350 Menschen versammeln sich zum Iftar – Dortmund setzt ein „Zeichen der Begegnung“

Fastenbrechen anlässlich des Ramadan im Dietrich-Keuning-Haus

Sechs Personen sitzen um einen quadratischen Tisch, der mit einer weißen Tischdecke und Blumen dekoriert wurde. Sie unterhalten sich und essen von üppig bedeckten Tellern.
Nach Sonnenuntergang speisen die 350 Gäste gemeinsam. Foto: Carl Brüggemann für Nordstadtblogger.de

Seit dem 18. Februar 2026 fasten Muslim:innen auf der ganzen Welt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Am 4. März 2026 versammeln sich 350 Menschen im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) zum Fastenbrechen Iftar anlässlich des Ramadan. Zentral für den Abend: Menschen aller Religionen und Kulturen willkommen, gemeinsam mit Muslim:innen das Fasten zu brechen.

„So ein Format, wie wir es haben, gibt es nicht ein zweites Mal!“

Eingeladen hat das Haus zusammen mit dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration und dem Rat der muslimischen Gemeinden. Schon seit 2019 findet die Veranstaltung einmal während des Ramadan im DKH statt. Ideengeber war der damalige Integrationsrat. Levent Aslan, Leiter des DKH, öffnet seitdem gerne die Türen: „So ein Format, wie wir es haben, gibt es nicht ein zweites Mal!“

Vor der Bühne des DKH sitzen viele Menschen um Tische und hören dem Interview auf der Bühne zu. Dort stehen zwei Männer und eine Frau.
Deniz Greschner (re) spricht mit Leonid Chraga (Mitte) und Levent Arslan (li) über die Organisation der Veranstaltung. Foto: Anna Tenholt für Nordstadtblogger.de

Iftar öffentlich und kostenlos für die Stadtgesellschaft zu ermöglichen sei in Dortmund schon „fester Bestandteil der Stadt“, betont Leonid Chraga bei der Begrüßung. Das DKH sei besucht von Akteur:innen aus allen Bereichen der Stadt, die sich zu diesem interkulturellen und interreligiösen Abend versammeln.

Ein Abend, an dem „die Menschen mit einer Selbstverständlichkeit und einer Freude kommen“ berichtet der Vorsitzende des Integrationsausschusses.

Mit dem Fastenbrechen setzt Dortmund „ein Zeichen der Begegnung“

Was die Veranstaltung für die Stadt und Muslim:innen bedeutet, verdeutlicht das Programm des Abends, durch das Deniz Greschner führt. Zunächst begrüßen der Oberbürgermeister Alexander Kalouti und Ahmad Aweimer, Vorsitzender des Rates der muslimischen Gemeinden Dortmund die Gäste. ___STEADY_PAYWALL___

Zu sehen ist eine Bühne. Im Hintergrund ein Banner mit dem Titel "Gemeinsam in Vielfalt" in pastell-lila. Hinter dem Rednerpult wird ein Foto von Essen, das in vielen kleinen Schalen angerichtet ist, gezeigt. Darauf steht: "Gemeinsames Fastenbrechen. Iftar"
Ahmad Aweimar begrüßt die Gäste. Foto: Anna Tenholt für Nordstadtblogger.de

Sie sind sich einig, dass Iftar „mehr als ein gemeinsames Essen, ein Moment der Gemeinschaft“ sei. In Zeiten, in denen „Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Extremismus erstarken“ sei „religiöse Vielfalt keine Bedrohung“ stellt Kalouti fest. „Im Gegenteil, sie ist ein Zeichen von Stärke“.

„Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir in unserer Stadt Zeichen der Begegnung setzen“ schließt sich Aweimer an. Der christlich-muslimischen Dialog sei eine „große Stärke“ Dortmunds. Denn Ramadan sei eine Zeit „der Besinnung, der Begegnung, der Freundlichkeit, der aufrichtigen Hilfsbereitschaft und der Großzügigkeit“. All das komme mit dem gemeinsamen Fastenbrechen zum Ausdruck.

