Neues Fahrrad-Projekt am Jugendtreff Konkret steht in den Startlöchern

Bau der Kunstrasen-Anlage der Nordstadt-Liga beginnt – Abschiedsturnier für den Aschenplatz

Schlammschlachten oder Staubwüsten gehören bei der Nordstadt-Liga künftig der Vergangenheit an.
Schlammschlachten oder Staubwüsten gehören bei der Nordstadt-Liga künftig der Vergangenheit an. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Abschiedsturnier für den alten Aschenplatz am Jugendtreff Konkret in der Burgholzstraße: In den nächsten Wochen beginnen die Sanierungsarbeiten – dann bekommt die Nordstadtliga einen modernen Kunstrasenplatz. Die Vorfreude der Aktiven ist groß – sie sehen den Platz auch als Zeichen der Wertschätzung für die gute Integrationsarbeit in der Nordstadt und in Dortmund insgesamt. Eingetroffen sind mittlerweile auch die meisten der Räder, die das neue Mobilitätskonzept unterstützen sollen.

Neuer Platz ist ein Zeichen der Wertschätzung der Arbeit

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Wie groß das Bedürfnis nach Fußball gerade nach dem langen Lockdown ist, machte das Abschiedsturnier deutlich. Erst in der vergangenen Woche hatten die Macher:innen der Nordstadtliga die Idee dazu. Binnen weniger Tage meldeten sich acht Teams, um ein letztes Mal auf dem maroden Aschenplatz zu kicken, bevor in den nächsten Wochen die Sanierung beginnt.

Nach 21 Jahren bekommt die Liga nun auch einen Kunstrasen-Platz. Die Beteiligten sehen das als Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit. Am 19. März wurde der marode Aschenplatz mit einem kleinen Turnier verabschiedet. Die Vorfreude auf die neue Anlage ist groß. Sie soll bis zu den Sommerferien fertig werden. 

Abdel Kader arbeitet seit 2004 im Team der Liga mit - und unter anderem als Schiedsrichter.
Abdel Kader arbeitet seit 2004 im Team der Liga mit – und unter anderem als Schiedsrichter. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Dennoch schwang auch ein wenig Wehmut mit – beispielsweise bei Abdel Kader, der seit 2004 im Team der Liga mitarbeitet und unter anderem als Schiedsrichter fungiert. Tausende Spiele haben an der Burgholzstraße stattgefunden. „Spielen auf dem Aschenplatz macht viel Spaß“, macht er aus seinen nostalgischen Gefühlen keinen Hehl. 

Allerdings war der Platz in den vergangenen Jahren oft unbespielbar: Nach Regen verwandelte er sich in eine Schlammlandschaft. Oder bei Sommerhitze in eine Staubwüste. Daher ist der neue Kunstrasenplatz ein echter Segen. „Die Eltern werden sich freuen. Dann kommen die Kinder nicht mehr so dreckig nach Hause“, betont ein Betreuer lachend. Die Liga wird für die Kinder und Jugendliche nun noch attraktiver.

Während der Bauphase gibt es mobile Angebote in der Nordstadt

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Doch erst im Sommer kann der neue Kunstrasen-Platz genutzt werden. Bis dahin gibt es verschiedene mobile Angebote der Nordstadt-Liga mit der Streetkick-Anlage des Fanprojekts. Am Dietrich-Keuning-Haus und am Nordmarkt finden entsprechende Aktionen statt. 

Geplant ist dann auch, den Mehmet-Kubaşık-Cup auszuspielen, der an das Dortmunder Opfer des NSU erinnert. Der Cup soll künftig jährlich ausgespielt werden – aber erst im kommenden Jahr am Jugendtreff Konkret. Während der aktuellen Bauphase wird das Turnier am Dietrich-Keuning-Haus ausgetragen. Die Überlegung, die Streetkick-Anlage auf dem Mehmet-Kubaşık-Platz aufzustellen, scheitert dort am Platz.

Der Regelbetrieb der Nordstadt-Liga geht nach den Sommerferien auf dem neuen Platz los. Durch Corona hatte die Arbeit stark gelitten – die meisten Aktivitäten mussten ausfallen. Dies ist nicht spurlos an der Liga und den Jugendlichen vorbei gegangen. Denn gespielt wird in der Liga normalerweise in Teams, die aus Nachbarschaften und Freundeskreisen gebildet werden – oder an Jugendeinrichtungen entstehen. 

Durch den langen Lockdown haben diese Verbindungen sehr gelitten. „Das Miteinander ist schwieriger geworden“, sagt Adbel Kader mit Blick auf die physischen und psychischen Folgen der langen Zeit von Isolation und Homeschooling. Sozialkompetenzen haben abgenommen, die Aggressivität hingegen zugenommen.

