Elf Tage Literatur zwischen Fußballkabine, Kindertheater und Demokratiedebatte

Das LesArt.Festival 2026 findet an elf Orten in Dortmund statt

Titelbild des LesArt-Festivals 2026

Das LesArt.Festival bringt vom 4. bis 14. November Autor:innen, Cartoonisten und Nachwuchstalente an verschiedene Orte in Dortmund. Auf dem Programm stehen Lesungen und Gespräche zu Liebe, Identität, Krieg, Rassismus und Demokratie, dazu Cartoons, Poetry Slam, ein Fußballabend im Stadion und Theater von und für Kinder. Veranstaltet wird das Festival vom Kulturbüro der Stadt Dortmund, der Stadt- und Landesbibliothek, Kultur und Projekte e. V. und dem literaturhaus.dortmund. Die Sparkasse Dortmund unterstützt es.

Auftakt mit Comics, Cartoons und einem Roman über den Krieg in der Ukraine

Zum Start gibt es am Mittwoch, 4. November, um 19:30 Uhr im literaturhaus.dortmund eine Graphic Novel: Nele Jongeling erzählt in „Ich will nicht arbeiten“ von einer jungen Frau, die ihren Traumjob finden soll, obwohl sie eigentlich gar nicht arbeiten möchte. Die Geschichte nimmt die Arbeitswelt und den Drang zur Selbstoptimierung aufs Korn.

Foto: David Esh Hinter @kriegundfreitag steckt Cartoonist Tobias Vogel.

Am Donnerstag, 5. November, zeigt der Cartoonist Tobias Vogel alias @kriegundfreitag um 19 Uhr im Kino im Dortmunder U seine minimalistischen Zeichnungen und erklärt die Gedanken dahinter.

Am selben Tag liest Iryna Fingerova um 19:30 Uhr im literaturhaus.dortmund aus „Zugwind“. Ihr Roman handelt von der ukrainischen Hausärztin Mira, deren Leben durch den Krieg aus dem Gleichgewicht gerät. Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Sorge um ihre Familie, der Verantwortung für ihre Patient:innen und der Sehnsucht nach Odessa.

Von Rollenbildern über Familiengeschichte bis zur Sprache des Alltags

Am Freitag, 6. November, um 20 Uhr stellt Silvi Carlsson im domicil ihr Buch „Good Girl Exit. Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit“ vor. Sie hinterfragt die Erwartung, dass Frauen stets nett, verständnisvoll und für andere da sein sollen.

Foto: Sharon Adler / Pixelmeer Mirna Funk führt das Publikum mit ihrem Roman „Balagan“ von Berlin bis Tel Aviv.

Mirna Funk führt am Samstag, 7. November, um 19:30 Uhr im Reinoldisaal mit ihrem Roman „Balagan“ von Berlin nach Tel Aviv. Eine junge Frau entdeckt darin eine seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubte jüdische Kunstsammlung ihrer Familie und muss entscheiden, was mit den Werken geschehen soll. Es geht um Recht und Unrecht, Familienkonflikte und die deutsch-jüdische Geschichte.

Am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr präsentieren Lütfiye Güzel und Dortmunds ehemaliger Stadtbeschreiber Alexander Estis im literaturhaus.dortmund unter dem Titel „Das alles ist so langweilig“ kurze literarische Miniaturen über die Absurditäten des Alltags.

Kinder auf der Bühne: Knotenklaus und 15 Kindergartengruppen

Foto: Julia Regett Julia Regett mit ihrem Bilderbuch „Lass es raus, Knotenklaus“.

Für Kinder ab vier Jahren liest Julia Regett am Sonntag, 8. November, um 15 Uhr im literaturhaus.dortmund aus ihrem Bilderbuch „Lass es raus, Knotenklaus“. Der schüchterne Oktopus Klaus muss sich ins offene Meer wagen, um Hilfe für einen verknoteten Fangarm zu finden. Es geht um Mut, Achtsamkeit und den Umgang mit Gefühlen.

Das KindergartenBuchTheaterFestival im Fritz-Henßler-Haus findet zum 22. Mal statt. Am Freitag, 6. November, sowie am 9., 10., 11. und 13. November zeigen jeweils ab 15 Uhr insgesamt 15 Dortmunder Kindergartengruppen im Gartensaal ihre eigenen Inszenierungen. Die Kinder haben die Bücher ausgewählt, Dialoge entwickelt sowie Bühnenbilder und Kostüme gestaltet. Manche Gruppen steuern eigene Musik, Gesang und Tanz bei.