Muslim:innen unterbrechen im Ramadan ihr Alltagsgeschäft

„Ramadan ist nicht nur ein Monat des Verzichts, sondern bezieht sich auch auf die inneren Haltungen der Fastenden“, erklärt Naciye Kamçılı-Yıldız, Professorin für islamische Religionspädagogik an der Universität Paderborn. Sie trägt zu verschiedenen Perspektiven auf den Ramadan vor. Es gehe um eine „spirituelle Reise“ hin zu Allah, die das Alltagsgeschäft der Fastenden unterbreche.

Die Essenausgabe aus der seitlichen Perspektive. Die Bottiche sind mit Linsensuppe und Hänchenschenkeln gefüllt.
Die Ozman Gazi Gemeinde organisiert das Catering. Foto: Carl Brüggemann für Nordstadtblogger.de

„Dadurch, dass der islamische Kalender etwa zehn bis zwölf Tage kürzer als der Sonnenkalender ist, wandert auch der Ramadan durch die Jahreszeiten.“ In grob 33 Jahren bewege sich der Ramadan einmal durch das Kalenderjahr. Dadurch erleben Muslim:innen den Ramadan jedes Jahr anders, weil die Dauer des Fastens je nach Tageslänge varriert.

Ramadan biete Muslim:innen durch den Verzicht „die Chance, sich selbst kritisch zu betrachten“ und Gott durch die „Hingabe des Körpers“ näher zu kommen. „Wer sein Glück nicht an das bindet, was er in der Hand hält, ist frei im Herzen“, fasst Kamçılı-Yıldız zusammen.

Nach einem kurzen Poetry Slam über den Hass in den „Asozialen Medien“ von Mo Boubaker, Comedian aus der Nordstadt, hält der Imam Aziz Altın aus der Ozman Gazi Moschee ein Gebet. Um 18.21 Uhr wird das Fasten gebrochen und das Buffet ist eröffnet.

Weiterer Termin für gemeinsames Fastenbrechen:

  • Donnerstag, 12. März 2026, 17.30 bis 19.30 Uhr in der Abu Bakr Moschee (Carl-Holtschneider-Str. 8a, 44145 Dortmund)
  • Anmeldung bis 9. März 2026 unter rgv@ekkdo.de

Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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„Ramadan – Monat der Begegnung“: Interreligiöser Dialog beim ersten gemeinsamen Fastenbrechen in Dortmund

Reaktionen

  1. Einladung zum interreligiösen Fasten & Suppenausgabe (PM)

    Wir laden herzlich zu einer interreligiösen Begegnung im Rahmen der Fastenzeit ein. Gemeinsam möchten wir über das Fasten ins Gespräch kommen und anschließend beim Sonnenuntergang gemeinsam das Fasten brechen.

    Datum: Samstag, 07.03.2026

    Programm:
    • ca. 17:15 – Suppenausgabe
    • 17:45 Uhr – Infos zum Fasten & Gespräche
    • ca. 18:27 Uhr (Sonnenuntergang) – Iftar / Fastenbrechen & Suppenausgabe

    Ort: Münsterstraße 59, 44145 Dortmund

    Die Veranstaltung bietet Raum für Austausch, Begegnung und gemeinsames Essen über Religionsgrenzen hinweg. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

    Initiatoren / Veranstalter:
    IGMG Ruhr-A Do-Anadolu
    Hızır – Alevitischer Kultur- und Solidaritätsverein Dortmund e.V.
    Gemeinschaft Sant’Egidio
    Katholische Kirchengemeinde Hl. Dreikönige Dortmund Bund Alevitischer Gemeinden e.V.
    Train of Hope Dortmund e.V.
    RAUM VOR ORT – Bildung und Begegnung im Schleswiger Viertel KEFB – Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Dortmund

    Wir freuen uns auf einen Abend der Begegnung, des Dialogs und des gemeinsamen Fastenbrechens.

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