Die Fifa-Playstation-Turniere werden auch in diesem Jahr fortgesetzt

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Doch nicht alles war schlecht: Die in der Not geborene Idee, ein Fifa-Playstation-Turnier anzubieten, wird fortgesetzt. Denn 250 Kinder und Jugendliche aus 14 Jugendtreffs hatten sich im vergangenen Jahr daran beteiligt. Sie spielten erst in den Einrichtungen und dann stadtweit – quasi der Vorläufer der in diesem Jahr erstmals organisierten E-Games-Stadtmeisterschaften. 

Alle sind froh, wenn es in diesem Jahr aber am Konkret wieder „in echt“ mit dem Fußball losgehen kann. Die Liga ist für viele Familien wichtig. Denn viele Kinder und Jugendliche das Spielen in einem Verein nicht leisten. Oft fehlt es auch an der nötigen Ausrüstung, berichtet Mirza Demirović, beim Jugendamt für die Kinder- und Jugendförderung in der Nordstadt zuständig.

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Daher sei es gut, dass sich durch die Kooperation mit dem BVB und seinem Sponsor Puma die Möglichkeit ergeben hat, Ausrüstung an die Kinder und Jugendlichen zu verleihen. Auch beim Abschiedsturnier haben sich mehr als ein Dutzend Spieler unter anderem Fußballschuhe ausgeliehen.

Apropos Ausleihen: Künftig können die Teams sich auch Fahrräder am Jugendtreff Konkret ausleihen. Die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord hatte die Mittel für das Fahrradprojekt bewilligt und die Nordstadt-Liga mit 20.000 Euro unterstützt. Mit dem Geld wird „Jugendliche Mobilität“ gefördert. Konkret geht es um die Anschaffung von 33 Fahrrädern mit Helmen und Westen sowie zwei Übersee-Containern als Fahrradlager.

Künftig sind Gruppen-Aktivitäten und Fahrrad-Ausflüge möglich

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen werden die neuen Fahrräder montiert.
Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen werden die neuen Fahrräder montiert. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Kinder und Jugendliche ohne eigenes Fahrrad können sich hier ein Bike leihen, um so begleitete und unbegleitete Ausflüge in andere Stadtteile oder auch ins Umland starten zu können. Der Gedanke dazu kam von jugendlichen Teilnehmer:innen selbst, die sich entsprechende Angebote wünschten, aber selbst nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügten, sich ein Fahrrad zu kaufen. 

„Wir reagieren damit auch auf die beschriebenen Mobilitätsgrenzen vieler Kinder und Jugendlicher. Zusätzlich zum Ligabetrieb und zu den bisherigen Angeboten im „Konkret“ kommt eine mobilitätsfördernde Angebotsstruktur dazu, die attraktiv für die Zielgruppe ist, deren Selbstorganisation fördert und der Sozialen Arbeit zusätzliche Optionen eröffnet, sich der Vertrauensarbeit mit ihren Jugendlichen und Kindern zu widmen“, erklärt Jörg Loose.

Mirza Demirović und Jörg Loose freuen sich, dass die Bezirksvertretung der Nordstadt das Fahrradprojekt mit 20.000 Euro unterstützt hat.
Mirza Demirović und Jörg Loose freuen sich, dass die Bezirksvertretung der Nordstadt das Fahrradprojekt mit 20.000 Euro unterstützt hat. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Loose ist Bereichsleiter für Kinder, Jugend und Familie der AWO, die projektverantwortlich ist und gemeinsam mit dem Jugendamt einen Neustart initiiert hat.  Dazu gehört neben dem Platz und zahlreichen erfolgreichen Kooperationen, das Online-Fußball-Turnier und auch das Fahrradprojekt.

Die beiden Seecontainer und die meisten der bestellten 33 Fahrräder inklusive Grundausstattung (Helme, Warnwesten, Ersatzteile) sind mittlerweile in der Nordstadt eingetroffen. Dort werden sie gemeinsam mit den Jugendlichen in den nächsten Wochen montiert. im Zuge der Platzsanierung wird auch der künftige Standort der Container hergerichtet.

Fahrradprojekt fördert das ökologische Mobilitätsverhalten

Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Dort können Fahrräder von den beteiligten Sozialarbeiter*innen für gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel für Auswärtsspiele der Ligamannschaft, genutzt werden. Auch der Libellengrundschule und der Anne-Frank-Gesamtschule – sie kooperieren mit der Nordstadtliga – stehen die Räder für Aktivitäten zur Verfügung.

