeiter Dennis Zielske. Bis dahin sollen auch Künstler und Anbieter, die im Laden mitarbeiten und sich die Präsenzschichten teilen, im Kassensystem unterwiesen sein und das Angebot der anderen Anbieter kennen.

Wegen der Veranstaltungsreihe Offene Ateliers hat das Kulturkaufhaus am Samstag von 10 bis 22 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.  Ab dem 26. Mai beginnen die regulären Öffnungszeiten: Der Laden wird dann montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet haben.

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Galerie ConcordiArt – Fotos:  Sabitha Saul

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