
Gehwegparken ist in Dortmund ein weit verbreitetes Problem und stellt vor allem Kinder, Ältere und Rollstuhlfahrende vor Gefahren. Der ökologische Verkehrsclub VCD hatte im Herbst 2025 Bürger:innen aufgerufen, zugeparkte Gehwege zu melden. Von den 112 eingegangenen Meldungen fordert der VCD nun die Stadt auf, die betroffenen Stellen zu prüfen und zu entschärfen. Die Aktion verdeutlicht, dass die bestehenden Regeln der Straßenverkehrsordnung oft ignoriert werden.
Gefährliche Situationen für Fußverkehr und Mobilitätshilfen
Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das Parken auf Gehwegen nur, wenn Fußgänger:innen und Rollstuhlfahrende ungehindert passieren können. Die VCD-Aktion „Freie Gehwege“ zeigte jedoch, dass diese Vorgabe in Dortmund vielfach missachtet wird. Besonders gefährlich wird es für Kinder, die bis acht Jahre auf dem Gehweg mit dem Fahrrad unterwegs sind.

„In vielen Fällen bleibt Passant:innen weniger als ein Meter Platz“, berichtet Lorenz Redicker, Vorsitzender des Kreisverbandes Dortmund-Unna Dortmund-Unna.
In einigen Extremsituationen sei der Gehweg sogar auf weniger als einen halben Meter verengt, etwa in der Dudweilerstraße in Scharnhorst. Wer mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, muss dann oft auf die Straße ausweichen – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Der VCD betont, dass diese gefährlichen Situationen nicht nur sporadisch auftreten, sondern flächendeckend in Dortmund beobachtet werden. Besonders ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen seien dadurch stark beeinträchtigt. Die Meldungen verdeutlichen, dass Handlungsbedarf besteht, um den Fußverkehr zu schützen.
VCD fordert Stadt zu konsequentem Handeln auf
Mit Verweis auf die Rechtslage fordert der VCD die Stadt Dortmund auf, die gemeldeten Stellen zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. „Die Ergebnisse bestärken uns darin, endlich konsequentes Handeln einzufordern“, so Lorenz Redicker. Die Aktion lief vom 20. Oktober bis zum 5. Dezember 2025 und dokumentierte 112 gemeldete Engstellen.

Laut VCD werden illegale Gehwegparkplätze seit Jahren geduldet, was zulasten des Fußverkehrs gehe. „Es kann nicht sein, dass der in Dortmund ohnehin schon knappe Raum für Fußgänger:innen und Rollstuhlfahrende zusätzlich durch widerrechtlich parkende Autos beschnitten wird und dadurch Menschen gefährdet“, kritisiert der Verband.
Der VCD appelliert, die Straßenverkehrsordnung konsequent umzusetzen: „Wir fordern, dass die Straßenverkehrsordnung ab sofort durchgesetzt wird. Gehwege sind für Menschen da, nicht für Autos.“ Damit solle das Gehwegparken dauerhaft reduziert und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer:innen erhöht werden.
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