Ein weiteres Anliegen der Nordstadtliga ist die Ansprache aller Geschlechter. Bisher dominieren Jungs und junge Männer den Ligabetrieb. Darauf wurde mit der gezielten Gründung von Mädchengruppen u.a. an den beteiligten Schulen reagiert. Derweil gibt es auch gemischte Gruppen, die besonders gefördert werden. 

„Wir können dadurch jetzt auch Angebote für jene Jugendlichen und Kinder unterbreiten, die wir mit dem Fußballangebot bisher nicht dauerhaft binden können“, berichtet Loose. „Das Fahrrad-Projekt führt darüber hinaus Jugendliche und Kinder an ein klimagerechtes und ökologisches Mobilitätsverhalten heran.“

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Reaktionen

  1. Förderung von Sportstätten: Bolzplätze in der Nordstadt entsprechen bald modernsten Standards (PM)

    Anfang des Monats April begannen die Bauarbeiten. Der Bolzplatz an der Burgholz-/ Ecke Eberstraße wird grundlegend modernisiert. Dank der Ausstattung mit Kunstrasen bietet er künftig beste Bedingungen für das Kicken durch Kleinstteams aus der Nordstadt. „Wir sind froh, den für die Nordstadt so überaus wichtigen Bolzplatz endlich zu dem machen zu können, was den Jugendlichen gerecht wird: ein nach modernsten Ansprüchen ausgestatteter Platz, der die verdiente Wertschätzung gegenüber denjenigen ausdrückt, die ihn nutzen“, sagt Uta Wittig-Flick, Teamleiterin Nordstadt im Amt für Stadterneuerung.

    Um die Ausführung der Planungen hat sich das Grünflächenamt gekümmert und dabei Wert auf Qualität gelegt. „Mit dem bauausführenden Unternehmen und dem begleitenden Planungsbüro konnten wir Fachfirmen gewinnen, die auf dem Gebiet des Sportanlagenbaus beste Referenzen vorweisen können“, erläutert Heiko Just, Bereichsleiter Grün und Freiraum und stellvertretender Leiter des Grünflächenamtes.

    Bolzplatz Burgholzstraße ist zentrale Spielstätte der Nordstadtliga

    Mirza Demirović begleitet als Beauftragter des Jugendamtes für den Stadtbezirk Innenstadt-Nord die Teams der Nordstadtliga. Für diese ist der Bolzplatz an der Burgholzstraße als Austragungsort der Turniere von elementarer Bedeutung. Mit seinem Büro direkt am Nordmarkt ist er für die Jugendlichen unmittelbar erreichbar. „Die Nordstadtliga liegt mir am Herzen. Mit ihr ist es gelungen, auch die Jugendlichen, für die eine Mitgliedschaft in einem Verein aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, niederschwellig den Zugang zum Fußballsport zu ermöglichen“, freut er sich. „Endlich ist es soweit, die Jugendlichen können die Fertigstellung des Platzes kaum erwarten.“

    Bolzplatz im Stollenpark wird ebenfalls modernisiert

    Auch der Bolzplatz im Stollenpark wird modernisiert. Der zukünftig ganzjährig bespielbare Platz erhält einen Kunststoffbelag, Fußballtore und Basketballkörbe, so dass ganz verschiedene Aktivitäten möglich sind. „Die sportlichen Aktivitäten gehen mit Gesundheit, Begegnung, Austausch und wertvollen Integrationsprozessen einher“, macht Daniel Binder vom Büro für Kinder- und Jugendinteressen deutlich. Das Büro, das zum Jugendamt gehört, hatte die vorangegangene Beteiligung, insbesondere der Jugendlichen organisiert.

    Qualifizierung von Aufenthaltsbereichen bildet Fördergrundlage

    Die Stadterneuerung erhielt Anfang 2021 Fördermittel aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“. Bewilligt wurden 500.000 Euro für die Modernisierung von zunächst drei Bolzplätzen. Aufgrund der immensen Baukostensteigerungen innerhalb weniger Monate zeigte sich jedoch, dass mit den Geldern nicht alle Bolzplätze ertüchtigt werden können.

    „Mit Unterstützung der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord haben wir schnell eine Lösung gefunden“, erzählt Hannah Rosenbaum, die Bezirksbürgermeisterin der Innenstadt-Nord. „Mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 80.000 Euro können nun die beiden größeren Bolzplätze angegangen werden.“

    Für die Aufwertung des noch fehlenden Bolzplatzes Dürener Straße werden aktuell andere Finanzierungswege geprüft. Die Aufwertung der Bolzplätze Burgholzstraße und Stollenpark wird gefördert mit Mitteln des Bundes, des Landes NRW und der Stadt Dortmund.

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