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Abschied und Neustart in Marten: Rüdiger Wulf übergibt die Leitung im Schulmuseum an Michael Dückershoff

Der „Alte“ und der  „Neue“ – Rüdiger Wulf und Michael Dückershoff. Foto: Katrin Pinetzki / Stadt Dortmund

Von Joachim vom Brocke

Am Westfälischen Schulmuseum in Dortmund-Marten hat es einen Wechsel gegeben. Rüdiger Wulf nahm nach neun Jahren Abschied, Michael Dückershoff – bisher Leiter im Hoeschmuseum – wurde sein Nachfolger. Wulf möchte seinen Ruhestand demnächst mit langen Wanderungen durch den Schwerter Wald genießen. Dückershoff will sich zunächst einarbeiten, wenngleich ihm der Ort aus seinen früheren Tätigkeitsjahren nicht unbekannt ist.

Ein geselliger Treffpunkt für alle Menschen in Marten

Blumen und gute Wünsche gab es von Dr. Dr. Elke Möllmann, Geschäftsbereichsleiterin der Dortmunder Museen.

Dem bisherigen Schulbmuseumsleiter Rüdiger Wulf bescheinigte Elke Möllmann, nicht nur das „Haus geprägt“, sondern mit den Räumen und dem großem Schulhof  einen „ geselligen Treffpunkt für alle Martener“ geschaffen zu haben – „fast ist es schon zu einem kleinen Kulturzentrum geworden“, lobte Möllmann.

Während Wulf sich mit vielen Wasserschäden im alten Martener Schulgebäude (Baujahr 1905) herum geplagt hat, muss sich Dückershoff demnächst um eine umfassende Gebäudesanierung kümmern und anschließend das Schulmuseum neu an den Start bringen.

In jedem Jahr mindestens eine Ausstellung im Schulmuseum Marten

Rüdiger Wulf (re.) geht, Michael Dückershoff (li.) übernimmt. Blumen gab es von Dr. Dr. Elke Möllmann. Foto: Joachim vom Brocke

Als Diplom-Pädagoge kam Rüdiger Wulf 1982 zur Stadt Dortmund, leitete bis 2009 die Museumspädagogik am Museum für Kunst und Kulturgeschichte und übernahm dann das Schulmuseum.

In Marten kuratierte er jedes Jahr mindestens eine Ausstellung – von Ausflügen in die Geschichte der Schrift oder Schule im Ersten Weltkrieg.

Ein Schwerpunkt legte Wulf auf das Thema „Schule im Nationalsozialismus“, verdoppelte die Ausstellungsfläche zu diesem Thema und rief eigene Veranstaltungen dazu ins Leben, darunter für Schulklassen mit Zeitzeugen.  Aktuell läuft im Schulmuseum eine Ausstellung zum sich wandelnden Geschlechterbild in Schulbüchern seit 1950 („Die Mutter ist auch für den Vater da“).

Knappe Finanzmittel sorgten für kostengünstige Lösungen

Der begeisterte Museumspädagoge Wulf entwickelte immer neue Formen und Formate für verschiedene Zielgruppen. So konzipierte er Führungen und museumspädagogische Angebote speziell für Kinder und Jugendliche mit geringen oder noch fehlenden Deutschkenntnissen.

Vor allem die knappen Finanzmittel sorgten für Ideenreichtum und kostengünstigen Lösungen. „Ich habe hier gelernt, mit Akkuschrauber und Akkusäge umzugehen“, erinnert sich Rüdiger Wolf schmunzelnd: „Ikea-Regale mussten gleich für mehrere Ausstellungen halten, bevor sie entsorgt wurden“.

Angebot: Das Feiern von Kindergeburtstagen im Schulmuseum ist sehr beliebt 

Das Startfoto der Internetseite des Schulmuseums zeigt Michael Dückershoff im Unterricht wie zu Kaisers Zeiten. Foto: Stadt Dortmund

Beliebt und bekannt ist das Schulmuseum durch Kindergeburtstage. Wer im ehemaligen Schulgebäude feiern will, kann inzwischen aus sechs Themen-Angeboten wählen – von der „Vampirschule“ über eine „Zeitreise ins Mittelalter“ bis zum Gespenstergeburtstag mit „Franz Ferdinand und den Museumsgeistern“.

Das Westfälische Schulmuseum beherbergt eine der größten schulgeschichtlichen Sammlungen Deutschlands. In seiner ständigen Ausstellung zeigt es die Schul- und Kindheitsgeschichte vor allem des späten Mittelalter, der Zeit Kaiser Wilhelm II. und der NS-Zeit.

Das Schulmuseum dient als Forschungsstätte zur Schulgeschichte und bietet dem Publikum Führungen, wechselnde Veranstaltungen und unterhaltsame Programme für Kinder und Erwachsene.

Mehr Informationen:

www.schulmuseum.dortmund.de

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Ende einer Ära in der Nordstadt: Nach 14 Jahren wechselt der Leiter des Hoeschmuseums ins Schulmuseum in Marten

 

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Ein Gedanke zu “Abschied und Neustart in Marten: Rüdiger Wulf übergibt die Leitung im Schulmuseum an Michael Dückershoff

  1. Schulbuchmuseum

    Ausstellung zum Geschlechterbild in Schulbüchern ist noch länger zu sehen

    „Die Mutter ist auch für deinen Vater da“, heißt es in einem Aufklärungsheft für Erst- und Zweitklässler aus dem Jahre 1970. Die gleichnamige Ausstellung im Westfälischen Schulmuseum über das Bild von Mann und Frau in den Schulbüchern der Jahre 1950 bis 1980 wird nun verlängert. Wegen ihres Erfolgs ist sie noch bis zum 16. Dezember 2018 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

    Westfälisches Schulmuseum
    An der Wasserburg 1, 44379 Dortmund
    http://www.schulmuseum.dortmund.de
    geöffnet dienstags bis sonntags, 19 bis 17 Uhr

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