Anerkennung für Menschen, die sich einsetzen: Vorschläge für die „Engel der Nordstadt“ 2026

Einzelpersonen, Gruppen, Vereine und Initiativen gesucht

Engelsskulpturen
Foto: Klaus Hartmann Die Engel-Skulpturen sind handgemachte Unikate, die an die Gewinner:innen überreicht werden.

Mit dem Ehrenamtspreis „Engel der Nordstadt“ würdigt der Stadtteil Menschen, Vereine und Initiativen, die sich freiwillig für andere einsetzen. Der Preis geht 2026 in die 21. Runde. Vorschläge nimmt das Quartiersmanagement Nordstadt bis Mittwoch, 18. November, entgegen. Geehrt wird traditionell beim Neujahrsempfang Anfang 2027 im Dietrich-Keuning-Haus.

Engagement, das oft im Hintergrund bleibt: Wofür der Preis steht

Vieles, was im Stadtteil funktioniert, geschieht ohne viel Aufheben: Menschen organisieren, unterstützen, kümmern sich, hören zu und bringen Dinge ins Rollen. Das Quartiersmanagement Nordstadt und das Stadtbezirksmarketing Innenstadt-Nord wollen diesem Engagement mit dem Preis eine Bühne geben.

Seit 2005 wurden nach ihren Angaben rund 60 Menschen, Vereine und Organisationen ausgezeichnet. Eine Jury wählt in der Regel drei Preisträger:innen aus, Anfang 2025 waren es zwei. Die Engelsskulptur fertigt der Kunstschmied Thomas Holzmann für jede Ehrung einzeln an. Gewürdigt wird nicht nur, was jemand leistet, sondern auch, dass er es freiwillig tut: Viele Geehrte erfahren erst am Tag der Verleihung davon.

Vom Suppentopf bis zum Bienenvolk

Wer in den vergangenen Jahren ausgezeichnet wurde, zeigt, wie breit das Engagement in der Nordstadt aufgestellt ist. Aus den Berichten der Nordstadtblogger ergibt sich ein sehr vielseitiges Bild.

Foto: Uwe Bitzel Bei Kana wird nicht danach gefragt, ob Menschen ihr Essen bezahlen können.

Hilfe für Menschen in Not: Anfang 2026 ging einer der drei Engel an die Kana-Suppenküche, in der Ehrenamtliche seit mehr als dreißig Jahren an vier Tagen pro Woche warme Mahlzeiten an Bedürftige ausgeben. Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum nannte sie in ihrer Laudatio „eine Initiative, die Mut und Hoffnung macht“.

Dem Verein Train of Hope, der aus den Helfenden am Hauptbahnhof im September 2015 entstand und Geflüchteten bis heute zur Seite steht, wurde Anfang 2023 ein Engel verliehen. Dieter Schmidt, am Borsigplatz geboren und bis heute in der Nordstadt zu Hause, wurde Anfang 2025 für sein Engagement geehrt, das von der Geflüchtetenhilfe bis zum Klimaschutz reicht.

Wie vielfältig das Ehrenamt der Preisträger ist

Kinder, Jugend und Sport: Anfang 2026 wurde auch die Jugendverkehrsschule im Fredenbaum geehrt, die seit den 1950er-Jahren Fahrradtraining für Kinder anbietet, im vergangenen Jahr nach Angaben der Stadt für rund 6.000 Kinder.

Die Nordstadtliga besteht mittlerweile aus drei Säulen: Neben der Liga selbst und den Nordstadtliga-Queens gibt es die mobile Nordstadtliga.
Foto: Nordstadtliga Die Nordstadtliga besteht mittlerweile aus drei Säulen: Neben der Liga selbst und den Nordstadtliga-Queens gibt es die mobile Nordstadtliga.

Die Nordstadtliga, eine Straßenfußballliga, die von etwa siebzig Ehrenamtlichen getragen wird, erhielt Anfang 2026 ebenfalls einen Engel. Ihr Gründer Erwin Fischer war schon Anfang 2020 ausgezeichnet worden, weil die Liga durch seinen Einsatz zur zweitgrößten Straßenfußballliga Deutschlands wurde.

Andreas Haase erhielt Ende 2014 einen Engel, weil er seit 2010 Mädchen mit familiären Wurzeln in mehr als einem Dutzend Ländern im Fußball trainiert.

