Anna Olivia Böke und Matthias Spruch erhalten den Förderpreis für junge Künstler:innen

Die Stadt Dortmund vergibt den Kulturförderpreis 2026

Symbolfoto Kunst.
Der Förderpreis wird abwechselnd in den Sparten Baukunst, Bildende Kunst und Design, Musik, Literatur, Audiovisuelle Medien und Kunst im digitalen Raum und Darstellende Künste ausgeschrieben. Bild: photoholgic / unsplash

Die Stadt Dortmund zeichnet die Musikerin Anna Olivia Böke und den Gitarristen Matthias Spruch mit dem Förderpreis für junge Künstler:innen 2026 aus. Beide teilen sich die mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Ehrung zu gleichen Teilen von jeweils 7.500 Euro. Eine städtische Fachjury hob das hohe Potenzial beider Kunstschaffenden hervor, die fest in der lokalen Szene verwurzelt sind und zugleich internationale Resonanz erzielen. Die Auszeichnung soll den weiteren künstlerischen Werdegang der beiden Dortmunder Talente nachhaltig unterstützen.

Gitarristin stärkt weibliche Stimmen in der Popmusik

Unter dem Projektnamen „Sloe Noon“ verbindet die Gitarristin und Sängerin Anna Olivia Böke britischen Alternative Rock mit Einflüssen des regionalen Krautrocks. Ihr stilistisches Spektrum reicht von melodischem Gitarren-Pop über energiegeladenen Alt-Rock bis hin zu sphärischem Shoegaze.

Sängerin Anna Olivia Böke.
Als „Sloe Noon“ verbindet die Gitarristin und Sängerin Anna Olivia Böke britischen Alternative Rock mit Krautrock-Einflüssen aus dem Ruhrgebiet. © Pal Badics

Die Fachjury betonte in ihrer Urteilsbegründung insbesondere das eigenständige Songwriting und die unverwechselbare musikalische Ausdruckskraft der Musikerin.

Auf der inhaltlichen Ebene setzt sich die Songwriterin intensiv mit Fragen von Identität und Weiblichkeit auseinander. Um weibliche Perspektiven im Popgeschäft sichtbarer zu machen, arbeitet sie gezielt und kontinuierlich mit Frauen zusammen.

Dieser kulturpolitische Anspruch spiegelt sich sowohl in ihren Studioproduktionen als auch in ihren Bühnenauftritten wider.

Trotz ihrer festen Bindung an das heimatliche Ruhrgebiet tritt Böke regelmäßig auf internationalen Bühnen und Showcase-Festivals in Erscheinung. Zu ihren bisherigen Konzertstationen zählen renommierte Branchenevents wie das „Mutations Festival“ im britischen Brighton oder das Festival „Left of The Dial“ in Rotterdam. Zudem präsentierte sie ihre Musik dem Fachpublikum beim Hamburger Reeperbahn Festival.

Komponist verbindet Jazztradition mit elektronischen Klängen

Der Gitarrist, Komponist und Bandleader Matthias Spruch überzeugte die Jury durch seine experimentierfreudige Verknüpfung unterschiedlicher Stilrichtungen. In seinen Werken führt er Elemente aus Jazz, Funk, freier Improvisation und elektronischer Musik organisch zusammen.

Matthias Spruch.
Der Gitarrist, Komponist und Bandleader Matthias Spruch verbindet Jazz, Funk, improvisierte und elektronische Musik. Foto: Kersten Glaser

Das Gremium lobte dabei vor allem seine Fähigkeit, aus diesen disparaten Genres eine persönliche und dennoch zugängliche Klangsprache zu formen.

Neben seiner solistischen Arbeit engagiert sich Spruch stark für den Aufbau lokaler Nachwuchsplattformen im urbanen Raum. Mit seiner Reihe „DAMMNATION“ vernetzt er junge Musiker:innen der Stadt, während das Format Hi-Tech Jazz traditionelle Improvisationskunst mit Clubmusik fusioniert.

In seinem Projekt Michalski reflektiert er überdies Themen wie Herkunft, Gemeinschaft und den anhaltenden Strukturwandel im Revier.

Darüber hinaus prägt der Künstler das Dortmunder Kulturleben aktiv über das Kollektiv „Bunt oder Blau“, den Verein Pro Jazz sowie den Jazzclub domicil. Seine künstlerische Arbeit ergänzen internationale Kooperationen, unter anderem in der britischen Partnerstadt Leeds. Zudem arbeitete der Dortmunder Gitarrist bereits mit global bekannten Popgrößen wie Nick Littlemore und dem Musiker MIKA zusammen.

Die städtische Auszeichnung besitzt eine jahrzehntelange Historie

Der städtische Förderpreis blickt auf eine lange Tradition zurück und wird bereits seit dem Jahr 1978 vergeben. Der Rat der Stadt Dortmund verleiht die Würdigung im Zweijahresrhythmus, wobei die Sparten zwischen Musik, bildender Kunst, Literatur und Theater rotieren. Das Preisgeld dient als Anschubfinanzierung für Künstler:innen, die am Beginn einer vielversprechenden Karriere stehen.

Die Entscheidung über die diesjährigen Preisträger:innen traf eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Ute Mais. Neben den Ratsmitgliedern Andrea Keßler, Alena Blaß und Oliver Stieglitz gehörten drei externe Fachpreisrichter:innen dem Auswahlgremium an. Die musikalische Expertise brachten Prof. Dr. phil. Derek K. Remes, Gilda Razani und Louisa „Lilou“ Halter ein.

Mit dem einstimmigen Votum an Böke und Spruch honoriert die Stadt zwei Persönlichkeiten, die Dortmunds Ruf als vielfältige Musikstadt stärken. Wann und in welchem feierlichen Rahmen die Urkunden an die beiden Geehrten überreicht werden, gibt die Stadtverwaltung noch bekannt. Das Kulturförderprogramm soll auch in Zukunft gezielt Freiräume für innovative Kunstformen in Dortmund schaffen.

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