
Der Abwasserkanal in der Kampstraße hat nach Angaben der Stadtentwässerung mehr als 130 Jahre Dienst für die City geleistet. Nun habe das Kanalbauwerk das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Damit das Abwasser auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig abtransportiert werden kann, ersetzt die Stadtentwässerung ab September den Altkanal durch einen neuen.
Bauzeit von September bis voraussichtlich Sommer, mit Winterpause
Erneuert wird der Kanal auf der Kampstraße von der Brückstraße / Platz von Leeds im Osten bis zum Westfalenforum im Westen. Die Arbeiten finden in mehreren Abschnitten als Wanderbaustelle statt. Die beauftragte Firma beginnt am Montag, 7. September, mit der Einrichtung der Baustelle, der eigentliche Baustart ist für den 14. September geplant.

Für die Weihnachtsstadt sollen die Arbeiten voraussichtlich von November bis Januar ruhen. Die Netto-Bauzeit ohne Weihnachtspause beträgt nach Planung der Stadtentwässerung rund neun Monate; anhaltend schlechte Witterung, archäologische Bodenfunde oder andere unerwartete Hindernisse könnten allerdings zu Verzögerungen führen.
Die einzelnen, aufeinanderfolgenden Baugruben der Wanderbaustelle sind jeweils maximal 20 Meter lang. Damit sollen Rettungsfahrzeuge nicht behindert und der Betrieb auf der Kampstraße möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Zunächst wird auf der Südseite gearbeitet
Der Kanal verläuft in einem nördlichen Strang aus dem Jahr 1892 und einem südlichen Strang aus den 1950er-Jahren. Gearbeitet wird zunächst am südlichen Strang: Die bis zu vier Meter tiefe Baugrube wandert von Ost nach West. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Asphaltdeckschicht auf ganzer Breite erneuert.

Dafür entfernt die Baufirma auf der Südseite die dort teilweise noch verbauten großen Betonplatten – auch, um den für die Zukunft geplanten Umbau der Kampstraße im Rahmen von „RE:START Kampstraße“ zu erleichtern.
Für die Kanalarbeiten mussten acht junge Bäume an der Kampstraße weichen. Sie wurden nach Angaben der Stadt nicht gefällt, sondern behutsam ausgegraben und vom Grünflächenamt im Stadtbezirk Mengede an anderer Stelle wieder eingepflanzt. Die Baustelleinrichtungsflächen befinden sich an der Grünfläche am Basecamp und an der Reinoldikirche.
Stadt verspricht individuelle Lösungen für Gewerbetreibende
Die Stadt steht nach eigenen Angaben mit den betroffenen Gewerbetreibenden im Austausch, um individuelle Lösungen für den Anlieferverkehr zu finden. Anwohnerinnen und Anwohner informiert die Stadtentwässerung zusätzlich per Infoflyer.
Für City-Gäste sollen sich nur geringe Einschränkungen ergeben: Der Zugang zur Krüger-Passage bleibt während der Bauphase durchgehend geöffnet. Die Zufahrt zur Parkgarage westlich des Modehauses P&C muss allerdings zeitweise gesperrt werden, Fuß- und Radverkehr sind davon nach Angaben der Stadt nicht betroffen. Da bei Tiefbauarbeiten in der City grundsätzlich mit archäologischen Bodenfunden zu rechnen ist, werden die Kanalarbeiten entsprechend fachlich begleitet.
„RE:START Kampstraße“: Umgestaltungspläne werden im September vorgestellt

Die Kampstraße verändert sich nicht nur unter der Oberfläche: Auch oberirdisch wird sie zwischen Petri- und Reinoldikirche umgestaltet. Im September sollen die Ergebnisse des Vergabeverfahrens für die Generalplanung der neuen Kampstraße präsentiert werden.
„RE:START Kampstraße“ heißt der planerische Neuanfang, der 2025 mit einem breit angelegten Beteiligungsverfahren begonnen hatte. Als finale Phase der Beteiligung werden die Pläne bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 30. September 2026 im Rathaus vorgestellt.
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