Im Jugendtreff Hannibal setzten sich Said Bouyakoub, einer der ersten drei Engel 2005, und seine Tochter Chaymae Bouyakoub ein, die dort Lerngruppen für das Abitur organisierte und Anfang 2020 geehrt wurde.

Ein Engel der Nordstadt wurde posthum vergeben

Natur, Stadtteil und Gemeinschaft: Die Bienen-AG der Vincenz-von-Paul-Schule, bei der die Imker Helmut Opitz und Thomas Kuss und die Integrationshelferin Maria Kapsalos die Kinder begleiten, wurde Anfang 2020 ausgezeichnet.

Das Gartenkollektiv freilicht.nord, das an der Straße Bleichmärsch aus 500 Quadratmetern versiegelter Fläche eine grüne Oase gemacht hat, erhielt Anfang 2024 einen Engel. Im selben Jahr wurde auch Jürgen Pomowski geehrt, der seit seinem Bundesfreiwilligendienst 2012 im Dietrich-Keuning-Haus mitanpackt, vor allem in der Seniorenarbeit.

Obwohl er kein Nordstädter war, war er eines ihrer bekanntesten Gesichter. Quartiersmanager Martin Gansau ist gestorben.
Klaus Hartmann | Nordstadtblogger Obwohl er kein Nordstädter war, war Quartiersmanager Martin Gansau eines ihrer bekanntesten Gesichter.

Posthum erhielt Martin Gansau einen Engel. Er arbeitete mehr als 30 Jahre in der Nordstadt, davon 20 im Quartiersmanagement, und engagierte sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche. Susanne Linnebach, Leiterin des Amts für Stadterneuerung, sagte über ihn: „Er lebte und liebte die Nordstadt.“

Jacqueline Hallmann, die im Keuning-Haus aufwuchs, singt dort seit Jahren mit Kindern und leitet den Chor. Sie wurde Anfang 2023 ausgezeichnet. Anfang 2025 gingen die Engel zudem an die Radfahrschule für Frauen, die Trainingseinheiten in sicherer Umgebung und gemeinsame Ausflüge anbietet.

Auch die ehrenamtliche Redaktion von nordstadtblogger.de wurde auf Vorschlag von Nordstadt-Bewohner:innen mit einem Engel geehrt – ebenso wie ihr Autor Klaus Winter, der für seine historischen Nordstadt-Geschichte(n) gewürdigt wurde.

Je mehr Vorschläge, desto sichtbarer das Ehrenamt

Für die Auswahl braucht die Jury Vorschläge aus dem Stadtteil. Wer jemanden kennt, der oder die sich ehrenamtlich einsetzt, kann ihn oder sie vorschlagen. Vorgeschlagen werden können Einzelpersonen, Gruppen, Vereine und Initiativen.

Vorschläge lassen sich schriftlich, per E-Mail, telefonisch oder persönlich einreichen: beim Quartiersmanagement Nordstadt, Mallinckrodtstraße 56, 44145 Dortmund, Telefon 0231 2227373, E-Mail info@nordstadt-qm.de. Eine kurze Begründung gehört dazu. Das Quartiersmanagement freut sich nach eigenen Angaben über jeden Vorschlag. Die Lenkungsgruppe des Stadtbezirksmarketings Innenstadt-Nord entscheidet als Jury.

Wer hinter dem besonderen Ehrenamts-Preis steht

Christian Schmitt wird für 20 Jahre „Engel“ geehrt.

Ideengeber ist Christian Schmitt, Geschäftsführer der Julius Ewald Schmitt GmbH & Co. KG. Er wurde Anfang 2026 beim Neujahrsempfang für 20 Jahre „Engel“ geehrt. Das Wohnungsunternehmen sponsert die Auszeichnung auch 2026.

Das Quartiersmanagement Nordstadt arbeitet im Auftrag des Amts für Stadterneuerung und wird aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ von Bund und Land NRW sowie mit Mitteln der Stadt Dortmund finanziert.

Weitere Informationen unter www.nordstadt-qm.de, eine Übersicht der bisherigen Preisträger gibt es unter echt-nordstadt.de im Bereich „Engel der Nordstadt“.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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