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„Ausbildungspakt Westerfilde“: Zertifikate für erfolgreichen Abschluss im Amtshaus Dortmund-Mengede überreicht

AbsolventInnen des Ausbildungspaktes mit Lehrern und Bezirksbürgermeister Tölch

AbsolventInnen des Ausbildungspaktes mit Lehrern und Bezirksbürgermeister Tölch. Foto: Thomas Engel

Der erste Jahrgang beim „Ausbildungspakt Westerfilde“ hat es geschafft. Elf SchülerInnen der Reinoldi-Sekundarschule wurden im Sitzungssaal des Amtshauses in Dortmund-Mengede ihre Zertifikate von Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch übergeben. Die AbsolventInnen können eine beeindruckende Bilanz ihres ehrenamtlichen Engagement vorweisen.

Elf SchülerInnen der Reinoldi-Sekundarschule beenden erste Runde des „Ausbildungspakts“ erfolgreich

Nach gut anderthalb Jahren war es endlich soweit: elf der ursprünglich 50 angetretenen SchülerInnen haben es geschafft. Freudige bis freudestrahlende Gesichter bei der Übergabe der ersehnten Zertifikate durch Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch (SPD) im Beisein von Schuldirektor Christian Pätzold und Jan Heyden, Abteilungsleiter der Klassen 8 bis 10.

Daneben eine Reihe von Gästen, schwerpunktmäßig vermutlich die stolzen Eltern, aber auch vom Regionalen Bildungsbüro der Stadt, das vor zweieinhalb Jahren auf die Schule mit dem Vorschlag zugekommen war, mal was Neues in Sachen Berufswahlorientierung auszuprobieren.

Dies sei der Anlass gewesen, erklärt Schulleiter Pätzold, an SchülerInnen, die sich bis dahin hervorgetan hätten, heranzutreten, um ihnen ein „bisschen Futter auch im Bereich ihrer Berufsorientierung“ zu geben. So war es möglich, „sich noch mal richtig ins Zeug zu legen und zu zeigen, dass sie es drauf haben“, betont der Direx.

Erfüllt: Mindestens 150 Stunden soziales Engagement über anderthalb Jahre neben der Schule her

Auch der Bundespräsident zeigte sich vom Ausbildungspakt beeindruckt.

Auch Bundespräsident Steinmeier zeigte sich bei seinem Besuch in Dortmund vom Ausbildungspakt beeindruckt. Foto: Alexander Völkel

Hart erarbeitet hatten sich die elf „PaktiererInnen“ ihre Auszeichnung. 50 von 72 Mädchen und Jungen einer Jahrgangsstufe waren es, die sich seinerzeit, im Herbst 2016 in das Abenteuer warfen.

Ihr Ziel: Sich für eine gewünschte Ausbildung zu qualifizieren und damit ihre Chancen, einen entsprechenden Ausbildungsplatz nach der Schule zu finden, signifikant zu erhöhen.

Dazu mussten sich die SchülerInnen zu allerlei verpflichten: Schulordnung und Regeln des sozialen Miteinanders im Schulalltag waren einzuhalten, so dass es fortan zu keiner Abmahnung bis zum Ende der Schullaufbahn (mehr) kommen durfte; eine Berufsorientierung nach dem „Dortmunder Berufswahlpass“ stand auf dem Programm und vor allem: mindestens 150 Std. freiwilliges, ehrenamtliches Engagement wurden gefordert und geleistet. In der Freizeit, wie sich von selbst versteht.

Das waren in der Schule unter anderem: eine Ausbildung als StreitschlichterInnen, als Sport- und Ersthelferinnen, Organisation der Ausleihe von Spielen wie des Projekts „Schüler helfen Schülern“, Teilnahme an der 3D-Druck-AG, Schulimkerei, Hilfe bei Schulfesten.

Außerhalb der Schule: Solidarität durch ehrenamtliche Tätigkeit, wo Hilfe benötigt wird

Mittlerweile bekäme die Schule häufiger Anrufe, Anfragen nach Hilfe – dort, wo die SchülerInnen ebenfalls engagiert unterwegs waren, berichtet Schuldirektor Pätzold, und zählt einige Beispiele auf: um etwas mit Senioren im Seniorenheim, mit dem Quatierskümmerer im Stadtteil zu machen, die Jugendfreizeitstätte zu unterstützen, bei Filmvorführungen zu helfen, um die Jugenddisco zu gestalten oder Nachbarschaftshilfe zu leisten.

Volles Programm also, die Herausforderungen waren erheblich. SchülerInnen, die es nicht geschafft hätten, seien allesamt am abverlangten Volumen sozialen Engagements gescheitert, erklärt Jan Heyden, verantwortlicher Lehrer für Berufsorientierung und Ausbildungsqualifikation. Die es hingegen geschafft haben, können stolz seien: durch das Zertifikat verbürgt sich die Reinoldi-Sekundarschule für sie gegenüber den Kooperationspartnern.

Das sind neben einer Reihe von Betrieben aus der Umgebung die Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, Industrie- und Handelskammer, Agentur für Arbeit und das Jobcenter Dortmund. Alle elf AbsolventInnen des Ausbildungspaktes, die in diesem Sommer die Schule verlassen werden, haben bereits feste Pläne bzw. den erhofften Platz für eine Ausbildung gefunden.

Sie machen weiter, ohne zu müssen: Das Ehrenamt wird zu einem Teil der Identität von jungen Menschen

Bezirksbürgermeister Tölch (SPD) überreicht ein Zertifikat

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch überreichte die Zertifikate an die SchülerInnen.

Und offenbar ordentlich an Selbstbewusstsein hinzugewonnen: fünf von ihnen möchten ihre Schullaufbahn Richtung Abitur fortsetzen. Lernbereitschaft und Engagement haben sich sichtlich ausgezahlt. Elf junge Menschen haben gelernt, sind darin bestärkt worden, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.

Das ehrenamtliche Engagement geht für viele weiter. Dies zeige, dass es auch zu etwas geworden sei, mit dem sich die jungen Menschen identifizierten, freut sich Pätzold. Denn das präge nicht nur sie, sondern auch die Schule, die dadurch, dass sie auf diese Weise mitgestaltet würde, einen großen Gewinn hätte.

Bezirksbürgermeister Tölch nimmt den Faden auf: Er wünschte sich, den ein oder anderen vor Ort in der aktiven, kommunalen Politik wiederzutreffen: „Wenn ihr Interesse habt, schaut einfach bei uns rein, sagt uns auch aus Eurer Sicht, was wir vielleicht anders machen sollten; wir sind zum Gespräch gerne bereit“, ermuntert Tölch die Jugendlichen.

Die AbsolventInnen des Ausbildungspaktes sind: Luisa Kopppe, Kai Wilschewski,Aimee Freimuth, Alea von Kralik, Nicole Bolik, Michelle Boese, Nico Gerhardt, Lili Handuryjeva, Florian Fuhge, Justin Guese und Irene Goellner.

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