
Einsamkeit kann gerade im Alter die gesellschaftliche Teilhabe erheblich erschweren. Bei älteren Menschen mit Einwanderungsgeschichte können weitere Hürden hinzukommen. Warum erreichen vorhandene Angebote einen Teil dieser Menschen nicht? Und wie können Stadtgesellschaft, soziale Einrichtungen und Migrantenorganisationen dazu beitragen, Isolation zu verhindern und Teilhabe zu stärken?
Nicht nur die Betroffenen in den Blick nehmen
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Fachkonferenz „Alter, Migration und Einsamkeit: Herausforderungen und Perspektiven“ am Mittwoch, 14. Oktober, ab 10 Uhr im Wilhelm-Hansmann-Haus, Märkische Straße 21. Der Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine Dortmund (VMDO) veranstaltet die Konferenz in Kooperation mit der Fachstelle Alter und Migration der Stadt Dortmund.
Im Mittelpunkt steht die Lebenssituation älterer Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Dortmund. Die Teilnehmer:innen wollen dabei nicht allein individuelle Erfahrungen mit Einsamkeit betrachten. Sie beschäftigen sich auch mit gesellschaftlichen und strukturellen Bedingungen, die soziale Isolation begünstigen können.
Dortmund verfügt über zahlreiche Begegnungsorte, Aktivitäten und Unterstützungsangebote für ältere Menschen. Nach Angaben des VMDO nehmen ältere Migrant:innen diese Möglichkeiten jedoch teilweise nur begrenzt wahr. Die Konferenz will deshalb untersuchen, welche Hindernisse den Zugang erschweren können.
Dabei geht es unter anderem um die Bekanntheit und Erreichbarkeit bestehender Angebote sowie mögliche sprachliche oder kulturelle Barrieren. Eine weitere Frage lautet, ob sich ältere Menschen mit Einwanderungsgeschichte von den vorhandenen Angeboten tatsächlich angesprochen und willkommen fühlen.
Migrantenorganisationen können Brücken bauen
Eine wichtige Rolle schreibt der VMDO den Migrantenorganisationen zu. Sie stehen häufig in engem Kontakt mit älteren Menschen mit Einwanderungsgeschichte und kennen deren Lebenssituationen. Dadurch können sie eine Verbindung zu kommunalen und sozialen Angeboten herstellen.
Vertreter:innen von Migrantenorganisationen beteiligen sich deshalb an der Fachkonferenz und an der Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen, kommunalen Vertreter:innen und Fachkräften wollen sie Erfahrungen aus der Praxis austauschen und Lösungsansätze diskutieren.
Die Konferenz soll wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus dem Alltag zusammenführen. Dabei sollen nicht nur Schwierigkeiten beschrieben, sondern Perspektiven für eine bessere gesellschaftliche Teilhabe entwickelt werden. Der VMDO will zugleich Raum für neue Kooperationen schaffen und bestehende Strukturen kritisch betrachten.
Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung beim Wilhelm-Hansmann-Haus unter 0231 50-23357 oder per E-Mail an whh@dortmund.de. Weitere Informationen gibt es beim VMDO unter 0231 28678755 oder g.capanoglu@vmdo.de.


