Nordstadt soll grüner und kühler werden: Rat soll neuem Freiraumkonzept zustimmen

Leitlinien, Checklisten, Projekte: Das Konzept entfaltet schon Wirkung

Blick auf architektonisch wertvolle Fassaden
Innerhalb des Sanierungsgebiets „Südliches Nordmarktquartier“ sind viele architektonisch wertvolle Fassaden zu entdecken. Foto: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Dortmund hat ein neues Klima- und Freiraumkonzept für die Nordstadt vorgelegt. Es trägt den Titel „Nordstadt planen – grüner, kühler, schöner!“ und legt fest, wie die Stadt in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Grün- und Freiräume des Stadtteils entwickeln will. Grundlegendes Ziel sind lebendige, klimaangepasste und vielfältig nutzbare Orte. Nach anderthalbjähriger Arbeit legt die Verwaltung es jetzt dem Rat zum Beschluss vor.

Hitzeinseln, beanspruchte Grünflächen, leidende Qualität

Am Anfang des Prozesses stand die Erfassung des Ist-Zustands durch die Planungsbüros bgmr Landschaftsarchitektur und Reicher Haase Assoziierte. Ihr Befund: Die Grünflächen der Nordstadt sind durch die hohe Bevölkerungsdichte stark beansprucht, teils so stark, dass ihre Qualität leidet.

Das Dach der Akademie für Theater und Digitalität an der Speicherstraße hat ein grünes Dach.
Das Dach der Akademie für Theater und Digitalität an der Speicherstraße hat ein grünes Dach. Foto: Benito Barajas

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Fläche versiegelt ist, also gepflastert oder asphaltiert. Das erzeugt Hitzeinseln, die sich an warmen Sommertagen stark aufheizen und nachts kaum abkühlen. Das macht den Aufenthalt unangenehm und ist gesundheitlich belastend.

Einen Gegenpol bilden zwar ausgedehnte Flächen wie der rund 35 Hektar große „Grüne Ring“, der auf dem früheren Gelände der Westfalenhütte entsteht. Doch das Konzept setzt bewusst auf kleinere Flächen innerhalb der Wohnquartiere, die für Bewohner:innen zu Fuß gut erreichbar sind.

Im Jahr 2025 sammelten die Planer:innen die Wünsche und Sorgen der Menschen, die in der Nordstadt leben. Bei zwei Abendveranstaltungen, einer Online-Beteiligung und mehreren Aktionen vor Ort fragten sie: Wo ist es zu heiß, wo braucht es mehr Grün, wo muss sich etwas ändern? Der Input floss in das Konzept ein.

Gemeinsames Konzept, erste Projekte folgen bereits

Das Konzept musste von allen planenden und bauenden Fachbereichen mitgetragen werden, um Wirkung zu entfalten. Das federführende Amt für Stadtneuerung band daher insbesondere das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sowie das Grünflächen- und das Tiefbauamt eng ein.

Grün statt versiegelter Flächen - ein Gewinn auch an der südlichen Speicherstraße.
Grün statt versiegelter Flächen – ein Gewinn auch an der südlichen Speicherstraße. Foto: Andreas Buck

Im Ergebnis steht ein Konzept, das Maßnahmen der Klimaanpassung, Grünraumentwicklung und mehr Aufenthaltsqualität kombiniert. Mit Leitlinien und praxisnahen Checklisten soll es künftige Planungen in der Nordstadt anleiten und Abstimmungsaufwände reduzieren.

Bereits jetzt fließen die Grundsätze in laufende Projekte ein, etwa in die Planungen für die südliche Münsterstraße, den Schleswiger Platz und die Grünflächen an der Leibnizstraße. Auch der „Grüne Ring“ setzt die Ideen des Konzepts schon um.

Das Konzept ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes „Zentrale Nordstadt“ von 2023 und bildet die Planungsgrundlage für mehrere darin enthaltene Bauprojekte. Die Entwicklung kostete knapp 230.000 Euro, 70 Prozent davon wurden aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund und Land NRW finanziert. Den Anteil der Stadt Dortmund trägt damit rund 70.000 Euro.

Hier der Link zu dem Konzept: „Nordstadt planen – grüner, kühler, schöner!


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