Konflikt im Nahen Osten setzt Unternehmen in NRW wirtschaftlich unter Druck

Eine Umfrage von IHK NRW zeigt wachsende Sorgen in der Wirtschaft

Portraitfotos
Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund, und Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, äußern sich zu den Folgen des Nahostkonflikts für Unternehmen in NRW. Foto: Stephan Schuetze

Die Eskalation im Nahen Osten hat spürbare Folgen für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen. Eine landesweite Umfrage von IHK NRW zeigt steigende Kosten, gestörte Lieferketten und große Unsicherheit. Besonders Transport- und Energiekosten bereiten vielen Betrieben Probleme. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen sehen sich bereits negativ betroffen.

Hoher wirtschaftlicher Druck für viele Betriebe

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten sind in Nordrhein-Westfalen deutlich spürbar. Das zeigt eine Umfrage von IHK NRW unter 768 Unternehmen, die entweder direkt in der Region aktiv sind oder die Auswirkungen mittelbar wahrnehmen.

Portraitfoto
IHK-Präsident Roland Klein. Foto: Stephan Schuetze

Fast 500 Unternehmen und damit über 60 Prozent der Betriebe geben an, bereits negativ betroffen zu sein. Ein knappes Drittel kann die Folgen derzeit noch nicht absehen. Die drei größten Herausforderungen sind steigende Transport- und Logistikkosten, steigende Energiekosten sowie Verzögerungen in der Lieferkette.

„Die Umfrage zeigt, wie hoch der wirtschaftliche Druck für viele Betriebe inzwischen ist. Unsicherheit, Kostensteigerungen und instabile Lieferketten treffen die Wirtschaft in NRW und auch in unserer IHK-Region in einer ohnehin angespannten Lage“, sagt Roland Klein, Präsident der IHK zu Dortmund.

Transport, Energie und Lieferketten im Fokus

Vor allem die Transport- und Logistikkosten sind stark gestiegen. Bei neun von zehn Unternehmen mit direktem Geschäft in der Region ist ein Anstieg zu verzeichnen, insgesamt berichten 82 Prozent aller Befragten von höheren Kosten.

Dabei sind alle Wege zu See, Luft und Straße betroffen. Die größte Herausforderung ist jedoch die Seefracht, da Schiffe überbucht sind oder ihren Bestimmungsort nicht anfahren können. Auch die Energiepreise stellen für viele Betriebe ein wachsendes Problem dar: 71 Prozent der Unternehmen sind betroffen.

Hinzu kommen bei 40 Prozent aller Befragten Verzögerungen und Unterbrechungen in den Lieferketten. Gründe hierfür sind unter anderem längere Routen und eingeschränkte Hafenzugänge im Seetransport sowie Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten.

Unternehmen reagieren mit Preisanpassungen

„Die Belastungen schlagen inzwischen sehr konkret im betrieblichen Alltag auf. Mehr als jedes zweite Unternehmen plant, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiter geben zu wollen oder die Preise zu erhöhen. Das zeigt, dass höhere Logistik- und Energiepreise längst nicht mehr nur ein Risiko sind, sondern in vielen Betrieben unmittelbar wirksam werden“, sagt Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.

Portraitfoto
IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber. Foto: Stephan Schuetze

Neben Preisanpassungen überprüft jedes fünfte Unternehmen seine Lieferketten, sucht alternative Lieferanten oder baut die Lagerhaltung aus. Zugleich zeigt die Umfrage, dass über ein Drittel der Betriebe derzeit keine besonderen Maßnahmen plant.

Dennoch bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit hoch. IHK NRW befürchtet zusätzliche Belastungen, sollten wichtige Handelsrouten weiterhin eingeschränkt bleiben – etwa die Straße von Hormus. Der Standort Deutschland ist bereits durch strukturelle Schwächen und hohe Energiekosten belastet, sodass die zusätzlichen Preiserhöhungen und Versorgungsrisiken die Unternehmen noch härter treffen würden.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert