
Die Umgestaltung des Deusenbergs im Rahmen der IGA 2027 wird teurer als ursprünglich geplant. Statt 3,06 Millionen Euro werden nun Gesamtkosten von rund 4,58 Millionen Euro erwartet. Damit entsteht ein zusätzlicher Finanzbedarf von etwa 1,52 Millionen Euro, über den der Rat der Stadt Dortmund im Mai entscheiden muss. Zur Diskussion stehen entweder zusätzliche Mittel oder Änderungen an der Planung. Auch Einsparungen durch den Verzicht auf einzelne Bauprojekte sind möglich.
Kostensteigerungen bei der Planung des Deusenbergs
Der westliche Teil des Deusenbergs gehört zum Dortmunder Zukunftsgarten und wird im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 aufgewertet. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass die erwarteten Gesamtkosten von 4,58 Millionen Euro deutlich über dem ursprünglich angenommenen Betrag von 3,06 Millionen Euro liegen werden. Der Mehrbedarf kann nicht mit Fördermitteln kompensiert werden, sondern muss zu vollständig aus dem städtischen Haushalt kommen.
Vor diesem Hintergrund soll der Rat der Stadt Dortmund noch in seiner Mai-Sitzung entscheiden, ob zusätzliche städtische Mittel bereitgestellt werden oder ob etwa auf einzelne Maßnahmen, wie die geplanten Himmelsschaukeln, verzichtet wird.
Einsparmöglichkeiten ergeben sich, wenn auf einzelne Projekte verzichtet wird. Dazu zählen der Bau der Treppe auf den Deusenberg, die Instandsetzung der Asphaltstraße am Hangfuß südlich der Brücke auf 500 Metern Länge, die Fertigstellung eines barrierearmen Weges an der Westseite des Deusenbergs sowie die Vergrößerung eines bestehenden Plateaus mit zwei Himmelsschaukeln.
Gründe für die gestiegenen Baukosten
Die ehemalige Mülldeponie Deusenberg weist einen deutlich schwierigeren Baugrund auf als ursprünglich angenommen. Unter anderem waren Bodenproben des Aushubmaterials erforderlich. Der Aushub musste teilweise gebührenpflichtig auf Deponien entsorgt werden, zudem musste teures Natursteinmaterial zugekauft werden.

Auch bei den weiteren Bauarbeiten ist mit zusätzliche Kosten durch neue Arbeitsschritte zu rechnen. Beim Wegebau wurden beispielsweise zusätzliche Entwässerungsanlagen notwendig. Die Baustellensicherung auf dem weitläufigen Gelände sowie hohe Vandalismusschäden haben ebenfalls zu Mehrkosten geführt.
Für die noch ausstehenden Arbeiten zeichnen sich weitere Kostensteigerungen ab. Diese stehen insbesondere im Zusammenhang mit dem Treppenbau, der aus statischen Gründen einen aufwändigeren Unterbau benötigt als ursprünglich geplant. Zudem wirken sich aktuelle Energie- und Rohstoffpreiserhöhungen zusätzlich auf die Kosten aus.
Bereits umgesetzte Einsparungen reichen nicht aus
Bereits in der Planungsphase wurden verschiedene Möglichkeiten zur Kostensenkung geprüft und umgesetzt. So wurde die ursprünglich vier Meter breite Treppe auf zwei Meter Breite reduziert. Ebenso wurde auf über 35 große Stelen mit Höhenangaben verzichtet, die die Treppe säumen sollten.
Auch eine große Aussichtsplattform auf der Kuppe wurde bereits aus der Planung gestrichen. Damit wurden einzelne Kostenpositionen reduziert, die Gesamtkostensteigerungen jedoch nicht vollständig ausgeglichen.
Inzwischen zeigt sich auch, dass die geplanten Himmelsschaukeln auf einem vergrößerten Plateau nur schwer standfest zu installieren wären. Umfangreiche Bodenarbeiten und zusätzliche Gutachten würden die Baukosten weiter erhöhen. Daher schlägt die Verwaltung vor, auf die Schaukeln zu verzichten und das Plateau in der bestehenden Größe zu belassen. Dadurch könnten rund 125.000 Euro eingespart werden, allerdings würde damit auch eine geplante Attraktion entfallen.
Deusenberg als Ruheort während der Gartenschau
Auf dem Dortmunder Ausstellungsgelände der IGA 2027, dem „Zukunftsgarten“, kann der Deusenberg über die neue Brücke „Haldensprung“ erreicht werden. Während auf der Kokerei Hansa, im Kokereipark und im Nahverkehrsmuseum Mooskamp die wesentlichen Ausstellungsbeiträge präsentiert werden, bildet der Deusenberg den ruhigen Rückzugsort innerhalb des Zukunftsgartens.

Geplant sind ein Ausbau der vorhandenen Wege, neue Aussichtsplattformen und Aufenthaltsbereiche sowie eine neue Treppe in der Flucht der Brücke bis zur Kuppe. Ergänzt werden soll das Areal durch Verbesserungen für sportliche Aktivitäten und Freizeitnutzung.
In den vergangenen zwei Jahren wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählen die Überarbeitung des Mountainbike-Parcours, die Bepflanzung der Kuppe sowie die Einzäunung des Brutgebiets der geschützten Feldlerche. Auf der Ostseite des Deusenbergs wurden drei Sportstationen mit Steinquadern errichtet. Die Wegeverbindung auf der Ost- und Nordseite hat eine neue Kiesabdeckung erhalten, der Rundweg um die Photovoltaikanlage wurde mit einer Deckschicht aus Sand fertiggestellt.

