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Christuskirche Dortmund: Bei den Baptisten in der Nordstadt wird so manche Sehnsucht gestillt 

Die Baptistische Gemeinde in der Christuskirche in der Feldherrnstraße. Foto: Klaus Hartmann

Die Baptistische Gemeinde in der Christuskirche in der Feldherrnstraße. Foto: Klaus Hartmann

Sonntags sind Parkplätze in der Feldherrnstraße knapp. Denn zu besonderen Anlässen strömen schon mal bis zu 350 Menschen durch den beeindruckenden Glaseingang zum Gottesdienst in die lichtdurchflutete Christuskirche, der man ihre fast 120 Jahre eigentlich nicht abnehmen mag.

„Die Christuskirche ist nicht nur ein Gebäude. Wir leben hier!“

Hier ist das Zuhause der Baptisten. Korrekt: der Baptistengemeinde im Bund der Ev.-Freikirchlichen Gemeinden (EFG) in Deutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sonntags werden hier moderne Gottesdienste gefeiert.

Christuskirche

Die Christuskirche in der Feldherrnstraße. Foto: Gemeinde

Im Raum der Stille können Interessierte allein für sich beten oder sich segnen lassen, während Café und Vorplatz der Kirche nach dem Gottesdienst fast überquellen vor Menschen, die miteinander plaudern. Auch ein Mittagessen gibt es am Sonntag. Gerade Alleinstehende und Gäste sind dazu eingeladen.

An anderen Tagen treffen sich Kleingruppen zum Bibelgespräch oder es wird gekocht. Es trifft sich die Nähtruppe. Und Kinder und Jugendliche proben in insgesamt vier Musikbands. „Die Christuskirche ist nicht nur ein Gebäude. Wir leben hier“, sagt Marion Finney, ehemaliges Gemeindeleitungsmitglied.

Und das ist wörtlich zu nehmen. In einer besonderen Aktion kommen einmal im Jahr bis zu 70 Personen zusammen, um in dem großen, dreigeschossigen Kirchengebäude für eine Woche gemeinsam Alltag zu leben, zu essen und zu übernachten. Denn die Gemeinschaft wird groß geschrieben in dieser christlichen Gemeinde, die sehr viele junge Familien in ihren Reihen hat. Denen wird auch außerhalb der kirchlichen Mauern einiges geboten: Jugendfreizeiten, Wasserski, Snowcamps, Familienfreizeiten, Kulturveranstaltungen, …

Besonderheit: Getauft werden Menschen erst in einem mündigen Alter

Gott und der Glaube verbindet die Baptisten mit der evangelischen Landeskirche. Doch strukturell gibt es deutliche Unterschiede: Der Staat führt für die Freikirchen, wie die Baptisten, keine Kirchensteuer ab, alle Beiträge sind freiwillig, Versammlung der Gemeindemitglieder ist das höchste Entscheidungsgremium.

Christuskirche

Und getauft werden Menschen erst in einem mündigen Alter. „Wir wollen, dass sich unsere Mitglieder bewusst zu ihrem Glauben und zu uns als Gemeinde bekennen“, erläutert Wilfried Ehmer, Mitglied der Gemeindeleitung.

Viele Gäste, zum Teil ohne Konfession, stoßen auch aus Sehnsucht nach Ewigem und religiöser Neugierde zu den Baptisten, Studenten etwa, Afrikaner, Südamerikaner.

Obwohl es noch weitere Baptisten-Gemeinden in Dortmund und den Nachbarstädten gibt, umfasst das Einzugsgebiet der Christuskirche das gesamte Dortmunder Stadtgebiet und auch das Umland, ein Gebot der Freiwilligkeit in jeglicher Hinsicht.

Der Bezug zur Nordstadt kommt durch das Kirchengebäude, für das 1926 in der Feldherrenstraße der Grundstein gelegt wurde und das 2006 nach komplettem Umbau für einen siebenstelligen Betrag neu bezogen wurde.

Im Vorwort des Ausstellungskataloges zum Umbau heißt es unter anderem: „Wir haben einen Traum, dass es uns gelingt, offen zu sein für andere, herzlich und authentisch, so dass Menschen weit über die Grenzen dieses Ortes hinaus angesprochen werden zu kommen, um bei uns aufzutanken, Glauben zu finden, um sich Kraft zu holen für ihren Alltag.“

Kontakt:

  • Christuskirche Dortmund, Baptistengemeinde im Bund der Ev.-Freikirchlichen Gemeinden (EFG) in Deutschland
  • Feldherrnstraße 11
  • www.christuskirche-do.de

 

HINWEIS:

Nordstadt-Logo farbig

– Der Artikel von Claudia Behlau ist ein Beitrag aus dem Buch “Wir: Echt Nordstadt”. Das Buch mit 106 Gruppenportraits ist kostenlos beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44147 Dortmund, erhältlich. (Mail: info@nordstadt-qm.de)

– Eine große Ausstellung mit Bildern und Texten zu  “Wir: Echt Nordstadt” ist bis Ende September 2015 am Big Tipi im Fredenbaumpark zu sehen.

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