
Vor der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Eving fordert eine Initiative von Anwohner:innen und Eltern, die Entscheidung über die neue Gesamtschule von der Standortfestlegung zu trennen. Die Fraktion der Grünen will einen Ergänzungsantrag einbringen, die SPD sieht keinen Änderungsbedarf.
Unverständnis bei betroffenen Gruppen, 1.100 Unterschriften für Petition
Die Initiative unterstützt die neue Gesamtschule ausdrücklich, eine grundsätzliche Entscheidung dazu fiel schon 2025 im Dortmunder Stadtrat. Sie kritisiert aber, dass der Dauerstandort nördlich des Heisenberg-Gymnasiums festgelegt werden soll, obwohl das Bebauungsplanverfahren Ev 158 und wesentliche Fachprüfungen zu Natur, Verkehr, Starkregen und Artenschutz noch laufen.
„Wir verstehen nicht, warum mit der Entscheidung über die Schule gleichzeitig ein Dauerstandort festgelegt werden soll, obwohl wichtige Fragen noch zu klären sind“, erklärt die Initiative. Ihr Vorschlag: Die Schule soll zunächst am geplanten Interimsstandort Altenderner Straße 54 in Derne starten, während die Standortfrage ergebnisoffen geprüft wird. ___STEADY_PAYWALL___
Konkret fordert die Initiative, in der Bezirksvertretung am 16. September einen Änderungsantrag zum entsprechenden Tagesordnungspunkt einzubringen, eine transparente Prüfung von Standortalternativen sowie die Darstellung der Ergebnisse zu Umwelt, Verkehr und Erschließung, bevor die endgültige Hochbauentscheidung fällt.
Die Online-Petition „Keine dritte Schule an der Preußischen – Natur & Kinder schützen, Verkehrschaos verhindern“ zählt laut Angaben der Initative inzwischen mehr als 1.100 verifizierte Unterschriften. Die Diskussion um den Standort läuft bereits seit 2025. Anfang 2026 übergab die Initiative gemeinsam mit dem Heisenberg-Gymnasium und der Theodor-Heuss-Realschule einen Fragenkatalog mit mehr als 30 Punkten an die Dortmunder Politik.
SPD: Standort ist seit Juli 2025 beschlossen, bleiben dabei
Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung lehnt einen Änderungsantrag ab. Der Rat der Stadt Dortmund habe den Standort bereits am 3. Juli 2025 mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Ev 158 festgelegt, erklärt Fraktionsvorsitzender Martin Schmitz auf Nordstadtblogger-Anfrage.

Eine erneute Standortsuche hält die Fraktion angesichts des akuten Schulplatzmangels für schädlich: Schüler:innen aus Eving müssten bereits heute auf Gesamtschulen in Waltrop und Lünen ausweichen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schlecht erreichbar seien.
Die SPD erwartet allerdings, dass die Anbindung der neuen Schule nicht über die Preußische Straße und die Kirdorf-Siedlung erfolge, sondern über die Walther-Kohlmann-Straße, die Derner Straße oder die Kemminghauser Straße. Außerdem müssten die Kapazitäten der U42 und der Stadtbahnhaltestelle Schulte-Rödding angepasst werden.
Grüne wollen Ergänzungsantrag statt Streichung
Die Grünen teilen die Einschätzung, dass der Standort verfrüht festgelegt worden sei, nicht. Er sei bereits Ergebnis einer umfangreichen Standortprüfung.
Sie wollen aber keinen Antrag einbringen, sondern einen Ergänzungsantrag: Darin soll verlangt werden, dass die Ergebnisse der Klima-, Umwelt- und Artenschutzuntersuchungen sich sichtbar in der konkreten Planung wiederfinden, etwa bei Gebäudeanordnung, Versiegelung und Begrünung.
Besonders wichtig ist den Grünen ein belastbares Verkehrskonzept für den Drei-Schulen-Standort. Die bereits belastete Situation an der Preußischen Straße dürfe durch die zusätzliche Schule nicht weiter verschärft werden. Sollten die noch ausstehenden Gutachten erhebliche Konflikte zeigen, die planerisch nicht lösbar seien, müsse auch eine erneute politische Bewertung möglich sein.
Trotz einer Anfrage der Nordstadtblogger lag bis zum Redaktionsschluss keine Stellungnahme der CDU-Fraktion zu dem Thema vor. Die SPD -Fraktion hat in Eving sechs Sitze, die CDU vier Sitze und zwei Sitze für die Grünen.
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