Halbzeit im Stadion: Zwei Lesungen zwischen Gäste- und Heimkabine

Foto: Pablo Castagnola Christoph Biermann beschäftigt sich in „Die Tabelle lügt immer“ mit der Frage, wie stark der Zufall den Fußball beeinflusst.

Am Montag, 9. November, um 19:30 Uhr gibt es beim LesArt.Stadion im Signal Iduna Park zwei Lesungen, die das Publikum jeweils für eine Halbzeit in die Gäste- und die Heimkabine führen. Christoph Biermann geht in „Die Tabelle lügt immer“ der Frage nach, wie stark der Zufall den Fußball beeinflusst.

Ronny Blaschke blickt in „Spielfeld der Herrenmenschen“ auf Kolonialismus und Rassismus im Sport. Er will zeigen, wie europäisches Überlegenheitsdenken bis heute Strukturen im Fußball prägt, etwa bei der Talentförderung, im Sponsoring und in den Medien.

Demokratie, Diktatur und Stammtischparolen: Drei Abende zu gesellschaftlichen Konflikten

Foto: Martin Steffen Der Poetry-Slammer und Autor Sebastian 23

Am Dienstag, 10. November, um 19:30 Uhr geht es in der Schauburg um das Miteinander. Der Poetry-Slammer und Autor Sebastian 23 zeigt in „Zusammenhaltestelle“, wie sich Hass und verhärteten Debatten mit Humor, klaren Argumenten und Zuversicht begegnen lässt.

Sein Plädoyer: Demokratie und Menschenwürde brauchen Menschen, die sich einmischen und trotz unterschiedlicher Meinungen im Gespräch bleiben.

Foto: Mina Amiri Karosh Taha liest aus „Gulistan“.

Karosh Taha erzählt am Mittwoch, 11. November, um 19:30 Uhr im Roto-Theater in ihrem Roman „Gulistan“ von einer kurdischen Frau, die unter Saddam Husseins Diktatur ihren verschwundenen Mann sucht. Es geht um Verfolgung, Gewalt und Widerstand.

Am Donnerstag, 12. November, um 20 Uhr beschäftigen sich im domicil Anette Dowideit („Ich bin doch kein Rassist, aber …“), Lara Grewe („Stammtischparolen entkräften“) und Dr. Umes Arunagirinathan („Grenzen akzeptieren wir nicht!“) mit Migration, Rassismus und dem Umgang mit politischen Parolen. Sie zeigen, wie sich verhärtete Debatten hinterfragen und populistische Aussagen entkräften lassen.

Junge Stimmen: Schreibwerkstätten und Nachwuchskünstler:innen

Am Freitag, 13. November, präsentieren Schüler:innen um 15:30 Uhr im literaturhaus.dortmund die Ergebnisse von vier Schreibwerkstätten des Projekts LiteraturAufRuhr. Unter dem Motto „Urlaub ist die schönste Zeit im Leben“ haben sie eigene Texte geschrieben. Der Eintritt ist frei, eine Reservierung wird dringend empfohlen.

Am selben Abend lädt das Roto-Theater um 19:30 Uhr zum Künstler:innenabend „Einzelstücke“ ein. Unter dem Titel „wir sind – held:innen von hier“ zeigen Nachwuchstalente aus dem Ruhrgebiet Arbeiten aus Literatur, Musik und bildender Kunst.

Abschluss mit Christian Berkel und dem LesArt.Preis der jungen Literatur

Foto von Christian Berkel
Foto: Gerald von Foris Den Abschluss bildet die LesArt.Gala mit Christian Berkel.

Den Abschluss bildet am Samstag, 14. November, um 19 Uhr die LesArt.Gala im domicil. Schauspieler und Autor Christian Berkel liest aus seinem Roman „Sputnik“, der von Kindheit und Jugend, Aufbruch und Ablösung sowie von Freundschaft und Liebe erzählt. Gregor Schnittker moderiert.

Bei der Gala wird außerdem der LesArt.Preis der jungen Literatur verliehen. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der Sparkasse Dortmund würdigt einen ausgewählten Text junger Autor:innen. Bewerben konnten sich Schreibende unter 35 Jahren aus Dortmund, Einsendeschluss war der 3. Oktober.

Informationen zum Programm, zu Eintrittspreisen und zum Vorverkauf gibt es unter LesArt.Ruhr.

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